Der schwierige Weg zurück

MANAGERINNEN:

HBM Oktober 2005

Im ver­gan­ge­nen Jahr ist in den Me­di­en eine laut­star­ke De­bat­te über die Be­deu­tung des­sen ent­brannt, was die Jour­na­lis­tin Lisa Bel­kin von der „New York Ti­mes“ als „Aus­stiegs­re­vo­lu­ti­on“ be­zeich­net hat. Ar­ti­kel im „Wall Street Jour­nal“, in der „New York Ti­mes“, in „Time“ und „Fast Com­pa­ny“ wei­sen über­ein­stim­mend auf einen ir­ri­tie­ren­den Trend hin: Eine große Zahl hoch qua­li­fi­zier­ter Frau­en steigt aus klas­si­schen Kar­rie­ren aus. Die Ar­ti­kel spe­ku­lie­ren dar­über, was hin­ter die­ser neu­en Ab­wan­de­rung klu­ger Köp­fe ste­cken könn­te. Sind die kom­ple­xen An­for­de­run­gen der mo­der­nen Kin­der­er­zie­hung der Kern des Pro­blems? Oder zeigt der Trend eher ein Schei­tern weib­li­cher Am­bi­tio­nen?
Die Zah­len und Fak­ten die­ser Ar­ti­kel sind be­ein­dru­ckend: Vom Ab­schluss­jahr­gang 1981 der St­an­ford Uni­ver­si­ty sind 57 Pro­zent der Hoch­schul­ab­sol­ven­tin­nen aus dem Ar­beits­le­ben aus­ge­schie­den. Ei­ner Un­ter­su­chung von drei Ab­schluss­jahr­gän­gen

an der Har­vard Busi­ness School zu­fol­ge ma­chen nur 38 Pro­zent der Ab­sol­ven­tin­nen am Ende eine Voll­zeit­kar­rie­re. Und aus ei­ner brei­ter an­ge­leg­ten Stu­die von MBA-Ab­sol­ven­tin­nen geht her­vor, dass eine von drei wei­ßen US-Ame­ri­ka­ne­rin­nen mit ei­nem MBA-Ab­schluss nicht Voll­zeit ar­bei­tet, ver­g­li­chen mit nur ei­nem von 20 Män­nern mit glei­cher Qua­li­fi­ka­ti­on.
Auch die in den Ar­ti­keln dar­ge­stell­ten per­sön­li­chen Ge­schich­ten sind ein­drucks­voll: Bren­da Barles, die ehe­ma­li­ge Vor­stands­che­fin des Li­mo­na­den­her­stel­lers Pep­si­Co, gab ihre Mega­kar­rie­re auf, um mehr Zeit für ihre drei Kin­der zu ha­ben. Ka­ren Hughes stieg aus ih­rem enorm ein­fluss­rei­chen Job im Wei­ßen Haus un­ter Prä­si­dent Bush aus, um sich zu Hau­se in Te­xas bes­ser um ih­ren pfle­ge­be­dürf­ti­gen halb­wüch­si­gen Sohn küm­mern zu kön­nen. Und eine Rei­he we­ni­ger pro­mi­nen­ter Frau­en ver­ab­schie­de­te sich eben­falls aus der Kar­rie­re. Lisa Be­at­tie Fre­ling­huy­sen zum Bei­spiel - sie wur­de vor kur­z­em in ei­ner Fol­ge der CBS-Por­trät­se­rie „60 Mi­nu­tes“ vor­ge­stellt - war da­bei, sich eine sehr er­folg­rei­che Kar­rie­re als An­wäl­tin auf­zu­bau­en. Zu­vor war sie Pre­si­dent der Rechts­prü­fung an der St­an­ford Uni­ver­si­ty ge­we­sen und in eine hoch an­ge­se­he­ne An­walts­kanz­lei ein­ge­stie­gen. Als sie drei Jah­re spä­ter ihr ers­tes Kind be­kam, schied sie dort je­doch aus.
Die­se Ein­zel­schick­sa­le ge­ben ge­wiss zu den­ken. Wer sich je­doch ein we­nig ge­nau­er mit der Ma­te­rie be­fasst, er­kennt schnell: Es man­gelt an sys­te­ma­ti­schen, ge­si­cher­ten Da­ten über den of­fen­kun­di­gen Ex­odus. Ein Sek­tor hier, ein Ab­schluss­jahr­gang dort und eine Flut von An­ek­do­ten - die grund­le­gen­den Fak­ten al­ler­dings scheint nie­mand zu ken­nen. Wel­ches be­rufs- und spar­ten­über­grei­fen­de Aus­maß hat die­ses Aus­stieg­sphä­no­men? Wel­cher An­teil der be­rufs­tä­ti­gen Frau­en ent­schei­det sich für den Aus­stieg, statt die ein­mal ein­ge­schla­ge­ne Lauf­bahn wei­ter­zu­ver­fol­gen? Wer­den sie hin­aus­ge­drängt oder her­aus­ge­zo­gen? Wel­che wirt­schaft­li­chen Be­rei­che sind am stärks­ten be­trof­fen, wenn Frau­en der Ar­beits­welt den Rücken keh­ren? Wie vie­le Jah­re blei­ben Frau­en in der Re­gel dem Ar­beits­markt fern? Wenn Frau­en in den Job zu­rück­keh­ren, wor­auf ach­ten sie dann? Wie leicht ge­lingt ih­nen der Wie­der­ein­stieg? Wel­che Re­ge­lun­gen und Prak­ti­ken hel­fen Frau­en bei der Rück­kehr in den Be­ruf?
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
0
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
14
Zeichen:
47.747
Nachdrucknummer:
200510045
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben