In­no­va­ti­ons­kil­ler Kennzahlen

INVESTITIONSRECHNUNG:

HBM Mai 2008

Seit Jah­ren fra­gen wir uns, wa­rum so vie­le in­tel­li­gen­te, en­ga­gier­te Ma­na­ger in gut ge­führ­ten Un­ter­neh­men ein­fach kei­ne er­folg­rei­chen In­no­va­tio­nen auf den Weg brin­gen. Eine Rei­he von Ur­sa­chen ha­ben wir be­reits in frü­he­ren Bü­chern und Ar­ti­keln ana­ly­siert. Zu den Grün­den zäh­len un­ter an­de­rem, dass Un­ter­neh­men sich zu sehr auf ihre pro­fi­ta­bels­ten Kun­den kon­zen­trie­ren (und da­mit die an­de­ren, we­ni­ger in­ter­essan­ten aufs Spiel set­zen) und dass sie neue Pro­duk­te schaf­fen, die den Kun­den nicht den ge­wünsch­ten Nut­zen brin­gen.
In die­sem Bei­trag ge­hen wir auf fi­nan­zi­el­le Kenn­zah­len und An­sät­ze ein, die als „Kom­pli­zen“ an der „Ver­schwö­rung“ ge­gen er­folg­rei­che In­no­va­tio­nen be­tei­ligt sind, weil sie falsch ein­ge­setzt wer­den. Wir be­schul­di­gen die­se drei Ver­däch­ti­gen:
n Dis­coun­ted-Cas­h­flow-Me­tho­de und Ka­pi­tal­wert­me­tho­de (Net Pre­sent Va­lue): Ma­na­ger, die mit die­sen Ver­fah­ren po­ten­zi­el­le In­ves­ti­tio­nen be­wer­ten, un­ter­schät­zen die tat­säch­li­che Ren­di­te und die an­de­ren Vor­tei­le, die In­ves­ti­tio­nen in In­no­va­tio­nen mit sich brin­gen.
n Fix­kos­ten und ver­sun­ke­ne Kos­ten (Sunk Costs): Die Art und Wei­se, wie ge­ra­de eta­blier­te Un­ter­neh­men die­se bei­den Kos­ten­ar­ten bei ih­ren In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen ein­set­zen, hemmt sie im Wett­be­werb mit Markt­neu­lin­gen und ver­schafft die­sen einen un­ge­recht­fer­tig­ten Vor­teil.
n Ge­winn je Ak­tie: Da die­se Kenn­zahl zur wich­tigs­ten Trieb­fe­der für den Ak­ti­en­kurs und so­mit für den Share­hol­der-Va­lue ge­macht wird - und al­les an­de­re prak­tisch un­ter den Tisch fällt -, wer­den kei­ne In­ves­ti­tio­nen ge­tä­tigt, die sich erst mit­tel- bis lang­fris­tig aus­zah­len.
Da­mit kei­ne Miss­ver­ständ­nis­se ent­ste­hen: Dies sind kei­ne schlech­ten Werk­zeu­ge und Kon­zep­te. Aber die Art, wie sie bei der In­ves­ti­ti­ons­rech­nung in der Re­gel ein­ge­setzt wer­den, wirkt In­no­va­tio­nen sys­te­ma­tisch ent­ge­gen. Wir schla­gen Al­ter­na­ti­ven vor, mit de­nen Ma­na­ger den künf­ti­gen Wert von In­no­va­tio­nen un­se­rer Er­fah­rung nach deut­lich bes­ser und zu­tref­fen­der be­ur­tei­len kön­nen. Pri­mär geht es uns aber dar­um, die­se Pro­ble­me erst ein­mal ans Ta­ges­licht zu brin­gen, in der Hoff­nung, dass an­de­re mit mehr Er­fah­rung sich da­mit be­schäf­ti­gen und Lö­sun­gen ent­wi­ckeln.
Dis­coun­ted Cas­h­flow und Ka­pi­tal­wert - falsch an­ge­wen­det
Der ers­te ir­re­füh­ren­de und falsch an­ge­wen­de­te An­satz ist die Dis­coun­ted-Cas­h­flow-(DCF-)Me­tho­de, mit der der Ka­pi­tal­wert (Net Pre­sent Va­lue, NPV) ei­ner In­ves­ti­ti­on er­rech­net wird. Da­bei wer­den künf­ti­ge Zah­lungs­strö­me dis­kon­tiert, um ih­ren Bar­wert zu er­mit­teln. Der An­satz setzt vor­aus, dass es ei­nem ra­tio­nal han­deln­den In­ves­tor egal ist, ob er heu­te einen Euro in der Hand hat oder in ein paar Jah­ren einen Euro plus Ren­di­te für die In­ves­ti­ti­on sei­nes Gel­des. Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung ist es ab­so­lut fol­ge­rich­tig, bei In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen die künf­ti­gen Zah­lungs­über­schüs­se durch (1+r)n zu di­vi­die­ren. r ist der Dis­kon­tie­rungs­fak­tor, das heißt die jähr­li­che Ren­di­te, die die In­ves­ti­ti­on ab­wer­fen soll; n ist der in Jah­ren ge­rech­ne­te Zeit­raum, in dem die In­ves­ti­ti­on Ren­di­te er­wirt­schaf­ten kann.
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