Fordernde Liebe

SUPPLY-CHAIN-MANAGEMENT:

HBM März 2005

Kein Un­ter­neh­men muss heu­te über­zeugt wer­den, dass gute Part­ner­schaf­ten das Rück­grat der Lie­fer­ket­te sind - vor al­lem in ei­ner grö­ßen- und tech­no­lo­gie­ge­trie­be­nen Welt­wirt­schaft. Ins­be­son­de­re in den ent­wi­ckel­ten Volks­wirt­schaf­ten kau­fen Un­ter­neh­men mehr Kom­po­nen­ten und Dienst­leis­tun­gen von Zu­lie­fe­rern ein als frü­her. Nach Schät­zun­gen der ame­ri­ka­ni­schen Zeit­schrift „Purcha­sing“ ga­ben die 100 größ­ten US-Her­stel­ler 2002 von je­dem Dol­lar Um­satz 48 Cent für die Ma­te­ri­al­be­schaf­fung aus. 1996 wa­ren es noch 43 Cent ge­we­sen.
Fir­men ver­las­sen sich im­mer häu­fi­ger auf ihre Zu­lie­fe­rer, um Kos­ten zu re­du­zie­ren, die Qua­li­tät zu ver­bes­sern so­wie neue Pro­zes­se und Pro­duk­te schnel­ler zu ent­wi­ckeln als ihre Kon­kur­renz. Tat­säch­lich über­prü­fen ei­ni­ge Un­ter­neh­men be­reits, ob sie ihre Pro­duk­te wei­ter­hin selbst mon­tie­ren müs­sen oder ob sie die Pro­duk­ti­on nicht voll­stän­dig aus­glie­dern kön­nen. Das The­ma ist nicht, ob Un­ter­neh­men

ihre di­stan­zier­te Be­zie­hung zu Zu­lie­fe­rern in enge Part­ner­schaf­ten um­wan­deln soll­ten, son­dern wie sie dies tun soll­ten.
Glück­li­cher­wei­se ge­hen die Mei­nun­gen zu die­sem The­ma nicht weit aus­ein­an­der. Fach­leu­te sind sich ei­nig, dass west­li­che Un­ter­neh­men wie ihre ja­pa­ni­schen Kon­kur­ren­ten Zu­lie­fe­rer-Kei­ret­su bil­den soll­ten. Das sind eng ge­knüpf­te Netz­wer­ke von Zu­lie­fer­fir­men, die ge­mein­sam mit ih­rer Mut­ter­ge­sell­schaft fort­lau­fend ler­nen, sich ver­bes­sern und wach­sen. (Wir sind üb­ri­gens nicht der Auf­fas­sung, dass Un­ter­neh­men kom­ple­xe fi­nan­zi­el­le Über­kreuz­be­tei­li­gun­gen mit ih­ren Zu­lie­fe­rern ein­ge­hen soll­ten, wie es ja­pa­ni­sche Fir­men tun.)
Für Un­ter­neh­men, de­nen bei der Aus­sicht et­was ban­ge wird, fa­mi­li­äre Ban­de mit Zu­lie­fe­rern zu knüp­fen, die sie üb­li­cher­wei­se drang­sa­liert ha­ben, hat un­se­re Stu­die ei­ni­ge schlech­te und ei­ni­ge gute Neu­ig­kei­ten.
Zu­erst die schlech­ten Nach­rich­ten: Es ist här­ter, Be­zie­hun­gen mit Zu­lie­fer­fir­men auf­zu­bau­en, als Un­ter­neh­men den­ken. Seit mehr als 20 Jah­ren ver­su­chen es vie­le ame­ri­ka­ni­sche Fir­men er­folg­los. Im Rah­men der Qua­li­täts­of­fen­si­ve der 80er Jah­re ga­ben sie vor, das ja­pa­ni­sche Part­ner­schafts­mo­dell zu über­neh­men. Sie stri­chen die Zahl der Zu­lie­fe­rer zu­sam­men und ge­währ­ten den üb­rig ge­blie­be­nen Lang­zeit­ver­trä­ge. Zu­dem er­mu­tig­ten sie ihre Zu­lie­fe­rer, wie­der­um de­ren Zu­lie­fe­rer zu kon­trol­lie­ren. Sie brach­ten die gu­ten Zu­lie­fer­fir­men auch dazu, kom­plet­te Un­ter­sys­te­me statt nur Kom­po­nen­ten zu pro­du­zie­ren, Ver­ant­wor­tung für Qua­li­tät und Kos­ten zu über­neh­men und be­darf­s­ori­en­tiert zu lie­fern. Das ame­ri­ka­ni­sche Na­tio­nal In­sti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy (NIST), das US-Un­ter­neh­men für ex­zel­len­te Qua­li­tät mit dem Mal­colm Bald­ri­ge Na­tio­nal Qua­li­ty Award (MB­N­QA) aus­zeich­net, spie­gel­te die­sen Trend wi­der. Im Jahr 2001 führ­te das MB­N­QA-Ko­mi­tee die se­pa­ra­te Ka­te­go­rie „Schlüs­sel­lie­fe­ran­ten und Kun­den­part­ner­schaft und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­cha­nis­men“ ein.
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