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HBM Juni 2007

Ende 2006 gab es an der ame­ri­ka­ni­schen West­küs­te einen Che­mie­un­fall. Meh­re­re Dut­zend Men­schen wur­den ver­letzt, die alle im ört­li­chen Kran­ken­haus ver­sorgt wer­den soll­ten - doch Ärz­te und Pfle­ge­per­so­nal wa­ren mit der Si­tua­ti­on über­for­dert. Es gab re­gel­rech­te Bet­tenstaus, weil die Flu­re an man­chen Stel­len zu eng wa­ren, ei­ni­ge Pa­ti­en­ten rea­gier­ten all­er­gisch auf be­stimm­te Me­di­ka­men­te. Nach­dem alle Ver­letz­ten ver­sorgt wa­ren, er­kann­te das Ma­na­ge­ment: Auf einen der­ar­ti­gen An­sturm war die Kli­nik schlecht vor­be­rei­tet.
Glück­li­cher­wei­se war die­ser Fall eine Si­mu­la­ti­on. Ärz­te, Pfle­ger und Pa­ti­en­ten sa­ßen vor Com­pu­ter­bild­schir­men und spiel­ten die Ka­ta­stro­phe in ei­ner vir­tu­el­len Welt durch, die das ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men For­ter­ra ge­mein­sam mit ei­ner Kli­nik ent­wi­ckelt hat und be­treibt. In die­ser Welt wa­ren der Ort und die Kli­nik de­tail­ge­treu nach­ge­baut - bis hin zu funk­ti­ons­tüch­ti­gen me­di­zi­ni­schen Dia­gno­se­ge­rä­ten.
Vir­tu­el­le Wel­ten wer­den in ei­nem Atem­zug mit neu­en Werk­zeu­gen ge­nannt, die un­ter dem Ober­be­griff Web 2.0 der­zeit für Fu­ro­re sor­gen. Vie­le Un­ter­neh­men set­zen die­se Tech­no­lo­gi­en be­reits ein. Doch oft ist die Ent­täu­schung groß, weil die

durch den Hype er­zeug­ten Er­war­tun­gen nicht er­füllt wur­den. Denn ei­nes ist all die­sen An­ge­bo­ten ge­mein: Nur wer ein Ziel oder et­was mit­zu­tei­len hat, wird vom Web 2.0 pro­fi­tie­ren. In dem vor­lie­gen­den Bei­trag wol­len wir der Fra­ge nach­ge­hen, wie Kom­mu­ni­ka­ti­on, Wis­sens­ma­na­ge­ment, Mar­ke­ting, Fort­bil­dung, Ent­wick­lung und Pro­zess­ma­na­ge­ment von Web-2.0-Werk­zeu­gen pro­fi­tie­ren kön­nen - und wo de­ren Gren­zen lie­gen.
Wie ver­brei­tet Web-2.0-An­wen­dun­gen in Un­ter­neh­men sind, zeigt eine Um­fra­ge der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung McKin­sey vom Ja­nu­ar 2007. Dem­nach nutzt je­der Zwei­te der 2847 welt­weit be­frag­ten Ma­na­ger ko­ope­ra­ti­ve Ar­beits­platt­for­men oder plant de­ren Ein­satz, um ge­mein­sam an Pro­jek­ten zu ar­bei­ten. Sie nut­zen da­bei We­bser­vices, also Pro­gram­me, die Da­ten über stan­dar­di­sier­te Schnitt­stel­len an­bie­ten wie Goo­gle Maps, oder So­ci­al Soft­wa­re - also An­ge­bo­te, mit de­ren Hil­fe vie­le Nut­zer ge­mein­sam In­for­ma­tio­nen aus­tau­schen wie das Vi­deo­por­tal You Tube.
37 Pro­zent der Un­ter­neh­men be­schäf­ti­gen sich mit Netz­werk­an­ge­bo­ten und ex­pe­ri­men­tie­ren mit ent­spre­chen­den Diens­ten wie den Adress­da­ten­ban­ken und Net­wor­king­platt­for­men Lin­ke­dIn oder Xing/OpenBC (sie­he Glossar Sei­te 94). Je­des drit­te Un­ter­neh­men schließ­lich will Wi­kis, also von je­der­mann be­ar­beit­ba­re Web-Sei­ten wie die On­li­ne-En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia, ein­set­zen, um In­for­ma­tio­nen schnel­ler und ef­fi­zi­en­ter im Un­ter­neh­men zu ver­brei­ten.
Die Fol­ge: In na­he­zu al­len Be­rei­chen des Ma­na­ge­ments zeich­nen sich Ver­än­de­run­gen ab, die zu noch en­ge­rer Zu­sam­men­ar­beit und noch in­ten­si­ver­em In­for­ma­ti­ons­aus­tausch auch über Un­ter­neh­mens­gren­zen hin­weg füh­ren wird. Kon­su­men­ten ver­net­zen sich mit an­de­ren Kon­su­men­ten und wer­den zu ei­nem Macht­fak­tor. Un­ter­neh­men wie Ama­zon oder BMW su­chen ganz be­wusst den Kon­takt mit den Kun­den und ge­win­nen so wert­vol­le An­re­gun­gen für neue Ge­schäfts­mo­del­le und Pro­duk­te. Schließ­lich ver­net­zen sich auch Un­ter­neh­men wie IBM und Proc­ter & Gam­ble un­ter­ein­an­der, bil­den In­no­va­ti­ons­net­ze und tei­len sich Res­sour­cen.
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