Gefahren intelligent abwehren

RISIKOMANAGEMENT:

HBM Juli 2005

Auch wenn Sie in ei­ner an­de­ren Bran­che ar­bei­ten, den­ken Sie ein­mal kurz an den tief grei­fen­den Wan­del bei den Ban­ken An­fang der 90er Jah­re. Da­mals lit­ten die Fi­nan­z­in­sti­tu­te - ge­beu­telt von der la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Schul­den­kri­se, dem Ver­fall der Im­mo­bi­li­en­prei­se und der wirt­schaft­li­chen Re­zes­si­on - un­ter mas­si­ven Kre­dit­ver­lus­ten, stark schwan­ken­den Ge­win­nen und der höchs­ten Zahl an Ban­kenplei­ten seit der Welt­wirt­schafts­kri­se. Ein Jahr­zehnt spä­ter, wäh­rend große Tei­le der Wirt­schaft noch mit den Nach­wir­kun­gen der ge­platz­ten Dot­com-Bla­se zu kämp­fen hat­ten, ging es den Ban­ken wie­der bes­ser. Die Zahl der For­de­rungs­ver­lus­te

war zu­rück­ge­gan­gen, die Ge­win­ne wa­ren re­la­tiv sta­bil, und das Ban­ken­ge­wer­be stand über­durch­schnitt­lich gut da.
Der Wan­del ge­lang des­halb, weil die Ban­ken neue Mit­tel und Tech­ni­ken ent­wi­ckel­ten, um Ri­si­ken ab­zu­weh­ren. Gleich­zei­tig grün­de­ten sie eine voll­kom­men neue Dis­zi­plin des fi­nan­zi­el­len Ri­si­ko­ma­na­ge­ments. Aus­ge­feil­te Dar­le­hen­s­prü­fun­gen re­du­zier­ten die Ver­lus­te aus dem Kre­dit­ge­schäft. Neue For­men von Op­tio­nen, Fu­tu­res und wech­sel­sei­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen er­laub­ten es den Ban­ken, ihre fi­nan­zi­el­len Ri­si­ken neu zu ver­tei­len. Durch neue Vor­schrif­ten der Ban­ken müs­sen Un­ter­neh­men Fi­nanz­mo­del­le an­wen­den, die ihre Mark­tri­si­ken in ex­ak­ten Zah­len wi­der­spie­geln.
Wir ver­wen­den die­ses Bei­spiel, weil die Ri­si­ken, die die Ban­ken An­fang der 90er Jah­re plag­ten, je­nen äh­neln, von de­nen die­ser Tage Un­ter­neh­men al­ler Bran­chen ge­beu­telt wer­den. Was wür­de pas­sie­ren, wenn die­se Un­ter­neh­men eben­falls Mit­tel und Tech­ni­ken an­wen­den könn­ten, die ih­nen den­sel­ben Schutz ge­gen Ri­si­ken bö­ten?
Sol­che Ge­fah­ren fal­len in die Ka­te­go­rie stra­te­gi­sche Ri­si­ken: Sie ge­hö­ren in den Be­reich ex­ter­ner Er­eig­nis­se und Trends, die so­wohl das Wachs­tum als auch den Share­hol­der-Va­lue von Un­ter­neh­men be­ein­träch­ti­gen. Die Exis­tenz die­ser stra­te­gi­schen Ri­si­ken wird zu­se­hends of­fen­sicht­li­cher. Seit 1985 ist die Zahl der Ak­ti­en, die von der Ra­tin­g­agen­tur Stan­dard & Poor's als qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig ein­ge­stuft wur­den, dra­ma­tisch zu­rück­ge­gan­gen, wäh­rend die Zahl der­je­ni­gen mit ei­ner schlech­teren Be­wer­tung er­heb­lich zu­ge­nom­men hat (sie­he Gra­fik Sei­te 39). Un­se­re ei­ge­ne Ana­ly­se zeigt, dass über ein Drit­tel der „For­tu­ne“-1000-Un­ter­neh­men zwi­schen 1993 und 2003 in­ner­halb nur ei­nes Jah­res min­des­tens 60 Pro­zent ih­res Werts ver­lo­ren - und von die­sen Fir­men war nur ein Bruch­teil in der un­ru­hi­gen Hight­ech-Bran­che tä­tig.
Wie also be­geg­nen Un­ter­neh­men ei­ner Be­dro­hung von sol­chem Aus­maß? Die Ant­wort dar­auf liegt in der Kon­zep­ti­on von und im sys­te­ma­ti­schen Um­gang mit stra­te­gi­schen Ri­si­ken.
Den Blick­win­kel er­wei­tern
Das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­acht­li­che Fort­schrit­te ge­macht. Fi­nanz­ex­per­ten und Fi­nanz­vor­stän­de ha­ben ge­lernt, eine Men­ge von Ri­si­ken ein­zu­schät­zen und in Zah­len aus­zu­drücken: fi­nan­zi­el­le (zum Bei­spiel Wäh-rungs­schwan­kun­gen), zu­fäl­li­ge (aus­lau­fen­de Che­mi­ka­li­en) und be­trie­bs­be­zo­ge­ne (Com­pu­ter­aus­fäl­le). Sie schüt­zen sich vor die­sen Ri­si­ken mit Hil­fe er­prob­ter Vor­sichts­maß­nah­men wie Hed­ging, Ver­si­che­run­gen und Not­sys­te­me.
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