Der taktlose Macher

FALLSTUDIE:

HBM März 2007

Und hier kön­nen sich die Ein­jäh­ri­gen aus­to­ben." Nicht ohne Stolz führ­te Evan Brey­er sei­ne Gäs­te in das Spiel­zim­mer der Klein­kin­der. Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de und Grün­der von Gro­wing Pla­ces konn­te sich nicht er­in­nern, wann er zu­letzt bei ei­ner Füh­rung durch die Vor­zei­ge­ein­rich­tung des Kon­zerns aus­ge­hol­fen hat­te - da­bei war es ge­ra­de die Kin­der­be­treu­ung, auf die sich sein Un­ter­neh­men spe­zia­li­siert hat­te. Ver­mut­lich war er seit der Grün­dung von Gro­wing Pla­ces vor sie­ben Jah­re nicht mehr hier ge­we­sen. Die­se Füh­rung war je­doch et­was Be­son­de­res. Es war wich­tig, dass er heu­te da­bei war, um die hoch­ka­rä­ti­gen Be­su­cher per­sön­lich zu be­treu­en. Ab­ge­se­hen da­von, mach­te es ihm großen Spaß, die Kin­der zu se­hen.
Judy Snow, Vice Pre­si­dent des Be­reichs Cor­po­ra­te Af­fairs, bat die Gäs­te ein­zu­tre­ten. Vier Kin­der, be­klei­det mit über­großen bun­ten T-Shirts, sa­ßen an ei­nem nie­ren­för­mi­gen Tisch, die Arme bis zu den El­len­bo­gen in Ra­sier­schaum ver­senkt. Die Be­geis­te­rung, mit der sie sich mit dem kleb­ri­gen Schaum be­schmier­ten, war nicht zu über­se­hen. „Das ist eine un­se­rer Sta­tio­nen zum Füh­len und Tas­ten“, er­läu­ter­te Snow den Be­su­chern. „Wie Sie se­hen, kommt sie gut an.“
Im hin­te­ren Teil des Raum­es durch­wühl­ten drei wei­te­re Kin­der eine rie­si­ge Spiel­zeug­tru­he und prä­sen­tier­ten den Be­su­chern ihre schöns­ten Beu­te­stücke: Die Elmo-Pup­pen aus der Se­sam­stra­ße hat­ten es ih­nen be­son­ders an­ge­tan. Snow deu­te­te auf ein Re­gal, in dem Do­sen mit Voll­korn­kek­sen, Ro­si­nen und Gold­fisch-Cra­ckern auf­ge­reiht wa­ren. „Möch­te je­mand einen Snack?“, frag­te sie scherz­haft in die Run­de. Ein klei­nes Mäd­chen, das eben noch hin­ge­bungs­voll mit sei­ner Ras­sel ge­spielt hat­te, ver­stand die­se Be­mer­kung of­fen­sicht­lich als Auf­for­de­rung an alle. Ohne zu zö­gern ließ es sein Spiel­zeug fal­len und taps­te er­war­tungs­voll hin­über zum Re­gal. Die Er­zie­he­rin, die den Be­häl­tern am nächs­ten war, nahm einen klei­nen Papp­be­cher und füll­te ihn mit Ro­si­nen. „Okay, Ada, aber nur ein paar.“ Judy schmun­zel­te und fuhr fort, ih­ren Gäs­ten die Mög­lich­kei­ten zur För­de­rung der kind­li­chen Fein­mo­to­rik zu er­läu­tern.
Nach­dem sie die Klein­kin­der hin­ter sich ge­las­sen hat­ten, kam Brey­er die Idee, auch einen Ab­ste­cher zu den Säug­lin­gen zu ma­chen. Das wür­de der Tour einen rüh­ren­den Ab­schluss ge­ben, be­vor sie Rob Mi­ran­da, den CEO von Gro­wing Pla­ces, zum Es­sen tra­fen.
Brey­er hat­te Snow ge­be­ten, die Be­sich­ti­gung zu or­ga­ni­sie­ren, um einen po­ten­zi­el­len Spon­sor für ein neu­es Pro­gramm zu ge­win­nen. Gro­wing Pla­ces plan­te, Kin­der aus be­dürf­ti­gen

Fa­mi­li­en bei den Kos­ten der Kin­der­be­treu­ung zu un­ter­stüt­zen. Ein Un­ter­neh­men wäre der idea­le Spon­sor, um die­se Un­ter­stüt­zung zu fi­nan­zie­ren. Der Wunsch­kan­di­dat war schnell ge­fun­den: Thri­vand, ein Her­stel­ler von Ba­by­milch, Früh­stücks­flo­cken und Nah­rung für Klein­kin­der, schi­en von al­len in Be­tracht kom­men­den Fir­men die viel­ver­spre­chends­te zu sein. Die Zu­schüs­se soll­ten zu­nächst an ei­ni­gen Kin­der­ta­ges­stät­ten an­ge­bo­ten wer­den, um an­schlie­ßend, wenn der Spon­sor die ers­te po­si­ti­ve Re­so­nanz in den Me­di­en ver­bu­chen konn­te, auch an­de­re Ein­rich­tun­gen in die För­de­rung ein­zu­be­zie­hen. Der Plan schi­en auf­zu­ge­hen.
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