Die besten 10 Ideen

HARVARD-AGENDA 2008:

HBM Februar 2008

So­zia­le Netz­wer­ke: [1] Wirt­schaft 2.0
Die Me­dien­bran­che spürt den Um­bruch schon heu­te, Ban­ken und Ener­gie wird es wohl ähn­lich er­ge­hen: Kon­su­men­ten pro­du­zie­ren selbst Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen und schlie­ßen sich zu im­mer grö­ße­ren Grup­pen zu­sam­men. Da­mit dro­hen sie die Ge­schäfts­mo­del­le tra­di­tio­nel­ler An­bie­ter zu zer­stö­ren.
von Stan Stal­na­ker
Peer-to-Peer-(P2P-)Netz­wer­ke, also die Zu­sam­men­ar­beit gleich­be­rech­tig­ter Com­pu­ter­nut­zer über das In­ter­net, ha­ben für er­heb-li­che Un­ru­he in der Me­dien­bran­che ge­sorgt. Sie ha­ben den In­for­ma­ti­ons­fluss ra­di­kal ver­än­dert: An die Stel­le we­ni­ger Quel­len (wie Zei­tungs­ver­la­ge, Hol­ly­wood-Stu­di­os und große Plat­ten­fir­men), die an vie­le Emp­fän­ger Da­ten über­mit­teln, tre­ten vie­le Quel­len (Blogs, Vi­deo­por­ta­le wie You­Tu­be und Da­ten­tausch­bör­sen), die gleich­zei­tig In­for­ma­tio­nen ver­brei­ten. Die Mög­lich­keit Ein­zel­ner, In­hal­te - in Form von Nach­rich­ten, Fil­men und Mu­sik - zu­gleich zu kon­su­mie­ren und zu kre­ie­ren, ge­fähr­det die tra­di­tio­nel­len An­bie­ter er­heb­lich. Ein Bei­spiel sind die Schwie­rig­kei­ten der eta­blier­ten US-Zei­tungs­ver­la­ge; die Ak­ti­en­kur­se der größ­ten vier Ver­lags­häu­ser sind in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren zwi­schen 10 und 50 Pro­zent ge­fal­len, trotz all­ge­mein stei­gen­der Kur­se.
Ein Schock wie der, der die Me­di­en traf, droht auch an­de­ren Bran­chen - viel­leicht so­gar ein noch fol­gen­rei­che­rer. Fi­nanz­dienst­leis­ter be­gin­nen ihn be­reits zu spü­ren. Ein An­fang sind die so­ge­nann­ten Mi­kro­kre­di­te: Dorf­be­woh­ner in den Ent­wick­lungs­län­dern schlie­ßen sich zu­sam­men und lei­hen sich re­la­tiv klei­ne Geld­be­trä­ge bei ei­ner Bank; da­bei bür­gen die Grup­pen­mit­glie­der ge­mein­sam. Kom­bi­nie­ren Sie dies mit den Mög­lich-kei­ten glo­ba­ler di­gi­ta­ler Netz­wer­ke, dann be­ginnt sich ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell für die Fi­nanz­bran­che ab­zu­zeich­nen.
P2P-Fi­nanz­sys­te­me könn­ten in der Ban­ken­bran­che das wie­der­ho­len, was in den Me­di­en be­reits pas­siert ist. On­li­ne-An­ge­bo­te wie Kiva.org, Prosper.com und LendingClub.com ver­schaf­fen den Ver­brau­chern in den In­dus­trie­na­tio­nen be­reits Zu­gang zu Mi­kro­kre­di­ten. Bei ih­nen ist je­der Teil­neh­mer eine klei­ne Bank; den Be­tei­lig­ten fällt es leich­ter, klei­ne Sum­men zu lei­hen, weil sie sich ken­nen oder sich zu­min­dest - auf­grund des so­zia­len Netz­werks, das die On­li­ne-An­ge­bo­te schaf­fen - ver­trau­en.
Es ist nur eine Fra­ge der Zeit, bis die­se di­gi­ta­len Sys­te­me die Zinss­pan­ne er­heb­lich re­du­zie­ren, von der große Ban­ken heu­te noch pro­fi­tie­ren, in­dem sie Kre­di­te mit ei­nem Zins­satz von 15 Pro­zent ver­ge­ben und auf Ka­pi­tal­ein­la­gen nur un­ge­fähr 5 Pro­zent Zin­sen ge­wäh­ren. Wa­rum soll­ten Sie Ge­schäf­te mit ei­ner Bank ma­chen, wenn die Kre­dit- und die Ha­ben-zin­sen Ih­res Netz­werks je­weils bei 7 Pro­zent lie­gen? Um die At­trak­ti­vi­tät solch ei­nes Sys­tems zu ver­ste­hen: Stel­len Sie sich vor, Ihre lo­ka­le Ge­nos­sen­schafts­bank wür­de so er­folg­reich wie das In­ter­ne­t­an­ge­bot MySpace Mit­glie­der ak­qui­rie­ren und zwi­schen die­sen ein so­zia­les Netz knüp­fen.
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