Wie retten wir die Privatsphäre?

DATENSCHUTZ:

HBM Dezember 2008

Lo­gan Roots lebt aus Da­ten­schutz­grün­den ab­seits der mo­der­nen Da­ten­net­ze. Im Fach­ma­ga­zin „CSO“ (Chief Se­cu­ri­ty Of­fi­cer), das sich an die obers­ten Si­cher­heits­ver­ant­wort­li­chen großer Un­ter­neh­men rich­tet, de­fi­nier­te Roots den Be­griff Pri­vat­sphä­re ein­mal als „die Frei­heit, se­lek­tiv In­for­ma­tio­nen über sich preis­zu­ge­ben“. Er er­zähl­te, wie kom­pli­ziert es ist, sich die­se Frei­heit tat­säch­lich zu be­wah­ren, und wie er ganz be­wusst die Me­cha­nis­men aus­trickst, die dar­auf aus­ge­legt sind, jede noch so klei­ne In­for­ma­ti­on ein­zu­fan­gen, die die meis­ten von uns re­gel­mä­ßig preis­ge­ben.
„Ich be­zah­le bar, und bei so vie­len Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen wie mög­lich ver­wen­de ich falsche Na­men“, sag­te Roots 2003 ge­gen­über „CSO“. „Ich ge­hö­re so­gar zu ei­ner Grup­pe von Men­schen, die Kun­den­kar­ten (von Su­per­märk­ten) un­ter­ein­an­der aus­tau­schen ... In den ver­gan­ge­nen paar Mo­na­ten habe ich die Kar­te ei­ner Per­son ver­wen­det, die vor zwei Jah­ren ge­stor­ben ist. Ich bin fast ein we­nig trau­rig, dass ich schon wie­der eine neue neh­men muss. Die­se Ge­schich­te mit dem to­ten Kar­ten­in­ha­ber fin­de ich klas­se.“
Die meis­ten Ant­wor­ten auf die Fra­ge „Was ist Pri­vat­sphä­re?“ set­zen bei der ein­zel­nen Per­son an (in der Re­gel bei ei­ner le­ben­den). In ge­wis­ser Wei­se ist Pri­vat­sphä­re eine Form der Selbst­be­herr­schung: Kon­trol­le über die ei­ge­nen per­sön­li­chen Da­ten und In­for­ma­tio­nen, von Zah­len­rei­hen bis hin zu Ge­schmä­ckern und Vor­lie­ben. Ob wir an ir­gend­wel­chen Krank­hei­ten lei­den und wie viel wir auf dem Bank­kon­to ha­ben, geht nie­mand an­de­ren et­was an, es sei denn, wir re­den frei­wil­lig dar­über. In die­sem Punkt sind sich alle ei­nig. Doch für Roots ist Pri­vat­sphä­re noch mehr. Sei­ne De­fi­ni­ti­on um­fasst al­les, was wir über uns selbst wis­sen und kon­trol­lie­ren möch­ten.
Da un­se­re di­gi­ta­le Exis­tenz aber un­un­ter­bro­chen er­fasst wird - von der Goo­gle-Su­che über E-Mails oder Ein­käu­fe bis hin zu un­se­ren Pfa­den im In­ter­net, die von Coo­kies (klei­nen Da­tei­en, die beim Be­trach­ten von We­b­Sei­ten auf dem Rech­ner ge­spei­chert wer­den) auf­ge­zeich­net wer­den - ge­stal­tet sich die­se Kon­trol­le auf Dau­er im­mer schwie­ri­ger. Aus all die­sen Da­ten­schnip­seln über un­ser Ver­hal­ten lässt sich ein Bild zu­sam­men­bas­teln, das aus­drücken soll, was wir wol­len oder brau­chen (be­wusst oder un­be­wusst), was wir ver­mut­lich ak­zep­tie­ren wer­den und was nicht, und was wir mög­li­cher­wei­se kau­fen oder un­ter­neh­men wer­den - heu­te und auch in Zu­kunft.
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