Einfach fitter für den Job

SELBSTMANAGEMENT:

HBM Februar 2008

Ste­ve Wan­ner ist ein an­ge­se­he­ner Part­ner bei der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft Ernst & Young. Er ist 37 Jah­re alt, ver­hei­ra­tet und hat vier klei­ne Kin­der. Als ich ihn vor ei­nem Jahr ken­nen­lern­te, ar­bei­te­te er 12 bis 14 Stun­den pro Tag, fühl­te sich stän­dig er­schöpft und hat­te Schwie­rig­kei­ten, sich abends auf sei­ne Fa­mi­lie ein­zu­las­sen. Das frus­trier­te ihn zu­tiefst; Schuld­ge­füh­le plag­ten ihn. Wan­ner sch­lief schlecht, nahm sich kaum Zeit für Sport und aß sel­ten et­was Ge­sun­des. Es­sen war für ihn ein not­wen­di­ges Übel, das er häu­fig un­ter­wegs oder wäh­rend der Ar­beit an sei­nem Schreib­tisch er­le­dig­te.
Was Ste­ve Wan­ner er­lebt hat, ist kei­nes­wegs der Ex­trem­fall. Wenn die An­for­de­run­gen im Job stei­gen, rea­gie­ren die meis­ten von uns mit Über-stun­den. Und die­se for­dern zwangs­läu­fig ih­ren Tri­but - in Form kör­per­li­cher, psy­chi­scher und emo­tio­na­ler Pro­ble­me. Be­schäf­tig­te en­ga­gie­ren sich we­ni­ger für ihre Ar­beit und las­sen sich leich­ter ab­len­ken; die Fluk­tua­ti­on in der Be­leg­schaft nimmt zu, und die Krank­heits­kos­ten stei­gen. Mei­ne Kol­le­gen von „The Ener­gy Pro­ject“ und

ich ha­ben in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren Kon­zer­ne als Trai­ner und Be­ra­ter un­ter­stützt und da­bei mit Tau­sen­den Füh­rungs­kräf­ten zu­sam­men­ge­ar­bei­tet. In er­staun­li­cher Über­ein­stim­mung be­rich­ten uns all die­se Ma­na­ger, dass sie sich selbst im­mer stär­ker an­trie­ben, um den An­for­de­run­gen ge­recht zu wer­den. Gleich­zei­tig ha­ben sie je­doch das Ge­fühl, bald am Ende ih­rer Kräf­te zu sein.
Das Pro­blem mit Über­stun­den be­steht dar­in, dass Zeit ein be­grenz­tes Gut ist. Das kann man von Ener­gie nicht sa­gen. Die Phy­sik de­fi­niert Ener­gie als die Fä­hig­keit, Ar­beit zu ver­rich­ten. Beim Men­schen speist sich Ener­gie aus vier Quel­len: Kör­per, Emo­tio­nen, Ver­stand und das Emp­fin­den von Sinn­haf­tig­keit. An je­dem die­ser vier Punk­te kann man an­set­zen, um sei­ne Ener­gie sys­te­ma­tisch aus­zu­bau­en und zu er­neu­ern. Da­für braucht es Ri­tua­le - Ver­hal­tens­wei­sen, die zu­nächst be­wusst und zu ganz be­stimm­ten Zei­ten prak­ti­ziert wer­den. Ziel ist, dass sie so schnell wie mög­lich un­be­wusst und au­to­ma­tisch ab­lau­fen.
Un­ter­neh­men, die ih­rer Be­leg­schaft neu­en Schwung ge­ben möch­ten, müs­sen um­den­ken. Die Fra­ge darf nicht lau­ten: Wie kann ich mehr aus mei­nen Leu­ten her­aus­ho­len? Son­dern: Wie kann ich mehr in sie in­ves­tie­ren, da­mit sie mo­ti­viert sind, sich in ih­rem Job stär­ker ein­zu­brin­gen? Die Mit­ar­bei­ter müs­sen er­ken­nen, wel­ches Ver­hal­ten ihre Ener­gie­re­ser­ven auf­zehrt. Und sie müs­sen die Ver­ant­wor­tung da­für über­neh­men, die­ses Ver­hal­ten zu än­dern - ganz gleich, mit wel­chen An­for­de­run­gen sie kon­fron­tiert sind.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
10
Zeichen:
40.360
Nachdrucknummer:
200802068
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben