Die Regeln des Spiels verstehen

WETTBEWERB:

HBM April 2006

Im Som­mer 1994 er­höh­te die „New York Post“ den Preis pro Aus­ga­be von 40 auf 50 Cent. Ein Schritt mit Fol­gen. Die Auf­la­ge brach ein. Der ärgs­te Kon­kur­rent, die „Dai­ly News“, blieb bei 40 Cent pro Aus­ga­be. Ru­pert Mur­doch, der Ei­gen­tü­mer der „New York Post“, rea­gier­te dar­auf­hin schnell. Er kün­dig­te an, den Preis auf 25 Cent zu sen­ken. Ein Preis­krieg droh­te.
Die­ser Me­cha­nis­mus funk­tio­niert welt­weit an­schei­nend au­to­ma­tisch, bis ei­ner der Kon­tra­hen­ten kein Geld mehr hat. Egal ob es um Mo­bil­funk­ta­ri­fe oder Flug­tickets geht.
Eine Me­tho­de, um die­se Mus­ter zu er­klä­ren, lie­fert die Spiel­theo­rie (sie­he „Was ist ...?“ Sei­te 25). Mit der seit 1944 be­kann­ten Theo­rie wer­den stra­te­gi­sche Pro­ble­me ana­ly­siert und op­ti­ma­le Lö­sungs­we­ge er­ar­bei­tet. Sie wird heu­te in den un­ter­schied­lichs­ten Fach- ge­bie­ten an­ge­wandt und lie­fert auch für Ma­na­ger ein stra­te­gi­sches Rüst­zeug.
Ei­nes der spiel­theo­re­ti­schen Mo­del­le, das un­ter an­de­rem auch auf Preis­krie­ge zu­trifft, ist das Ge­fan­ge­nen­di­lem­ma. Hier be­kom­men zwei Ge­fan­ge­ne ge­trennt von­ein­an­der das glei­che An­ge­bot: Wer die Tat ge­steht und so den an­de­ren be­las­tet, wird als Kron­zeu­ge mit Frei­spruch be­lohnt. Da­für muss der an­de­re 20 Jah­re hin­ter Git­tern blei­ben. Wenn bei­de ge­ste­hen, kommt je­der mit zehn Jah­ren Haft da­von. Blei­ben bei­de stand­haft, kom­men sie mit fünf Jah­ren da­von.
Da kei­ner die Ab­sich­ten des an­de­ren kennt und es kei­ne Mög­lich­keit gibt, sich ab­zu­spre­chen, neigt je­der zum Ge­ständ­nis.
Im Fall ei­nes Preis­kamp­fes sind die Un­ter­neh­men die Ge­fan­ge­nen und die Kun­den in der Rol­le der Po­li­zei. Sie neh­men die Ent­schei­dung der Häft­lin­ge zur Kennt­nis. Auch bei dem New Yor­ker Preis­kampf kennt kei­ner der Kon­tra­hen­ten die ge­nau­en Ab­sich­ten des an­de­ren. So­lan­ge die­ser Zu­stand an­hält, wer­den bei­de die Prei­se sen­ken - bis ei­ner wirt­schaft­lich nicht mehr dazu in der Lage ist.
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