Visionäre Wohl­tä­te­rin­nen

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HBM Januar 2009

Thi­ru­sel­vi aus Gu­dalur irr­te mit ih­rem nur we­ni­ge Mo­na­te al­ten Kind auf den Stra­ßen von Chen­nai (frü­her: Ma­dras, im in­di­schen Bun­des­staat Ta­mil Nadu) um­her. Mit nur we­nig mehr als Lum­pen am Leib leb­te die psy­chisch kran­ke Frau vom Bet­teln und Steh­len, bis die Po­li­zei sie schließ­lich auf­griff. Nur we­ni­ge Mo­na­te spä­ter, am 20. Ja­nu­ar 2008, lief Thi­ru­sel­vi beim größ­ten Ma­ra­thon Asi­ens in Mum­bai mit, um für die Or­ga­ni­sa­ti­on, die ihr und über 2000 an­de­ren ob­dach­lo­sen und psy­chisch kran­ken Frau­en ein neu­es Le­ben er­mög­licht hat, Spen­den zu sam­meln.
Es ist schwie­rig, die Ge­schich­te die­ser be­mer­kens­wer­ten Or­ga­ni­sa­ti­on (die von der Zeit­schrift „In­dia To­day“ kürz­lich zu ei­nem der 50 wich­tigs­ten Pio­nie­re des Wan­dels in In­di­en ge­wählt wur­de) und ih­rer au­ßer­ge­wöhn­li­chen Grün­de­rin­nen, Van­da­na und Vais­h­na­vi, zu er­zäh­len, ohne bei den ty­pi­schen Kli­schees über Ar­mut oder Be­nach­tei­li­gung von Frau­en in In­di­en zu en­den. Doch viel­leicht ist ge­nau eine sol­che Ge­schich­te ge­eig­net, die­se Vor­ur­tei­le auf­zu­bre­chen und das an­de­re In­di­en zu se­hen - ein Land, das vor al­lem durch das En­ga­ge­ment, den Ehr­geiz und eine spe­zi­fi­sche Be­harr­lich­keit der Men­schen zu ei­ner auf­stre­ben­den und sich rasch mo­der­ni­sie­ren­den Wirt­schafts­na­ti­on ge­wor­den ist, die in ei­ni­gen Aspek­ten so­gar eher dem Wes­ten als Vor­bild die­nen könn­te als um­ge­kehrt.
1993 lief Van­da­na Go­pi­ku­ma, da­mals 23 Jah­re alt und Stu­den­tin des Mas­ter­stu­dien­gangs So­ci­al Work, vor ih­rem Col­le­ge auf der Had­dows Road im sü­din­di­schen Chen­nai eine halb nack­te, völ­lig ver­wahr­los­te Frau in die Arme. Sie war of­fen­sicht­lich in größ­ter Not, hat­te kein Dach über dem Kopf. Nie­mand nahm No­tiz von ihr.
Van­da­na woll­te wie alle an­de­ren acht­los vor­über­has­ten­den Men­schen ei­gent­lich nur schnell nach Hau­se. Doch sie fühl­te auf ein­mal die­sen Fun­ken der Ver­ant­wor­tung für ein ver­letz­li­ches mensch­li­ches We­sen. Ge­mein­sam mit ih­rer Freun­din Vais­h­na­vi Ja­ya­ku­mar such­te Van­da­na für die Frau einen Ort, an dem man sich um sie küm­mern und ihr hel­fen wür­de. Es gab die­sen Ort in Chen­nai nicht.
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