„Ich war saumäßig ehrgeizig“

GESPRÄCH:

HBM November 2008

Herr Pe­ters, wenn man Ih­rer Selbst­be­schrei­bung glau­ben darf, müs­sen Sie in Ih­ren ers­ten Jah­ren als Hockey­trai­ner eine ganz schö­ne Zu­mu­tung ge­we­sen sein: Sie wa­ren au­to­ri­tär, hu­mor­los und emo­tio­nal un­zu­gäng­lich, ha­ben Ihre Spie­ler an­ge­schri­en und be­lei­digt. Tut Ih­nen das heu­te leid?
PE­TERS Ja, na­tür­lich. Aber die­se Pha­se ge­hört auch zu mei­ner Ent­wick­lung. Wenn ich heu­te - 20 Jah­re spä­ter - mit Spie­lern dar­über spre­che, dann er­zäh­len sie oft von sich aus, dass es für sie auch eine un­heim­lich wert­vol­le Zeit ge­we­sen ist. Für die Ent­wick­lung ih­rer Per­sön­lich­keit, für das Durch­set­zen per­sön­li­cher und sport­li­cher Zie­le. Aber wenn man mal von den rein sport­li­chen Er­geb­nis­sen ab­sieht - wir ha­ben ja auch oft ge­siegt -, gibt es si­cher et­li­che Din­ge, die ich heu­te an­ders ma­chen wür­de.
Wie ha­ben die Spie­ler auf Ihre Här­te rea­giert?
PE­TERS Vie­le ha­ben aus der Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen Trai­ner und Mann­schaft Stär­ke be­zo­gen. Es war schon in­ter­essant zu se­hen, wie Spie­le­rin­nen und Spie­ler als Team zu­sam­men­ge­gluckt und sich ge­gen mich - aber im Sin­ne des Ziels - po­si­tio­niert ha­ben. Vie­le ha­ben es auch als Her­aus­for­de­rung be­trach­tet, sich die­ser Här­te, Kon­se­quenz und dem ab­so­lu­ten Leis­tungs­wil­len un­ter­zu­ord­nen und dar­an zu wach­sen.
An­fang, Mit­te der 90er Jah­re ha­ben Sie dann be­gon­nen, an sich selbst zu ar­bei­ten und Ihr Auf­tre­ten, Ihre Aus­strah­lung zu ver­än­dern. Wa­rum? Mit den deut­schen Hockey-Ju­nio­rin­nen und -Ju­nio­ren wa­ren Sie doch sport­lich sehr er­folg­reich.
PE­TERS Es klingt in der Tat gro­tesk, aber die Er­geb­nis­se vor­her wa­ren nicht schlech­ter als nach­her. Mir war es aber wich­tig, dass ich mich auf der Füh­rungs­ebe­ne wei­ter­ent­wick­le. Da­bei ist mir be­wusst ge­wor­den, dass ich Schwä­chen im Um­gang mit der Psy­che ein­zel­ner Spie­ler hat­te. Auch mei­ne Mit­ar­bei­ter ha­ben von mir einen an­de­ren Füh­rungs­stil ein­ge­for­dert. Des­we­gen habe ich mich die­sen ver­meint­lich wei­chen Füh­rungs­the­men in­ten­siv ge­wid­met.
Ich habe viel ge­le­sen und mit Sport­psy­cho­lo­gen ge­re­det, habe eine NLP-Aus­bil­dung (Anm. d. Red.: Neu­ro­lin­guis­ti­sches Pro­gram­mie­ren; Tech­ni­ken zur Ver­bes­se­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on) ge­macht und eine Aus- bil­dung zum Men­tal­trai­ner. So habe ich ver­sucht, mein Trai­ner­bild zu er­wei­tern.
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