Wie Sie Ihre IT-Strategie richtig überwachen

CORPORATE GOVERNANCE:

HBM Februar 2006

Seit dem Jahr-2000-Pro­blem sor­gen sich Un­ter­neh­mens­füh­rer - Vor­stand und Auf­sichts­rat - um die Ab­hän­gig­keit ih­rer Fir­men von In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie (IT). Com­pu­ter­ab­stür­ze, An­grif­fe auf die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit des Sys­tems, Kon­kur­renz­druck oder der Zwang, neue ge­setz­li­che Vor­schrif­ten ein­zu­hal­ten, ha­ben sie stär­ker für Ri­si­ken sen­si­bi­li­siert. Den­noch herrscht im Top­ma­na­ge­ment und in den Auf­sichts­gre­mi­en noch im­mer Un­si­cher­heit, wenn es um die Kos­ten für IT und die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung des Un­ter­neh­mens in die­sem Be­reich geht.
Ob­wohl oft mehr als 50 Pro­zent der In­ves­ti­tio­nen in IT flie­ßen, be­gnü­gen sich die meis­ten Un­ter­neh­mens­füh­rer mit Ent­schei­dungs­stan­dards, die sie sich von den Prak­ti­ken an­de­rer Un­ter­neh­men ab­ge­schaut ha­ben. Nur we­ni­ge be­grei­fen, wie ab­hän­gig sie von Com­pu­ter­sys­te­men sind und wel­che Rol­le IT bei der For­mu­lie­rung ih­rer Stra­te­gie ein­nimmt.
Das scheint ent­schuld­bar, gab es doch bis­her kei­ne an­er­kann­ten Stan­dards für die Auf­sicht über das IT-Ma­na­ge­ment. Bei Auf­sichts­rats­aus­schüs­sen an­de­rer Un­ter­neh­mens­be­rei­che ist völ­lig klar, wie die Kon­trol­le aus­se­hen muss. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist die Auf­ga­be des Au­dit Com­mit­tee (Prü­fungs­aus­schuss des Auf­sichts­rats für Bi­lan­zie­rungs- und Fi­nan­zie­rungs­fra­gen) in den Grund­sät­zen ord­nungs­ge­mä­ßer Buch­füh­rung ein­deu­tig fest­ge­legt; sie wird un­ter­mau­ert von den Vor­schrif­ten, wie sie etwa bei der New York Stock Ex­change (NYSE) und der Se­cu­ri­ties and Ex­change Com­mis­si­on (SEC) gel­ten.
Auch das für Top­ma­na­ger­ver­gü­tung zu­stän­di­ge Com­pen­sa­ti­on Com­mit­tee ar­bei­tet nach all­ge­mein ak­zep­tier­ten Re­geln. Es en­ga­giert ex­ter­ne Be­ra­ter mit dem Auf­trag, sei­ne Er­geb­nis­se zu über­prü­fen und den Ak­tio­nären die Ent­schei­dun­gen zu er­läu­tern. Schließ­lich hat auch das Go­ver­nance Com­mit­tee eine kla­re Auf­ga­be. Es über­prüft die Zu­sam­men­set­zung des Vor­stands und gibt Emp­feh­lun­gen, wie des­sen Ar­beit ver­bes­sert wer­den kann. Auf­sichts­rä­te hal­ten die­se Stan­dards zwar nicht im­mer ein, es gibt sie aber im­mer­hin.
Ver­gleich­ba­res Wis­sen oder nach­ah­mens­wer­te Bei­spie­le in Be­zug auf das The­ma IT gab es in den Auf­sichts­rä­ten bis­lang nicht. Den Mit­glie­dern die­ses Gre­mi­ums feh­len häu­fig grund­le­gen­de Kennt­nis­se, um zu Ri­si­ken und Kos­ten der IT und zu da­mit ver­bun­de­nen Wett­be­wer­bs­ri­si­ken in­tel­li­gen­te Fra­gen zu stel­len. Da­durch sind IT-Vor­stän­de, die wich­ti­ges Ver­mö­gen ei­nes Un­ter­neh­mens ma­na­gen, weit­ge­hend auf sich al­lein ge­stellt. Fehlt dem Auf­sichts­rat der Über­blick über die IT-Ak­ti­vi­tä­ten, ist das eine bri­san­te Sa­che; es ge­fähr­det ein Un­ter­neh­men ge­nau­so sehr, als wenn es sei­ne Fi­nanz­la­ge nicht über­prüft.
Nur we­ni­ge Fir­men ha­ben dies bis­her ver­stan­den. Der Fi­nanz­dienst­leis­ter Mel­lon Fi­nan­ci­al,

der Netz­werk­s­pe­zia­list No­vell, die Bau­markt­ket­te Home De­pot, der Mar­ken­ar­tik­ler Proc­ter & Gam­ble, das Han­dels­un­ter­neh­men Wal-Mart so­wie das Lo­gis­tik­un­ter­neh­men Fe­dEx bei­spiels­wei­se rich­te­ten IT-Aus­schüs­se auf Auf­sichts­rat­sebe­ne (IT Go­ver­nance Com­mit­tees) ein, die mit den Au­dit, Com­pen­sa­ti­on und Go­ver­nance Com­mit­tees gleich­ge­stellt sind. Wenn die­ser Aus­schuss den Vor­stands­chef, den IT-Vor­stand, das üb­ri­ge Top­ma­na­ge­ment bei Tech­no­lo­gie­ent­schei­dun­gen un­ter­stützt, blei­ben kost­spie­li­ge Pro­jek­te meist un­ter Kon­trol­le, und die Fir­ma kann sich da­durch einen Wett­be­wer­bs­vor­teil ver­schaf­fen.
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