Neue Väter braucht das Land

ESSAY:

HBM Januar 2006

Opel-Ar­bei­ter ste­hen vor den Werk­sto­ren und er­zäh­len vor lau­fen­der Ka­me­ra, dass sie strei­ken wol­len. Jo­sef Acker­mann formt das be­rühm­te Vic­to­ry-Zei­chen. Die­se Bil­der zei­gen, wie Me­di­en die Welt dar­stel­len: Nichts kann ein ge­sell­schaft­li­ches Pro­blem stär­ker ver­mit­teln als das mensch­li­che Ant­litz, die mensch­li­che Ges­tik. Men­schen sind die wir­kungs­volls­ten Pro­pa­gan­da- und Wer­be­fi­gu­ren - im gu­ten wie im schlech­ten Sin­ne. Wir kön­nen da­von aus­ge­hen, dass die Bil­der von Ar­bei­tern, An­ge­stell­ten, Ma­na­gern und na­tür­lich von Bos­sen und Un­ter­neh­mern maß­geb­lich die je­wei­li­ge Kul­tur des Wirt­schaf­tens be­stim­men.
Wa­rum je­doch ist das Bild deut­scher Top­ma­na­ger in der Ge­sell­schaft der­art ne­ga­tiv? Und: Lässt sich dar­an et­was än­dern? Ich möch­te im Fol­gen­den dar­stel­len, wel­ches Bild Me­di­en über das Agie­ren von Ma­na­gern trans­por­tie­ren und wie die Ge­sell­schaft ihre Top­füh­rungs­kräf­te wahr­nimmt. Ein Blick in die Ge­schich­te hilft, die heu­ti­gen Ge­ge­ben­hei­ten bes­ser zu ver­ste­hen: Ich habe des­halb Fak­ten dar­über zu­sam­men­ge­tra­gen, wie sich das Ma­na­ger- und Un­ter­neh­mer­bild über die Jah­re ent­wi­ckel­te. Ab­schlie­ßend möch­te ich da­für plä­die­ren, über einen Ge­gen­ent­wurf nach­zu­den­ken.
Wie Ma­na­ger auf­tre­ten
2,5 Mil­li­ar­den Euro Ge­winn und den Ab­bau meh­re­rer tau­send Ar­beitsplät­ze ver­kün­de­te der Chef der Deut­schen Bank auf der mitt­ler­wei­le zur Le­gen­de ge­wor­de­nen Bi­lanz­pres­se­kon­fe­renz im Fe­bru­ar 2005. Die bri­san­te Mi­schung aus Stolz über den er­ziel­ten Ge­winn und schein­bar la­pi­da­rer Mit­tei­lung, Stel­len zu strei­chen, lös­te in der Öf­fent­lich­keit eine Wel­le der Em­pö­rung aus. Das Ti­ming war denk­bar un­güns­tig: Kurz zu­vor hat­te die Zahl der Ar­beits­lo­sen in Deutsch­land die Schall­mau­er von fünf Mil­lio­nen durch­bro­chen. Har­sche Re­ak­tio­nen folg­ten: Der Mann habe „die Ba­lan­ce ver­lo­ren“, er be­trei­be ein „ge­schmack­lo­ses und in­ak­zep­ta­bles“ Ge­schäft, war­fen ihm Po­li­ti­ker vor.
Das Ge­sicht von Jo­sef Acker­mann stand fort­an, so der Düs­sel­dor­fer Ma­na­ge­ment­trai­ner Al­bert Thie­le, end­gül­tig für „ne­ga­ti­ve At­tri­bu­te wie Geld­gier, blin­de Ge­win­n­ori­en­tie­rung und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit ge­gen­über dem Ge­mein­wohl“. Mit sei­nem Auf­tritt war nicht nur der Men­sch Acker­mann ver­brannt; sein Ant­litz steht über­dies bis heu­te für das Image der Deut­schen Bank und für das Bild des Top­ma­na­gers schlecht­hin.
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