Vom Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men zum Global Player

GESPRÄCH:

HBM August 2008

Herr Ma­hin­dra, Sie ha­ben 1991 das Ru­der bei der Ma­hin­dra & Ma­hin­dra Group (M&M) über­nom­men, als die Re­gie­rung den Markt in In­di­en öff­ne­te und die Un­ter­neh­men plötz­lich ei­nem un­ge­wohn­ten Wett­be­werb aus­ge­setzt wa­ren. Nun wol­len Sie M&M zu ei­nem Glo­bal Player ma­chen, ob­wohl Ihr Un­ter­neh­men auf dem Hei­mat­markt in ei­nem in­ten­si­ven Wett­be­werb mit west­li­chen mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen steht. Ist das die größ­te Her­aus­for­de­rung, vor der Sie bis­her ge­stan­den ha­ben?
MA­HIN­DRA Wir sa­gen oft, dass das Schick­sal der M&M Group un­trenn­bar mit dem Schick­sal In­diens ver­bun­den ist. Bei­de sind un­ge­fähr zur glei­chen Zeit ent­stan­den: In­di­en 1947, M&M 1945. Der Kon­zern hat die­sel­ben Hö­hen und Tie­fen durch­lebt wie die ge­sam­te in­di­sche Wirt­schaft. In un­se­rer 63-jäh­ri­gen Ge­schich­te gab es drei Pha­sen.
Am An­fang ver­kauf­ten mein Groß­va­ter J. C. Ma­hin­dra und mein Groß­on­kel K. C. Ma­hin­dra Jeeps, die vor Ort im Rah­men ei­ner Li­zenz des US-Au­to­bau­ers Wil­lys-Over­land Mo­tors ge­baut wur­den. Wie vie­le an­de­re In­der glaub­ten mein Groß­va­ter und mein Groß­on­kel an die Glo­ba­li­sie­rung, und so gin­gen sie in den 50er und 60er Jah­ren Ko­ope­ra­tio­nen mit ei­ner Rei­he aus­län­di­scher Un­ter­neh­men ein, dar­un­ter Chrys­ler, Dr. Beck, In­ter­na­tio­nal Har­ves­ter und na­tür­lich Wil­lys.

Die zwei­te Pha­se be­gann in den 60er Jah­ren, als In­di­en eine „ge­schlos­se­ne“ Wirt­schaft wur­de. M&M wur­de trä­ge, wie an­de­re in­di­sche Kon­zer­ne auch. Wir muss­ten kei­ne Tech­no­lo­gie ent­wi­ckeln oder im­por­tie­ren, denn wir hat­ten ja kei­ne große Kon­kur­renz. Au­ßer­dem hät­te die Re­gie­rung uns oh­ne­hin nicht er­laubt, die Ka­pa­zi­tät aus­zu­wei­ten. Statt­des­sen stieg der Kon­zern in ver­schie­de­ne Bran­chen ein, die nichts mit­ein­an­der zu tun hat­ten, etwa Lea­sing von Öl­bohr­in­seln, Mess­tech­nik, Che­mi­ka­li­en, Glas­fa­ser­pro­duk­te und Atom­kraft.
1991 öff­ne­te sich In­di­en plötz­lich. Da­mit be­gann un­se­re drit­te Ent­wick­lungs­pha­se. 1994 half ich da­bei, den Kon­zern so um­zu­struk­tu­rie­ren, dass er für die Li­be­ra­li­sie­rung und Glo­ba­li­sie­rung der Wirt­schaft ge­rüs­tet war. M&M wur­de um­ge­baut: von ei­ner funk­tio­nal ge­glie­der­ten Or­ga­ni­sa­ti­on zu ei­ner Un­ter­neh­mens­grup­pe, die in ver­schie­de­nen Bran­chen ak­tiv ist. Da­mals schu­fen wir sechs Spar­ten: Fahr­zeug­bau, Au­to­tei­le, Land­wirt­schaft, Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen, In­fra­struk­tur­ent­wick­lung und Soft­wa­re. Aus den an­de­ren Be­rei­chen zo­gen wir uns zu­rück. Wir krem­pel­ten die Pro­zes­se völ­lig um, stell­ten neue Mit­ar­bei­ter ein, in­ves­tier­ten in IT und re­du­zier­ten die Be­leg­schafts­grö­ße. Trotz all die­ser Maß­nah­men ent­wi­ckel­te sich die M&M-Ak­tie schlech­ter als der in­di­sche Lei­t­in­dex. Für die In­ves­to­ren wa­ren wir kein Blue­chip im Sin­ne ei­ner erst­klas­si­gen Stan­dar­dak­tie mehr. Im Ja­nu­ar 2002 nahm die Bom­bay Stock Ex­change un­se­re Ak­tie so­gar aus dem Lei­t­in­dex Sen­sex (BSE Sen­si­ti­vi­ty In­dex) her­aus.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
10
Zeichen:
37.547
Nachdrucknummer:
200808070
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
Nach oben