Reiz und Risiken der 70-Stunden-Woche

ARBEITSWELT:

HBM Juni 2007

Für mei­nen Job (im Be­reich Mer­gers and Ac­qui­si­ti­ons ei­ner In­vest­ment­bank) ar­bei­te ich je­den Tag min­des­tens 14 bis 15 Stun­den, muss per­ma­nent auf Han­dy und Black­ber­ry er­reich­bar sein. Auf der einen Sei­te lernt man da­durch viel schnel­ler (klar, man ar­bei­tet mehr), auf der an­de­ren Sei­te sind die Be­las­tung und der Druck sehr hoch. Ich fin­de es okay, dies für ei­ni­ge Jah­re zu ma­chen, da ich auf die­sem Wege eine gute Po­si­ti­on und Wis­sen er­ar­bei­ten kann." So be­schreibt eine In­ter­n­et­nut­ze­rin mit dem Pseud­onym Emely13 ihre Kar­rie­re­plä­ne auf ma­na­ger-magazin.de. Sie zählt zur wach­sen­den Zahl von Füh­rungs­kräf­ten, die be­reit­wil­lig 60 oder 70 Stun­den die Wo­che ar­bei­ten, kaum Pri­vat­le­ben ha­ben - und den­noch mit ih­rem Le­ben zu­frie­den sind.
In den USA ha­ben die Wis­sen­schaft­le­rin Syl­via Ann Hew­lett und die Ernst&Young-Part­ne­rin Ca­ro­lyn Buck Luce die­se Grup­pe hoch mo­ti­vier­ter, leis­tungs­star­ker Top­ta­len­te ge­nau­er un­ter­sucht und für sie den Be­griff der Ex­trem­job­ber ge­prägt (sie­he Ser­vice­kas­ten Sei­te 50). Fin­det sich die­se Art von Spit­zen­kräf­ten aber auch in Deutsch­land? Um die­se Fra­ge zu be­ant­wor­ten, ha­ben die Be­ra­tung Kien­baum Ma­na­ge­ment Con­sul­tants und der Har­vard Busi­ness­ma­na­ger deut­sche Füh­rungs­kräf­te ge­be­ten, ihre Ar­beits­si­tua­ti­on zu schil­dern und zu be­wer­ten.
Die Ant­wor­ten der 142 Ma­na­ger be­le­gen klar: Auch hier­zu­lan­de gibt es Ex­trem­job­ber, und ihre Zahl wird an­ge­sichts der wach­sen­den Ar­beits­be­las­tung noch zu­neh­men. Bei ih­nen han­delt es sich um Per­so­nen, die min­des­tens 60 Stun­den pro Wo­che ar­bei­ten, sehr gut ver­die­nen, für die Kun­den stän­dig ver­füg­bar sind, viel rei­sen und eine hohe Ver­ant­wor­tung tra­gen (für eine ge­naue De­fi­ni­ti­on sie­he den Kas­ten auf der rech­ten Sei­te).
Na­tür­lich hat es schon im­mer Ma­na­ger mit großer Ar­beits­be­las­tung ge­ge­ben. Doch heu­te füh­len sich vie­le von ih­nen nicht mehr als Ge­trie­be­ne im Hams­ter­rad, son­dern als stol­ze Hel­den der Ar­beit, als „Herr­scher des Uni­ver­sums“, wie sie Hew­lett und Luce iro­nisch nen­nen. So sa­gen 95 Pro­zent der be­frag­ten Deut­schen: „Mein Job macht mir Spaß.“ 87 Pro­zent be- to­nen: „Die Her­aus­for­de­rung ist mir wich­tig.“ 57 Pro­zent ge­ben als Mo­tiv für ih­ren Ein­satz an: „Ich be­kom­me An­er­ken­nung für mei­ne Leis­tung.“ So klin­gen kei­ne Wor­ka­ho­lics kurz vor dem Zu­sam­men­bruch.
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