„Leistung zählt - nicht der Titel“

GESPRÄCH:

HBM August 2005

Pro­mi­nen­te Kri­ti­ker wie die Pro­fes­so­ren War­ren Ben­nis und Hen­ry Mintz­berg wer­fen den Busi­ness Schools vor, sie be­rei­te­ten MBA-Stu­den­ten nicht an­ge­mes­sen auf eine Kar­rie­re als Ma­na­ger vor. Tei­len Sie die­se Kri­tik?
Bau­mann Das hängt mei­ner Er­fah­rung nach stark da­von ab, an wel­cher Hoch­schu­le die Stu­den­ten wa­ren.
Neh­men Sie zwei Bei­spie­le aus mei­ner un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung. Ich selbst hal­te Vor­le­sun­gen an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät in Mün­chen. Ich ver­kör­pere also dort qua­si den Pra­xis­be­zug, in­dem ich über prak­ti­sche Pro­ble­me des Per­so­nal­ma­na­ge­ments und der Füh­rung rede. Da­bei bin ich im­mer wie­der po­si­tiv über­rascht, wie vie­le Stu­den­ten en­ga­giert da­bei sind, auch wenn die Vor­le­sung zu ei­ner we­nig at­trak­ti­ven Uhr­zeit mon­tags am frü­hen Abend statt­fin­det. Wir dis­ku­tie­ren sehr in­ten­siv, und da­bei fällt mir auf, wie stark die Stu­den­ten den Pra­xis­be­zug su­chen. Zu­min­dest hal­te ich die­se Nach­wuchs­ma­na­ger nicht für zu aka­de­misch aus­ge­bil­det.
Auf der an­de­ren Sei­te führ­te BMW ge­mein­sam mit der fran­zö­si­schen Busi­ness School In­sead Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men für un­se­re Top­ma­na­ger durch. Dort ha­ben es ei­ni­ge Pro­fes­so­ren in der Tat nicht ge­schafft, von den Teil­neh­mern ak­zep­tiert zu wer­den. Der Grund ist nicht ihre Un­fä­hig­keit. Der In­halt ih­rer Se­mi­na­re war ein­fach zu pra­xis­fern. Der Lei­ter die­ser Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­me bei In­sead hat üb­ri­gens ge­ra­de eine Aus­zeit ge­nom­men und ar­bei­tet bei ei­nem Au­to­mo­bil­kon­zern, um wie­der Bo­den­haf­tung zu be­kom­men.
Wie wich­tig ist es denn für BMW, dass ein Be­wer­ber, der für Ma­na­ge­men­t­auf­ga­ben in Fra­ge kommt, einen MBA hat?
Bau­mann Da kann ich Ih­nen eine kla­re Ant­wort ge­ben: Der MBA ist we­der eine Ein­gangs­vor­aus­set­zung, noch er­hält je­mand mit die­sem Ab­schluss ein hö­he­res Ein­stiegs­ge­halt oder wird au­to­ma­tisch schnel­ler be­för­dert. Aus un­se­rer Sicht ist es zwar durch­aus po­si­tiv, ein Fach­stu­di­um zu ma­chen, dann spä­ter einen MBA drauf­zu­sat­teln und so zu­sätz­li­ches Wis­sen zu er­wer­ben. Im Job muss der Ein­zel­ne dann aber be­wei­sen, was er dar­aus macht. Bei uns zählt Leis­tung, nicht der aka­de­mi­sche Ti­tel.
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