Die Neuerfindung des Managers

FÜHRUNG:

HBM Januar 2009

In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren gab es einen Ver­fall von Ver­trau­en und Selbst­kon­trol­le in der Wirt­schaft. Ma­na­ger ha­ben da­durch an Le­gi­ti­mi­tät ver­lo­ren. Sie kön­nen das Ver­trau­en der Ge­sell­schaft nur dann zu­rück­ge­win­nen, so un­se­re Über­zeu­gung, wenn sie sich nicht mehr al­lein ge­gen­über den An­teils­eig­nern ver­ant­wort­lich füh­len. Statt­des­sen müs­sen sie be­grei­fen, dass zu ih­rer Auf­ga­be auch ein ge­sell­schaft­li­ches und per­sön­li­ches En­ga­ge­ment als Hü­ter ei­ner In­sti­tu­ti­on ge­hört. An­ders aus­ge­drückt: Es ist an der Zeit, dass Ma­na­ge­ment end­lich eine Pro­fes­si­on wird.
Für ech­te Pro­fes­sio­nen wie zum Bei­spiel Ärz­te gilt ein Ver­hal­tens­ko­dex. Des­sen Be­deu­tung und Kon­se­quen­zen wer­den im Rah­men der Aus­bil­dung den Mit­glie­dern des ent­spre­chen­den Be­rufs­stands ver­mit­telt. Eine In­sti­tu­ti­on, die sich aus an­ge­se­he­nen Ver­tre­tern der Pro­fes­si­on zu­sam­men­setzt, über­wacht, ob sich die Mit­glie­der an den Ko­dex hal­ten. Mit­hil­fe sol­cher Ver­hal­tens­richt­li­ni­en schlie­ßen die­se In­sti­tu­tio­nen einen still­schwei­gen­den so­zia­len Ver­trag mit an­de­ren Mit­glie­dern der Ge­sell­schaft: Ver­traut uns die Selbst­über­wa­chung die­ses wich­ti­gen Be­rufs­zweigs an. Im Ge­gen­zug sor­gen wir da­für, ver­spricht der Be­rufs­stand, dass un­se­re Mit­glie­der euer Ver­trau­en ver­die­nen. Sie wer­den nicht nur die nö­ti­ge Kom­pe­tenz be­sit­zen, um die ih­nen an­ver­trau­ten Auf­ga­ben aus­zu­füh­ren, son­dern sich an ho­hen mo­ra­li­schen Maß­stä­ben ori­en­tie­ren und sich stets in­te­ger ver­hal­ten.
Un­ter dem Strich, glau­ben wir, kann eine Pro­fes­sio­na­li­sie­rung mit ei­ner gut funk­tio­nie­ren­den, in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten Selbst­kon­trol­le Fehl­ver­hal­ten ein­däm­men. Denn mo­ra­lisch ein­wand­frei­es Ver­hal­ten ist ein we­sent­li­ches Iden­ti­täts­merk­mal der Mit­glie­der ei­nes Be­rufs­stands - ein Selbst­bild, das die meis­ten zu wah­ren be­strebt sein wer­den.
Die Vor­stel­lung von Ma­na­ge­ment als Pro­fes­si­on ist kei­nes­wegs neu. Die mit großen Er­war­tun­gen ver­bun­de­ne Idee kam vor etwa hun­dert Jah­ren in den USA auf, als im gan­zen Land Uni­ver­si­tä­ten be­trie­bs­wirt­schaft­li­che Fa­kul­tä­ten (so- ge­nann­te Busi­ness Schools) grün­de­ten. Die Speer­spit­ze in­sti­tu­tio­nel­ler Ent­re­pre­neu­re, zu de­nen so­wohl Hoch­schul­leh­rer als auch auf­ge­klär­te Füh­rungs­kräf­te aus Un­ter­neh­men zähl­ten, be­trach­te­te den Auf­stieg des Großun­ter­neh­mens als eine enor­me Her­aus­for­de­rung für die be­ste­hen­de Ge­sell­schafts­ord­nung. Als Kon­zer­ne be­gan­nen, Ak­ti­en an je­der­mann zu ver­kau­fen, und da­durch Ei­gen­tum und Kon­trol­le ab­ga­ben, for­der­ten un­zäh­li­ge In­ter­es­sen­grup­pen (An­teils­eig­ner, Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gun­gen, Re­gie­rungs­ver­tre­ter), Ein­fluss auf die­se mäch­ti­gen neu­en Fir­men neh­men zu kön­nen.
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