Das Unternehmen aus seiner Starre reißen

CHANGE-MANAGEMENT:

HBM Januar 2006

Ge­sun­de Un­ter­neh­men sind leicht zu er­ken­nen. Ihre Ma­na­ger ha­ben zur rech­ten Zeit Zu­griff auf die rich­ti­gen In­for­ma­tio­nen, sie sind be­fugt, fun­dier­te Ent­schei­dun­gen zu fäl­len, und sie ha­ben den An­reiz, Ent­schei­dun­gen im Sin­ne der Or­ga­ni­sa­ti­on zu tref­fen, die die­se dann un­ver­züg­lich und kom­pe­tent aus­führt. Die ge­sün­des­ten die­ser Fir­men sind am tref­fends­ten mit fle­xi­bel be­schrie­ben, da sie ge­wandt auf Her­aus­for­de­run­gen rea­gie­ren und sich schnell von Schlä­gen er­ho­len, de­nen sie nicht aus­wei­chen konn­ten.
Lei­der sind die meis­ten Un­ter­neh­men nicht in die­sem Sin­ne an­pas­sungs­fä­hig. Tat­säch­lich hat nur we­ni­ger als ein Fünf­tel der etwa 30 000 Be­frag­ten, die an ei­ner welt­wei­ten von Booz Al­len Ha­mil­ton durch­ge­führ­ten On­li­ne-Um­fra­ge teil­nah­men, ihr Un­ter­neh­men in die­ser Wei­se cha­rak­te­ri­siert. Ne­ben den rund 30 000 Ant­wor­ten, die auf un­se­rer We­b­si­te (orgdna.com) ein­ge­gan­gen sind, um­fasst un­se­re Un­ter­su­chung noch 20 000 Ant­wor­ten, die wir im Rah­men der­sel­ben Um­fra­ge durch die Zu­sam­men­ar­beit mit Kun­den er­hal­ten ha­ben.
Die größ­te Grup­pe der Be­frag­ten - mehr als ein Vier­tel - mein­te, ihr Un­ter­neh­men lei­de un­ter Krank­heits­sym­pto­men, die wir mit dem Stich­wort pas­siv-ag­gres­siv um­schrei­ben. Die­se Be­zeich­nung soll aus­drücken, dass sol­che Or­ga­ni­sa­tio­nen ru­hig, aber hart­nä­ckig Wi­der­stand ge­gen die von der Ge­schäfts­füh­rung aus­ge­ge­be­nen De­vi­sen leis­ten; und zwar auf jede er­denk­li­che Wei­se - nur nicht of­fen.
In pas­siv-ag­gres­si­ven Or­ga­ni­sa­tio­nen le­gen die Mit­ar­bei­ter le­dig­lich Lip­pen­be­kennt­nis­se ab. Sie tun ge­ra­de ge­nug, um den An­schein zu er­we­cken, sie be­folg­ten die Di­rek­ti­ven. Die Mit­ar­bei­ter füh­len sich frei, so zu han­deln, weil sie kaum un­an­ge­neh­me Kon­se­quen­zen zu be­fürch­ten ha­ben. Zu­dem er­schei­nen ih­nen die An­wei­sun­gen häu­fig ver­fehlt. Es ist da­her in ih­ren Au­gen ge­recht­fer­tigt, sie zu miss­ach­ten. Was die Si­tua­ti­on in die­sen Un­ter­neh­men noch ver­schlim­mert: Die Ge­schäfts­lei­tung hat oft nicht klar­ge­stellt, bei wem die Ver­ant­wor­tung tat­säch­lich liegt, so­dass Ma­na­ger letzt­lich al­ler Ver­ant­wor­tung für ihr Han­deln ent­ho­ben wer­den. Mit­ar­bei­ter, die In­itia­ti­ve zei­gen, müs­sen häu­fig ewig auf den Start­schuss war­ten, und wenn die ers­ten Maß­nah­men end­lich um­ge­setzt wer­den, be­glei­tet sie ein Chor kri­ti­scher Stim­men. Die Mä­ke­lei ist eine arm­se­li­ge, je­doch ver­ständ­li­che Er­satz­be­frie­di­gung da­für, dass Mit­ar­bei­ter bei der Be­wäl­ti­gung an­ste­hen­der Her­aus­for­de­run­gen nicht zum Zuge kom­men.
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