Auf der Suche nach der Weltformel

FORSCHUNG:

HBM November 2005

Buch­au­tor Mi­cha­el Schell kennt sich mit der Be­ur­tei­lung von Höchst­leis­tun­gen aus. Als ver­sier­ter Ba­se­ball-Sta­tis­ti­ker hat er eine über­zeu­gen­de Be­grün­dung da­für ab­ge­lie­fert, wer die bes­ten Ba­se­ball­spie­ler in der ge­sam­ten Ge­schich­te die­ser Sport­art sind. Wer mit Ba­se­ball nichts am Hut hat, kann wo­mög­lich nicht ganz nach­voll­zie­hen, wa­rum das eine so schwie­ri­ge Auf­ga­be sein soll, und schon gar nicht, wa­rum Schell für die Be­weis­füh­rung über 400 Sei­ten be­nö­tigt. Was soll­te am Ad­die­ren von Tref­fern denn so schwie­rig sein? Doch Schell weiß ge­nau, was er tut. Das Vor­ha­ben, das er ver­wirk­licht zu ha­ben glaubt, ist auf Grund ei­ner Viel­zahl von Va­ria­blen und Da­ten, die durch zahl­lo­se Fuß­no­ten in­ter­pre­tiert wer­den, der­art am­bi­tio­niert, dass er es den „hei­li­gen Gral der Ba­se­ball-Sta­tis­tik“ nennt. Vie­le an­de­re Sta­tis­ti­ker mit an­de­ren Me­tho­den wer­den ver­su­chen, sei­ne Be­haup­tun­gen zu wi­der­le­gen.
Noch schwie­ri­ger ist es wahr­schein­lich, die groß­ar­tigs­ten Un­ter­neh­men der Wirt­schaft zu kü­ren. Denn auf den Zu­schau­er­rän­gen der Ge­schäftsa­re­na ha­ben wir kei­ne An­zei­ge­ta­fel, die von al­len ak­zep­tiert wird. Sind die Ge­win­ner die­je­ni­gen mit der höchs­ten Bör­sen­be­wer­tung, mit dem größ­ten Um­satz­wachs­tum oder ein­fach nur die­je­ni­gen, die bei Spie­len­de über­haupt noch auf dem Platz ste­hen? Wann ist denn das Spiel zu Ende? Die Rah­men­be­din­gun­gen las­sen sich nicht ein­heit­lich und kon­stant hal­ten. Zählt es mehr, wenn eine Fir­ma wäh­rend ei­ner Kri­se flo­riert

oder wenn sie in ei­nem Boom ex­trem er­folg­reich ist? Selbst wenn wir dann wis­sen, wer der Größ­te ist, folgt die schwie­rigs­te Auf­ga­be für die Wirt­schafts­sta­tis­ti­ker: Sie müs­sen eine Er­klä­rung für ihr Er­geb­nis fin­den.
Die re­la­ti­ve Leis­tung von Un­ter­neh­men über meh­re­re Bran­chen und Epo­chen hin­weg zu mes­sen, un­ter ih­nen die Bes­ten zu er­mit­teln und Ge­mein­sam­kei­ten zu ent­de­cken, auf die ihr Er­folg zu­rück­zu­füh­ren ist, das ist eine ge­wal­ti­ge Auf­ga­be. Nur ein Ver­rück­ter wür­de sich dar­an wa­gen. In den ers­ten tau­send Jah­ren der Wirt­schafts­ge­schich­te hat es nie­mand ge­tan.
Wer die 83 Jah­res­bän­de der „Har­vard Busi­ness Re­view“ durch­fors­tet, kommt zu fol­gen­dem Er­geb­nis: Un­se­re Au­to­ren be­gan­nen mit die­ser Su­che erst re­la­tiv spät: um 1980 her­um. Zu die­ser Zeit nah­men die Ma­na­ge­ment­gu­rus Tom Pe­ters und Ro­bert Wa­ter­man die Ar­beit an ih­rem Buch „Auf der Su­che nach Spit­zen­leis­tun­gen“ (In Search of Ex­cel­lence) auf. Das er­klärt wahr­schein­lich den sen­sa­tio­nel­len Er­folg des Bu­ches. Als Ma­na­ge­ment­be­ra­ter sa­ßen Pe­ters und Wa­ter­man an der Schnitt­stel­le zwi­schen Theo­rie und Pra­xis. Mit ih­rer Ar­beit war­fen sie gleich­sam bei­den Par­tei­en einen Feh­de­hand­schuh hin.
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