„Meine Macht ist beschränkt“

FÜHRUNG:

HBM Mai 2009

An­ge­sichts der Wirt­schafts­kri­se wir­ken vie­le Top­ma­na­ger stark ver­un­si­chert. Wie ent­schei­den Sie sinn­voll, wenn kei­ner weiß, wie es wei­ter­geht?
Sa­mu­els­son Es ist im­mer schwie­rig, eine Pro­gno­se ab­zu­ge­ben. Der­zeit bringt es we­nig, zu spe­ku­lie­ren, ob der Markt um 35 oder 25 Pro­zent schrump­fen wird. Das Ein­zi­ge, was ein Top­ma­na­ger wis­sen muss, ist, ob das Un­ter­neh­men wei­ter wächst oder mit deut­lich schrump­fen­den Märk­ten rech­nen muss. An­hand die­ser gro­ben Ein­schät­zung kann man schon recht gut ent­schei­den, was zu tun ist - ohne streng ana­ly­tisch al­les mit ver­meint­lich ex­ak­ten Zah­len durch­rech­nen zu wol­len. Spe­ku­la­tio­nen über die ge­naue Markt­ent­wick­lung wer­den die tat­säch­li­chen Maß­nah­men kaum än­dern.
Aber ist es nicht schwie­rig, in ei­ner Kri­se die rich­ti­ge Ent­schei­dung zu tref­fen, wenn ein Feh­ler schnell das Ende des Un­ter­neh­mens be­deu­ten kann?
Sa­mu­els­son Nein. Pa­ra­do­xer­wei­se ist es im Auf­schwung viel schwie­ri­ger zu ent­schei­den, wann in et­was in­ves­tiert wer­den soll und wann nicht. In der heu­ti­gen Lage stellt nie­mand in­fra­ge, ob wir die Pro­duk­ti­on dros­seln und spa­ren müs­sen. Wir ha­ben uns des­halb auch schnell auf ein Pro­gramm ei­ni­gen kön­nen. Un­se­re Bot­schaft lau­tet: Ins­ge­samt müs­sen wir 500 Mil­lio­nen Euro ein­spa­ren.
Die­se glat­te Zahl wirkt eher wie eine Schätz­grö­ße. Wie ka­men Sie auf die­sen Wert?
Sa­mu­els­son Na­tür­lich ba­siert die­se Ent­schei­dung auf kon­kre­ten An­nah­men, und am Ende wol­len wir auch ein Stück bes­ser sein als der Durch­schnitt un­se­rer Wett­be­wer­ber. Wir müs­sen lei­der da­von aus­ge­hen, dass sich das Vo­lu­men bei Last­wa­gen in der ers­ten Jah­res­hälf­te hal­bie­ren wird. Das ist ge­nug, um zu er­ken­nen, dass wir kräf­tig spa­ren müs­sen und dass ein Be­trag von zehn Mil­lio­nen Euro nicht rei­chen wird. Es müs­sen also an­spruchs­vol­le Zie­le sein.
Wir ha­ben auch un­se­re Kos­ten ana­ly­siert, um her­aus­zu­fin­den, wie hoch der va­ria­ble An­teil ist. Al­lein auf­grund der aus­blei­ben­den Be­stel­lun­gen wer­den wir in der Pro­duk­ti­on we­ni­ger aus­ge­ben. Wenn wir zu­dem auf Leih-ar­bei­ter ver­zich­ten und Kurz­ar­beit an­mel­den, wer­den wir al­lein in der Fer­ti­gung ins­ge­samt rund 300 Mil­lio­nen ein­spa­ren kön­nen. Dann ha­ben wir uns die Ge­mein­kos­ten an­ge­schaut wie In­stand­hal­tung, Be­ra­ter­kos­ten, In­for­ma­ti­ons­tech­nik. Da kom­men noch ein­mal 200 Mil­lio­nen zu­sam­men, die wir rea­lis­ti­scher­wei­se ein­spa­ren kön­nen. Das macht in der Sum­me eine hal­be Mil­li­ar­de Euro.
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