Die drei Disziplinen gesunden Wachstums

WERTE:

HBM März 2005

Nichts, was blei­ben soll, kommt schnell. Nach angst­ge­trie­be­nen Fu­sio­nen ma­chen vie­le Fir­men die schmerz­li­che Er­fah­rung, dass das öko­no­mi­sche Wachs­tum trotz al­ler An­stren­gun­gen sta­gniert, ir­gend­wie fest­ge­fah­ren ist. Wa­rum? Weil an­de­re Wer­te nicht mit­ge­wach­sen sind.
Im Fol­gen­den will ich drei Dis­zi­pli­nen be­schrei­ben, die teil­wei­se in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten sind. Die­se in Ba­lan­ce zu brin­gen soll­te das Ziel ei­ner wachs­tum­s­ori­en­tier­ten Un­ter­neh­mens­füh­rung sein. Die zu Grun­de lie­gen­den Wer­te bil­den eine lo­gi­sche Ebe­ne über al­len an­de­ren Zie­le­be­nen, wie sie zum Bei­spiel die Ba­lan­ced Sco­re­card lie­fert. Un­ter­neh­men, die ge­sund wach­sen wol­len, müs­sen da­nach einen brei­ten An­satz wäh­len, der Er­geb­nis­se auf fol­gen­den Ebe­nen kom­bi­niert:
n öko­no­mi­sche Wohl­fahrt,
n Le­gi­ti­mi­tät,
n kol­lek­ti­ve Iden­ti­tät.
Mit öko­no­mi­scher Wohl­fahrt mei­ne ich die wirt­schaft­li­che Da­seins­für- und -vor­sor­ge. Sie wird der­zeit vor

al­lem durch quan­ti­ta­ti­ve Zie­le - etwa Ren­ta­bi­li­tät - ab­ge­bil­det. Die For­de­rung nach Le­gi­ti­mi­tät zielt auf die Zu­stim­mungs­ba­sis der Un­ter­neh­mens­füh­rung. Kol­lek­ti­ve Iden­ti­tät stellt die Fra­ge nach der Un­ter­neh­mens­gren­ze: Ohne ein um­grenz­tes und phy­sisch vor­stell­ba­res „Wir“ ist ein Un­ter­neh­men als Un­ter­neh­men kaum denk­bar. Die drei Dis­zi­pli­nen - öko­no­mi­sche Wohl­fahrt, Le­gi­ti­mi­tät und kol­lek­ti­ve Iden­ti­tät - be­ein­flus­sen ein­an­der wech­sel­sei­tig. Sie ste­hen in ei­nem sen­si­blen Ver­hält­nis, mit­un­ter las­sen sich ihre Be­din­gun­gen nicht so leicht in Ein­klang brin­gen.
An die­ser Stel­le soll­te Füh­rung an­set­zen: Sie ist da­für ver­ant­wort­lich, Mehr­deu­tig­kei­ten und Ziel­kon­flik­te auf­zu­lö­sen. Wenn Füh­rungs­kräf­te eine die­ser Dis­zi­pli­nen iso­lie­ren, ge­fähr­den sie die Wachs­tums­zie­le des Un­ter­neh­mens ins­ge­samt. Be­trach­ten wir also das Wech­sel­ver­hält­nis nä­her, wo­bei ich vor al­lem die Di­lem­ma­ta an­spre­chen möch­te, die uns in der Pra­xis be­geg­nen.
Ers­te Dis­zi­plin:
Öko­no­mi­sche Wohl­fahrt
Der Be­griff „öko­no­mi­sche Wohl­fahrt“ mag zu­nächst be­frem­den, denn vie­le set­zen ihn mit dem Ge­winn­stre­ben des Un­ter­neh­mens gleich. Der Ge­winn ist in der Vor­stel­lungs­welt von Ma­na­gern ein wich­ti­ges Sym­bol, an dem sie ihr Tun ori­en­tie­ren. Den­noch wis­sen wir, dass Un­ter­neh­men - zu­min­dest auf Zeit - wirt­schaft­li­ches Über­le­ben auch auf an­de­re Wei­se si­chern kön­nen: durch per­ma­nen­ten Geld­nach­fluss vom Ka­pi­tal­markt, durch staat­li­che Sub­ven­tio­nen oder durch Quer­fi­nan­zie­run­gen aus dem Un­ter­neh­mens­ver­bund.
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