„Wer kleine Brötchen backt, gehört nicht hierher“

GESPRÄCH:

HBM Juni 2006

Wa­rum wol­len Sie bei GE den Wan­del von ei­ner Kul­tur der Pro­duk­ti­vi­tät zu ei­ner Kul­tur des Wachs­tums?
Im­melt Die Welt­wirt­schaft be­fin­det sich in ei­ner Pe­ri­ode des lang­sa­men Wachs­tums. Vor 25 Jah­ren kos­te­te ein Bar­rel Öl we­ni­ger als 30 Dol­lar, Wachs­tum er­ziel­ten haupt­säch­lich die In­dus­tri­e­län­der, wir leb­ten in fried­li­chen Zei­ten. Als ich an die Spit­ze von GE kam, sah ich die Si­tua­ti­on nach dem 11. Sep­tem­ber. Mir war klar: In den nächs­ten 10 bis 20 Jah­ren ist nicht viel Rücken­wind zu er­war­ten. Der Markt wür­de glo­ba­ler und stär­ker auf In­no­va­ti­on aus­ge­rich­tet sein. Un­ter­neh­men, die aus ei­ge­ner Kraft wach­sen, wür­den Er­folg ha­ben. Um in die­sem Um­feld zu be­ste­hen, müs­sen wir GE ver­än­dern und In­no­va­tio­nen einen hö­he­ren Stel­len­wert ein­räu­men. Pro­duk­ti­vi­tät ist im­mer noch wich­tig. Die Ent­wick­lung der Ge­schäfts­be­rei­che in den letz­ten zehn Jah­ren zeigt aber: Es wa­ren jene Be­rei­che am er­folg­reichs­ten, bei de­nen wir auf bei­des ge­ach­tet ha­ben: Pro­duk­ti­vi­tät und Wachs­tum.
Für Sie heißt wach­sen, den Um­satz durch das ope­ra­ti­ve Ge­schäft um durch­schnitt­lich 8 Pro­zent zu stei­gern. Das hat bis­her kei­ne Fir­ma ge­schafft. Wa­rum set­zen Sie sich ein so an­spruchs­vol­les Ziel?
Im­melt Jede In­itia­ti­ve braucht eine kon­kre­te Zahl als Vor­ga­be. Um sie zu fin­den, ha­ben wir etwa 30 Fir­men ana­ly­siert. Un­ter an­de­rem woll­ten wir wis­sen, wie viel Pro­zent des Um­sat­zes sie mit Pro­duk­ten er­wirt­schaf­te­ten, die sie in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren auf den Markt ge­bracht ha­ben. Doch was wir bei an­de­ren Fir­men her­aus­fan­den, ließ sich nicht ohne Wei­te­res in un­se­re Kul­tur in­te­grie­ren. Was wir brauch­ten, war eine Grö­ße, die in un­se­rer Ge­winn-und-Ver­lust-Rech­nung auf­taucht. Das ist eben Tra­di­ti­on bei GE. Un­se­rer An­sicht nach ist or­ga­ni­sches Um­satz­wachs­tum die ein­zi­ge Out­put-Grö­ße, die sich di­rekt in den Bü­chern nie­der­schlägt. Wir sind über­zeugt, dass un­ser Wachs­tum zwei- bis drei­mal hö­her sein kann als das des welt­wei­ten Brut­to­in­land­s­pro­dukts. Das ha­ben wir 2005 be­wie­sen, und 2006 wer­den wir es wie­der schaf­fen.
In­wie­fern un­ter­schei­den sich Ge­winn-und-Ver­lust-Rech­nung ei­nes Un­ter­neh­mens, das or­ga­nisch wächst, von den Fi­nanz­zah­len ei­ner Fir­ma, die vor al­lem durch Pro­duk­ti­vi­tät und Über­nah­men wächst?
Im­melt Durch hö­he­re Um­sät­ze. Bei uns wird ein großer Teil da­von im Aus­land er­zielt, da der Markt sehr in­ter­na­tio­nal ist. Zu­dem ha­ben wir im Ver­hält­nis zum Um­satz nied­ri­ge all­ge­mei­ne Kos­ten und Ver­wal­tungs­kos­ten. In den nächs­ten vier Jah­ren sol­len sie von 11 auf 8 Pro­zent sin­ken. Wir wer­den die Zahl der Ge­sell­schaf­ten und Spar­ten re­du­zie­ren, da­für mehr Pro­zes­se aus­la­gern und mehr Platt­for­men und IT-Sys­te­me ha­ben.
Kos­ten, die nicht zum Wachs­tum bei­tra­gen, sol­len wei­test­ge­hend ge­stri­chen wer­den. Die Aus­ga­ben für Mar­ke­ting so­wie For­schung und Ent­wick­lung (F&E) wer­den stei­gen. Wir wer­den hö­he­re Mar­gen er­zie­len, weil wir den Nach­schub an neu­en Pro­duk­ten und vor al­lem an neu­en Ser­vices op­ti­mie­ren wer­den. Un­se­re Ka­pi­talef­fi­zi­enz soll sich nicht ver­än­dern. Be­rei­che wie etwa Flug­zeug­trieb­wer­ke, wo wir um die 16 Mil­li­ar­den Dol­lar Um­satz ma­chen, die Ka­pi­tal­kos­ten aber nur etwa 400 Mil­lio­nen Dol­lar be­tra­gen, sind uns am lie­bs­ten. Durch eine der­art ef­fi­zi­en­te Ka­pi­tal­nut­zung er­wirt­schaf­ten wir eine Men­ge Cash.
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