Vorsicht vor falschen Ratgebern

COACHING:

HBM April 2005

Es gibt Ma­na­ger, die glau­ben, sie könn­ten al­lein mit ih­rem Wil­len und har­ter Ar­beit alle Zie­le er­rei­chen. Die­se Füh­rungs­kräf­te su­chen sich auf­fäl­lig oft einen ganz be­stimm­ten Typ von Coach: Je­man­den, der noch bes­se­re Ar­beits­tech­ni­ken an­bie­tet, der viel­leicht, so wie sie selbst, Angst vor den ei­ge­nen Ge­füh­len hat und der nicht ver­mit­teln kann, dass es wich­tig ist, ei­ge­ne Ge­füh­le wahr­neh­men und in­te­grie­ren zu kön­nen.
Es gibt Ma­na­ger, die au­to­ri­tär und be­stim­mend auf­tre­ten. Auch die­se wäh­len häu­fig einen Coach, der sich ih­nen eben­so an­passt wie die Mit­ar­bei­ter, und der sich nicht traut, Klar­text zu re­den. Die­se Füh­rungs­kräf­te be­kom­men durch ihre Wahl die ge­wünsch­te Be­stä­ti­gung, er­fah­ren je­doch we­nig Neu­es über sich.
Und es gibt Ma­na­ger, die Angst ha­ben, falsche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Auch sie lan­den im­mer wie­der bei ei­nem Coach, der auf die er­leb­te Hilf­lo­sig­keit sei­nes Kli­en­ten mit Ret­ter-Ver­hal­ten rea­giert und dem Ma­na­ger die Ent­schei­dun­gen ab­nimmt.
Die­se Rei­he lie­ße sich pro­blem­los fort­set­zen. In vie­len Fäl­len sind die be­schrie­be­nen Ma­na­ger mit ih­rem Coach zu­frie­den. Die­ser hat oft kurz­zei­tig

zu ei­ner Ver­än­de­rung der Si­tua­ti­on bei­ge­tra­gen. Doch lang­fris­tig füh­ren sol­che Coa­ching-Be­zie­hun­gen eher zu ei­ner Ver­schlech­te­rung der Lage.
Der Grund für eine der­art miss­glück­te Coach­wahl sind un­be­wuss­te psy­chi­sche Vor­gän­ge. Jede un­se­rer Ent­schei­dun­gen wird von sol­chen un­be­wuss­ten Ab­läu­fen be­ein­flusst. Sie wir­ken umso in­ten­si­ver und ha­ben umso ne­ga­ti­ve­re Fol­gen, je we­ni­ger man über ihre Exis­tenz weiß. Das gilt für alle Ent­schei­dun­gen, egal ob be­ruf­lich oder pri­vat. Die wich­tigs­te Re­gel des Un­be­wuss­ten heißt, et­was poin­tiert for­mu­liert: Alle Men­schen be­kom­men im Le­ben mit ho­her Wahr­schein­lich­keit das, was sie (un­be­wusst) er­war­ten oder be­fürch­ten und nicht das, was sie (be­wusst) wol­len.
Wir ar­bei­ten seit 15 Jah­ren als Coa­ches, in der Su­per­vi­si­on von Kol­le­gen und in der Coa­chin­g­aus­bil­dung. Als wir be­gan­nen, die Er­fah­run­gen aus die­ser Zeit aus­zu­wer­ten, stell­ten wir fest, dass die un­be­wuss­ten Ein­flüs­se eine we­sent­li­che Rol­le bei der Wahl des Coach spie­len. Im­mer wie­der wäh­len Ma­na­ger ge­ra­de die­je­ni­gen Coa­ches, die ihre Schwie­rig­kei­ten nur zum Teil er­fas­sen und Schein­lö­sun­gen an­bie­ten. Wir fan­den her­aus, dass es zahl­rei­che Fal­len gibt, die sich im Coa­ching aus un­be­wuss­ten Vor­gän­gen ent­wi­ckeln. Wer es schafft, die ver­deck­ten, im­pli­zi­ten und un­be­wuss­ten Fak­to­ren bei der Wahl ei­nes Coach und ei­nes Coa­chin­gan­sat­zes zu be­rück­sich­ti­gen, hat grö­ße­re Chan­cen, sei­ne Pro­ble­me zu lö­sen.
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