Im Labyrinth der Karriere

MANAGERINNEN:

HBM Dezember 2007

Nach ei­ner falschen Dia­gno­se wird sel­ten das rich­ti­ge Me­di­ka­ment ver­schrie­ben. So er­klärt sich auch, wa­rum in den Vor­stand­se­ta­gen der Wirt­schaft im­mer noch so we­ni­ge Frau­en zu fin­den sind. Es wird in Lö­sun­gen in­ves­tiert, die zwar mit den bes­ten Ab­sich­ten kon­zi­piert wur­den, aber nicht die ge­wünsch­te Wir­kung er­zie­len.
An der Exis­tenz des Pro­blems be­steht kein Zwei­fel. Ei­ner­seits ha­ben Frau­en in der Ar­beits­welt deut­li­che Fort­schrit­te ge­macht, denn mitt­ler­wei­le sind in den USA mehr als 40 Pro­zent al­ler Füh­rungs­pos­ten mit Frau­en be­setzt. An­de­rer­seits sind sie im Top­ma­na­ge­ment im­mer noch eine Sel­ten­heit. Neh­men wir ein­mal die best­be­zahl­ten Ma­na­ger der „For­tu­ne“-500-Un­ter­neh­men, die­je­ni­gen mit Ti­teln wie Chair­man, Pre­si­dent, CEO oder COO. Nur 6 Pro­zent sind weib­lich. Un­ter den CEOs sind es so­gar nur 2 Pro­zent, und nur 15 Pro­zent al­ler Stel­len in den Boards of Di­rec­tors sind mit Frau­en be­setzt.
In an­de­ren In­dus­tri­e­län­dern sieht es ähn­lich aus. Be­trach­tet man die Län­der der Eu­ro­päi­schen Uni­on, so liegt die Frau­en­quo­te im Top­ma­na­ge­ment der 50 größ­ten bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­men im Durch­schnitt bei 11 Pro­zent, von den Vor­stands- und Auf­sichts­rats­chefs stel­len sie 4 Pro­zent. Von den laut „For­tu­ne“ 500 größ­ten Un­ter­neh­men der Welt ha­ben nur sie­ben einen weib­li­chen CEO. Das ist ge­ra­de ein­mal ein Pro­zent. Wor­an liegt es, dass ein­fluss­rei­che Po­si­tio­nen so sel­ten mit Frau­en be­setzt sind?
1986 lie­fer­ten Ca­rol Hy­mo­witz und Ti­mo­thy Schell­hardt vom „Wall Street Jour­nal“ der Welt eine Ant­wort: „Selbst die we­ni­gen Frau­en, die kon­ti­nu­ier­lich in hö­he­re Po­si­tio­nen auf­stie­gen, schei­ter­ten letzt­lich an ei­nem un­sicht­ba­ren Hin­der­nis. Das Top­ma­na­ge­ment schi­en in Reich­wei­te, doch es ge­lang ih­nen ein­fach nicht, die Glas­de­cke zu durch­bre­chen.“ Die Me­ta­pher von der glä­ser­nen De­cke stieß - nicht zu­letzt we­gen der Il­lus­tra­tio­nen, mit de­nen der Ar­ti­kel ge­stal­tet war - auf große Re­so­nanz. Sie drück­te aus, wie frus­trie­rend es ist, wenn ein Ziel zum Grei­fen nahe scheint, aber trotz­dem un­er­reich­bar bleibt.
Um kei­ne Miss­ver­ständ­nis­se auf­kom­men zu las­sen: Es gab Zei­ten, in de­nen die Hür­den tat­säch­lich un­über­wind­lich wa­ren. Noch in den 80er Jah­ren wur­de Frau­en der Zu­gang zu Spit­zen­po­si­tio­nen im Ma­na­ge­ment aus­drück­lich ver­wehrt. Man den­ke nur dar­an, wie der frü­he­re US-Prä­si­dent Ri­chard Ni­xon be­grün­de­te, wa­rum er kei­ne Frau in ein Amt am Obers­ten Ge­richts­hof der USA be­ru­fen wür­de: "Ich
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