Von großen und kleinen Fischen

GESPRÄCH:

HBM Dezember 2007

Die Evo­lu­ti­ons­theo­rie hat nicht nur die Bio­lo­gie ra­di­kal ver­än­dert, auch vie­le Ma­na­ge­ment­vor­den­ker ha­ben sich von den Er­kennt­nis­sen Charles Dar­wins in­spi­rie­ren las­sen. So hat etwa der be­kann­te Best­sel­ler­au­tor Gary Ha­mel auf Evo­lu­ti­ons­prin­zi­pi­en zu­rück­ge­grif­fen, um sein Kon­zept der stra­te­gi­schen An­pas­sungs­fä­hig­keit zu ent­wi­ckeln, mit dem Ma­na­ger auf ra­san­te Um­feld­ver­än­de­run­gen rea­gie­ren kön­nen. Auch in der Or­ga­ni­sa­ti­ons­theo­rie ar­bei­ten vie­le For­scher mit Evo­lu­ti­ons­be­grif­fen wie Va­ria­ti­on und Se­lek­ti­on, um die Ent­ste­hung neu­er, bes­ser den Markt­ge­ge­ben­hei­ten an­ge­pas­s­ter Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men zu er­klä­ren. Wir ha­ben uns da­her mit Man­fred Mi­lin­ski, ei­nem der füh­ren­den deut­schen Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gen, ge­trof­fen, um mit ihm die neues­ten Er­kennt­nis­se sei­nes Fachs und de­ren Kon­se­quen­zen für das Ma­na­ge­ment zu dis­ku­tie­ren.
Vie­le Un­ter­neh­men müs­sen sich ge­gen ag­gres­si­ve Wett­be­wer­ber be­haup­ten. Hat die Evo­lu­ti­on Stra­te­gi­en ent­wi­ckelt, die Ma­na­gern hel­fen kön­nen, in sol­chen er­bar­mungs­lo­sen Kon­kur­renz­kämp­fen zu über­le­ben?
Mi­lin­ski Eine Ant­wort lau­tet: Sex. Die ge­fähr­lichs­ten Geg­ner der Men­schen und der meis­ten an­de­ren hö­he­ren Le­be­we­sen sind nicht Fress­fein­de wie Lö­wen oder Wöl­fe, son­dern Pa­ra­si­ten und Krank­heits­er­re­ger. Die­se ver­wan­deln sich so schnell, dass un­ser Im­mun­sys­tem kaum mit­hal­ten kann. Um ganz neue Kom­bi­na­tio­nen von Ab­wehr­zel­len zu bil­den, die neue bös­ar­ti­ge Bak­te­ri­en oder Vi­ren be­kämp­fen kön­nen, ist die se­xu­el­le Fort­pflan­zung un­ver­zicht­bar. Denn die Im­mun­ge­ne der Mut­ter und des Va­ters mi­schen sich in ei­nem Kind zu ei­ner neu­en Kom­bi­na­ti­on. Auf die­se Wei­se kann es neue Im­mun­zell­kom­bi­na­tio­nen bil­den, die es zu­vor nicht gab, und sich so - hof­fent­lich - ge­gen bös­ar­ti­ge Er­re­ger weh­ren.
Wür­de die mo­der­ne Me­di­zin alle In­fek­ti­ons­krank­hei­ten be­sie­gen, könn­ten wir auf die se­xu­el­le Fort­pflan­zung ver­zich­ten. Die hat schließ­lich einen ho­hen Preis: Ein Va­ter oder eine Mut­ter ge­ben je­weils nur 50 Pro­zent der ei­ge­nen Erb­an­la­gen wei­ter. Bei der un­ge­schlecht­li­chen Ver­meh­rung wür­de die Mut­ter 100 Pro­zent ih­rer Gene ver­er­ben. Denn das ist das Ziel der Evo­lu­ti­on: Mög­lichst vie­le der ei­ge­nen Gene an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­zu­ge­ben.
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