Der Meister der Ideen

GESPRÄCH:

HBM Februar 2007

Sie ha­ben großen Ein­fluss als Ma­na­ge­ment­den­ker, ohne so in der Öf­fent­lich­keit zu ste­hen wie zum Bei­spiel Pe­ter Dru­cker.
March Ich er­he­be kei­nen An­spruch dar­auf, einen be­deu­ten­den Ein­fluss zu ha­ben. Ei­ner­seits des­halb, weil ich die Me­tho­de in­fra­ge stel­le, durch die mir die­ser Ein­fluss zu­ge­spro­chen wird. An­de­rer­seits des­halb, weil ich den­ke, es ist leich­ter, die Ide­en­welt der Wirt­schaft zu durch­drin­gen, wenn man sich nicht um den ei­ge­nen Ruf küm­mert oder dar­um, wie man nach au­ßen kom­mu­ni­zie­ren soll­te. Aber selbst wenn dem nicht so sein soll­te, fürch­te ich, dass es mir mehr Ver­gnü­gen be­rei­tet, mit Ide­en zu spie­len als die­se zu ver­kau­fen. Ich bin Wis­sen­schaft­ler. Ich tue das, was Wis­sen­schaft­ler tun. Ich den­ke über Din­ge nach, for­sche und ver­öf­fent­li­che mei­ne Ge­dan­ken und For­schun­gen in Fach­zeit­schrif­ten. Schrei­ben dient für mich eher dem Ver­ständ­nis mei­ner Ide­en als ih­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on.
Das klingt sehr men­schen­scheu - was ich mei­ner Mei­nung nach gar nicht bin. Ich bin kei­nes­wegs so quer­köp­fig, dass ich mich da­ge­gen sträu­ben wür­de, dass an­de­re mei­ne Auf­sät­ze le­sen. Die Ar­ti­kel, die ich schrei­be, sind je­dem Ma­na­ger zu­gäng­lich. Ich schrei­be nicht ver­schlei­ert - oder we­nigs­tens nicht ab­sicht­lich -, und mei­ne Ide­en sind nicht au­ßer­ge­wöhn­lich ge­heim­nis­voll. Ba­nal viel­leicht, aber nicht ge­heim­nis­voll.
Sie sa­gen, Wis­sen­schaft­ler und Ma­na­ger tun grund­le­gend ver­schie­de­ne Din­ge. Kön­nen Sie das nä­her er­läu­tern?
March Bei­des ist not­wen­dig, das wis­sen­schaft­li­che und das prak­ti­sche Wis­sen. Der Wis­sen­schaft­ler ver­sucht zu er­klä­ren: Was geht hier vor? Wa­rum funk­tio­niert das Sys­tem so, wie es funk­tio­niert? Was pas­siert oder was könn­te pas­sie­ren? Wis­sen­schaft­ler be­schrei­ben grund­le­gen­de Me­cha­nis­men. Im Ge­gen­satz dazu kon­zen­triert sich prak­ti­sches Wis­sen auf einen be­stimm­ten Kon­text zu ei­ner be­stimm­ten Zeit und auf Er­eig­nis­se aus der per­sön­li­chen Er­fah­rung. Die­ses Wis­sen lässt sich viel­leicht ver­all­ge­mei­nernd auf an­de­re Din­ge über­tra­gen oder auch nicht; es mag zu ei­ner bahn­bre­chen­den Theo­rie füh­ren oder auch nicht; aber es ist hilf­reich für das Ver­ständ­nis ei­ner be­stimm­ten Si­tua­ti­on.
Das Wis­sen ei­nes Wis­sen­schaft­lers ist nicht auf einen spe­zi­fi­schen Kon­text aus­ge­rich­tet. Grund­le­gen­des aka­de­mi­sches Wis­sen ist hilf­rei­cher in neu­en oder sich ver­än­dern­den Um­ge­bun­gen. Es lie­fert eher al­ter­na­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­sen zur Pro­blem­be­trach­tung als Pro­blem­lö­sun­gen.
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