Hort des Wissens

GESPRÄCH:

HBM März 2006

Herr Pom­pi­dou, wer heu­te ein Pa­tent an­mel­det, muss sehr viel Geld be­zah­len, hat viel Ar­beit und kann trotz­dem sei­ne An­sprü­che in Län­dern wie Chi­na kaum durch­set­zen. Die Open-Sour­ce-Be­we­gung zeigt, dass her­vor­ra­gen­de Pro­duk­te auch ohne Pa­tent­schutz ent­ste­hen kön­nen. Soll­ten wir Pa­ten­te nicht ein­fach ab­schaf­fen?
Pom­pi­dou Da füh­le ich mich per­sön­lich an­ge­grif­fen! Nicht nur als Chef des Eu­ro­päi­schen Pa­tent­amts (EPA), son­dern auch als For­scher und als Pa­tent­in­ha­ber. Se­hen Sie, ein Pa­tent ist eine Aus­zeich­nung für den Er­fin­der. Eine An­er­ken­nung sei­ner In­tel­li­genz, sei­ner Krea­ti­vi­tät und des Mehr­werts, den er ge­schaf­fen hat. Au­ßer­dem gibt ein Pa­tent dem Er­fin­der das Recht, sei­ne Idee eine ge­wis­se Zeit lang als Ein­zi­ger zu nut­zen. Auf Grund die­ser Mo­no­pol­stel­lung kann er sei­ne Er­fin­dung wirt­schaft­lich ver­wer­ten - ar­bei­tet er nach den Re­geln der Open-Sour­ce-Be­we­gung, ist das un­gleich schwe­rer.
Das Recht, von dem Sie spre­chen, hat in Eu­ro­pa einen stol­zen Preis. Ein Pa­tent in den USA an­zu­mel­den ist er­heb­lich bil­li­ger.
Pom­pi­dou Das stimmt. Und wir ar­bei­ten dar­an, dass das an­ders wird.
Heu­te muss ein Ma­schi­nen­bau­er, der eine neue Pum­pen­tech­nik in sechs eu­ro­päi­schen Län­dern für zehn Jah­re pa­ten­tie­ren lässt, 31 580 Euro be­zah­len. Wa­rum ist das so teu­er?
Pom­pi­dou Nur für 14 Pro­zent der Kos­ten ist das Pa­tent­amt ver­ant­wort­lich. 21 Pro­zent sind Kos­ten, die im Zu­sam­men­hang mit Über­set­zun­gen ent­ste­hen. Der Rest sind Ge­büh­ren, zum Bei­spiel für Pa­ten­t­an­wäl­te, und die Jah­res­ge­büh­ren für das Pa­tent in

den ein­zel­nen Staa­ten. Bei den Über­set­zungs­kos­ten müs­sen wir an­set­zen, sie ma­chen das Pa­tent teu­er. Doch es ist nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis das an­ders wird. Im Ok­to­ber 2000 wur­de in Lon­don ein Ab­kom­men be­schlos­sen, dem­zu­fol­ge eu­ro­päi­sche Pa­ten­te nur noch in den Spra­chen Eng­lisch, Fran­zö­sisch und Deutsch vor­lie­gen müs­sen, um in den 31 Län­dern zu gel­ten, die der Eu­ro­päi­schen Pa­ten­t­or­ga­ni­sa­ti­on an­ge­hö­ren. Das heißt, es muss nicht mehr so wie heu­te je­des Pa­tent in die Spra­che des Lan­des übesetzt wer­den, in dem es gel­ten soll.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
6
Zeichen:
16.964
Nachdrucknummer:
200603048
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben