Jung­un­ter­neh­mer mit Start­schwie­rig­kei­ten

FALLSTUDIE:

HBM Juni 2007

Von sei­nem Aus­sichts­punkt blick­te Chris­ti­an Har­bin­son auf die fun­keln­den Lich­ter von San Fran­cis­co, über die ma­le­ri­sche Bucht der Stadt bis zu den Hü­geln von Sau­sa­li­to.
„Es gibt nichts Bes­se­res als eine an­stren­gen­de Wan­de­rung, um vor ei­ner wich­ti­gen Sit­zung einen kla­ren Kopf zu be­kom­men“, dach­te er. Es war ein war­mer Mär­z­abend, und der 35-jäh­ri­ge Ge­schäfts­füh­rer ei­ner Wag­nis­ka­pi­tal­fir­ma mach­te sich Ge­dan­ken über eine Emp­feh­lung, die er am nächs­ten Mor­gen dem In­vest­men­taus­schuss sei­ner Fir­ma ge­ben muss­te. Es ging um ein jun­ges Un­ter­neh­men na­mens Se­ven Peaks und des­sen Grün­der Jack Bran­don.
Se­ven Peaks hat­te einen in­no­va­ti­ven Kau­ter ent­wi­ckelt, eine Art Elek­tro­s­kal­pell, das bei Ope­ra­tio­nen zum Blut­stil­len und zum Schnei­den ver­wen­det wird. Doch trotz her­vor­ra­gen­der Rück­mel­dun­gen von­sei­ten der Chir­ur­gen ver­lief der Ver­kauf mehr als schlep­pend.
Scharf­stein Wee­kes, eine Wag­nis­ka­pi­tal­fir­ma mit Sitz in Palo Alto, für die Har­bin­son ar­bei­te­te, hat­te von den 100 Mil­lio­nen Dol­lar aus ih­rem neu auf­ge­leg­ten zwei­ten Fonds 600 000 Dol­lar in Se­ven Peaks in­ves­tiert. Die ge­gen­wär­ti­ge In­vest­ment­stra­te­gie von Scharf­stein Wee­kes kon­zen­trier­te sich auf jun­ge Un­ter­neh­men im Be­reich Me­di­zin­tech­nik.
Se­ven Peaks war ein ty­pi­sches In­ves­ti­ti­ons­ob­jekt für die Fir­ma, die be­vor­zugt bei viel­ver­spre­chen­den Pro­jek­ten in ei­ner frü­hen Pha­se vor­sich­tig ein­stieg und nach dem Er­rei­chen ers­ter Etap­pen­zie­le für die Ent­wick­lung und Ver­mark­tung wei­te­re In­ves­ti­ti­ons­run­den fol­gen ließ. Das An­fangs­ka­pi­tal von 600 000 Dol­lar war nun fast ver­braucht, und Har­bin­son und sei­ne Kol­le­gen muss­ten ent­schei­den, ob sie mehr Geld in das un­ter Druck ste­hen­de Un­ter­neh­men in­ves­tie­ren soll­ten.
Bran­don hat­te um wei­te­re 400 000 Dol­lar für Se­ven Peaks ge­be­ten, um ein zwei­tes Pro­dukt zu ent­wi­ckeln, das auf der­sel­ben in­no­va­ti­ven Tech­no­lo­gie ba­sie­ren soll­te.
Bran­don zeig­te sich nach wie vor über­zeugt von sei­ner Ent­de­ckung und sei­nen Fä­hig­kei­ten, sie kom­mer­zi­ell zu ver­wer­ten. Har­bin­son war sei­ner­seits so­wohl von Bran­don als auch von dem Po­ten­zi­al der neu­en Tech­no­lo­gie be­ein­druckt. Doch ei­ni­ge der Se­nior­part­ner wa­ren sich des­sen nicht mehr so si­cher. „Be­deu­tet das nicht, ei­nem er­folg­lo­sen Pro­jekt noch mehr Geld hin­ter­her­zu­wer­fen?“, hat­te Joe Scharf­stein, der Mit­be­grün­der der Fir­ma, ge­fragt, als Har­bin­son dem In­vest­men­taus­schuss von Se­ven Peaks' An­fra­ge be­rich­te­te. „Ver­dient Jack Bran­don wirk­lich eine zwei­te Chan­ce?“
Plan A
Jack Bran­don war 37 Jah­re alt und aus­ge­bil­de­ter In­ge­nieur. Wäh­rend sei­ner be­ruf­li­chen Kar­rie­re hat­te er die meis­te Zeit in der Me­di­zin­tech­nik­bran­che im Be­reich For­schung und Ent­wick­lung ge­ar­bei­tet. Vor drei Jah­ren hat­te er durch Zu­fall ent­deckt, dass aus ei­ner be­stimm­ten Tit­an­le­gie­rung her­ge­stell­te In­stru­men­te wäh­rend chir­ur­gi­scher Ein­grif­fe we­sent­lich sel­te­ner am Zell­ge­we­be haf­ten blie­ben - ein Pro­blem, mit dem die meis­ten in der Elek­tro­chir­ur­gie tä­ti­gen Ärz­te zu kämp­fen hat­ten - als her­kömm­li­che Werk­zeu­ge aus rost­frei­em Stahl. Als Bran­d­ons Ar­beit­ge­ber sich da­ge­gen ent­schied, die­se Ent­de­ckung wei­ter­zu­ver­fol­gen, hat­te Bran­don sich ent­schlos­sen, den Sprung in die Selbst­stän­dig­keit zu wa­gen und die kom­mer­zi­el­le Ver­wer­tung sei­ner Ent­de­ckung selbst in die Hand zu neh­men.
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