Was Mitarbeiter wirklich denken

PSYCHOLOGIE:

HBM September 2007

Wenn Ihr Un­ter­neh­men vom Wis­sen sei­ner Mit­ar­bei­ter lebt, dann ist die Be­deu­tung von Denk­ver­mö­gen am Ar­beits­platz of­fen­sicht­lich. Sie stel­len Mit­ar­bei­ter mit ho­her In­tel­li­genz ein und er­mög­li­chen ih­nen einen ein­fa­chen Zu­griff auf re­le­van­te In­for­ma­tio­nen. Wahr­schein­lich sind Sie sich auch der Wir­kung von An­reiz­sys­te­men be­wusst und ka­na­li­sie­ren die in­tel­lek­tu­el­le Ener­gie mit­hil­fe for­ma­ler Ver­gü­tungs­sys­te­me. Da­bei fällt je­doch un­ter Um­stän­den ein wei­te­rer ent­schei­den­der Fak­tor für die Ar­beits­leis­tung der Wis­sens­ar­bei­ter un­ter den Tisch: die Ge­dan­ken und Ge­füh­le, die sie bei der Ar­beit ha­ben.
Mit­ar­bei­ter sind, wenn sie auf die Er­eig­nis­se des Ar­beits­ta­ges rea­gie­ren und die­se Er­eig­nis­se ein­zu­ord­nen ver­su­chen, ei­nem kon­stan­ten Fluss von Emo­ti­ons-, Wahr­neh­mungs- und Mo­ti­va­ti­ons­häpp­chen aus­ge­setzt. Mit an­de­ren Wor­ten: Ihre Mit­ar­bei­ter le­gen ihre Ge­füh­le und Ge­dan­ken nicht wie einen Man­tel ab, wenn sie das Büro be­tre­ten. Weil das In­nen­le­ben der Mit­ar­bei­ter in mo­der­nen Un­ter­neh­men sel­ten zur Spra­che kommt, schluss­fol­gern Ma­na­ger oft über­eilt, dass pri­va­te Ge­dan­ken und Ge­füh­le am Ar­beits­platz kei­ne Rol­le spie­len.
In un­se­rer Ei­gen­schaft als Psy­cho­lo­gen be­schäf­ti­gen wir uns seit etwa ei­nem Jahr­zehnt mit dem Ar­beit­sall­tag. Un­se­re Er­for­schung der Ge­dan­ken- und Ge­fühls­welt der Mit­ar­bei­ter geht je­doch weit über eine in­tel­lek­tu­el­le Neu­gier an­ge­sichts des kom­ple­xen Zu­sam­men­spiels von Emo­tio­nen, Wahr­neh­mung und Mo­ti­va­ti­on hin­aus.

Im Mit­tel­punkt steht die aus Ma­na­ger­sicht äu­ßerst prag­ma­ti­sche Fra­ge, auf wel­che Wei­se sich die­se Fak­to­ren auf die Ar­beits­leis­tung aus­wir­ken.
Zur Un­ter­su­chung die­ser Fra­ge be­gan­nen wir ein For­schungs­pro­jekt, mit dem wir uns einen Ein­blick in die Ge­fühls- und Ge­dan­ken­welt zahl­rei­cher Wis­sens­ar­bei­ter ver­schaff­ten. Hier­für lie­ßen wir 238 Wis­sens­ar­bei­ter aus 26 Pro­jekt­teams für die Dau­er ih­rer Pro­jek­te ein Ar­beits­ta­ge­buch füh­ren. Aus bei­na­he 12 000 Ein­trä­gen konn­ten wir er­mit­teln, was sich in den Köp­fen der Mit­ar­bei­ter ab­spielt und wel­che Aus­wir­kun­gen die­se Ge­füh­le und Ge­dan­ken auf die Leis­tung der Mit­ar­bei­ter und so­mit des ge­sam­ten Un­ter­neh­mens ha­ben.
Viel­leicht sind Sie über­rascht, wie stark Ihr Ein­fluss als Ma­na­ger ist. Ihr Ver­hal­ten als Vor­ge­setz­ter hat er­heb­li­che Aus­wir­kun­gen dar­auf, was in Ih­ren Mit­ar­bei­tern vor­geht. Die wich­tigs­ten He­bel zur Steue­rung von Mo­ti­va­ti­on und Leis­tung sind je­doch even­tu­ell nicht die, die Sie ver­mu­ten wür­den.
Wel­che Rol­le Ge­dan­ken und Ge­füh­le spie­len
Ver­su­chen Sie, sich an den ver­gan­ge­nen Ar­beits­tag zu er­in­nern. Wel­chen Ein­blick hät­te ein ver­steck­ter Be­ob­ach­ter ge­won­nen, wenn er Ih­nen den gan­zen Tag bei der Ar­beit zu­ge­schaut hät­te? Er hät­te die von Ih­nen ge­schrie­be­nen E-Mails, die in Ta­bel­len ein­ge­ge­be­nen Zah­len und die er­stell­ten Be­rich­te le­sen kön­nen. Er hät­te die In­ter­ak­tio­nen in Be­spre­chun­gen und in in­for­mel­len Ge­sprä­chen auf dem Flur - mit Kol­le­gen, Mit­ar­bei­tern und Vor­ge­setz­ten - ver­folgt und ei­ner von Ih­nen durch­ge­führ­ten Prä­sen­ta­ti­on zu­ge­schaut. Er hät­te Ih­nen bei Te­le­fona­ten mit Kun­den, Lie­fe­ran­ten oder Be­ra­tern zu­ge­hört. Er hät­te Sie viel­leicht da­bei be­ob­ach­tet, wie Sie ge­dan­ken­ver­sun­ken vor ei­nem Blatt Pa­pier sit­zen und sich No­ti­zen ma­chen.
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