„Manager überschätzen sich“

GESPRÄCH:

HBM April 2009

Herr Lech­ner, Sie ha­ben mit 16 Ih­rer Kol­le­gen von der Uni­ver­si­tät St. Gal­len in ei­ner ge­mein­sa­men Pu­bli­ka­ti­on ver­sucht, Kon­se­quen­zen aus der Fi­nanz­kri­se zu zie­hen. Sie selbst spre­chen in Ih­rem Vor­wort von De­mut vor den ei­ge­nen Mög­lich­kei­ten als Wis­sen­schaft­ler an­ge­sichts der der­zei­ti­gen Lage. Gibt es blin­de Fle­cken in der Ma­na­ge­ment­for­schung, die zum Ent­ste­hen der Kri­se bei­ge­tra­gen ha­ben?
Lech­ner Ich habe lan­ge dar­über nach­ge­dacht, wel­che wis­sen­schaft­li­chen Theo­ri­en und Er­kennt­nis­se in mei­ner Dis­zi­plin - dem stra­te­gi­schen Ma­na­ge­ment - durch die ak­tu­el­le Fi­nanz- und Wirt­schafts­kri­se un­gül­tig ge­wor­den sind. Ge­fun­den habe ich nur we­nig. Was sich jetzt er­eig­net, steht nicht im Wi­der­spruch zu den bis­her in un­se­ren an­ge­se­he­nen Fach­ma­ga­zi­nen ver­öf­fent­lich­ten Er­kennt­nis­sen. Es ist etwa schon län­ger be­kannt, dass große Fu­sio­nen und Über­nah­men häu­fi­ger schei­tern als klei­ne­re; der miss­lun­ge­ne Zu­sam­menschluss von Daim­ler und Chrys­ler lie­fert dazu trau­ri­ges An­schau­ungs­ma­te­ri­al. Auch wis­sen wir, dass das Ein­ge­hen ho­her Ri­si­ken meist nicht be­lohnt wird, wie die In­vest­ment­ban­ken jetzt bei ih­rem Han­del auf ei­ge­ne Rech­nung schmerz­haft er­fah­ren muss­ten. Auch der Her­den­trieb von Ma­na­gern ist kein un­be­kann­tes Phä­no­men. Durch Nach­ah­mung brei­ten sich ähn­li­che stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen von Un­ter­neh­men zu Un­ter­neh­men aus, die, mit Ab­stand be­trach­tet, we­nig ra­tio­nal sind. Den­ken Sie etwa an den mas­si­ven Ein­stieg von US-Ban­ken mit star­kem End­kun­den­ge­schäft in den Markt für Hy­po­the­ken schlech­ter Bo­ni­tät, das be­rühmt-be­rüch­tig­te sub­pri­me len­ding.
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