Neue Produkte für die jungen Alten

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HBM Januar 2005

Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del geis­tert als Schre­ckens­ge­spenst durch Ta­ges­zei­tun­gen, Talks­hows und Nach­rich­ten­ma­ga­zi­ne: Sin­ken­de Ren­ten, stei­gen­de So­zi­al­ab­ga­ben, über­füll­te Al­ters­hei­me, ex­plo­die­ren­de Kos­ten im Ge­sund­heits­we­sen sind die Schlag­wör­ter.
Die­ses düs­te­re Bild ist zu ein­sei­tig. Denn der Wan­del bie­tet neue Chan­cen für die Wirt­schaft: Wer Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen an den Be­dürf­nis­sen äl­te­rer Men­schen ori­en­tiert, kann rie­si­ge Märk­te er­schlie­ßen. Län­der wie Ja­pan, in de­nen sich der Wan­del schnel­ler voll­zo­gen hat als in Eu­ro­pa, kön­nen als Vor­bild die­nen. Doch hier zu Lan­de ha­ben Un­ter­neh­men auf die­se Ent­wick­lung noch nicht rea­giert, so das Er­geb­nis ei­ner em­pi­ri­schen Un­ter­su­chung des In­sti­tuts für Tech­no­lo­gie­ma­na­ge­ment an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len. Mehr als hun­dert Schwei­zer Un­ter­neh­men aus elf ver­schie­de­nen Bran­chen wur­den da­nach ge­fragt, wie sie dem de­mo­gra­fi­schen Wan­del be­geg­nen (sie­he Kas­ten Sei­te 65).
Im­mer­hin: Eine große Mehr­heit der Be­frag­ten (85 Pro­zent) fin­det es wich­tig, die Pro­duk­te an den spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­sen äl­te­rer Men­schen aus­zu­rich­ten. An der Um­set­zung im ei­ge­nen Un­ter­neh­men man­gelt es je­doch; nur ein knap­pes Drit­tel der Un­ter­neh­men (32 Pro­zent) bie­tet be­reits al­ters­ge­rech­te Pro­duk­te an. 70 Pro­zent der we­ni­gen Fir­men, die al­ters­ent­spre­chen­de Pro­duk­te an­bie­ten, sind mit die­ser Di­ver­si­fi­zie­rung zu­frie­den und be­stä­ti­gen, dass die Pro­duk­te am Markt er­folg­reich sind. Nur etwa ein Fünf­tel der be­frag­ten Füh­rungs­kräf­te hat Markt­stu­di­en im Zu­sam­men­hang mit der Al­ters­ver­schie­bung der Ge­sell­schaft ge­le­sen oder gar in Auf­trag ge­ge­ben.
Die­se Zu­rück­hal­tung ist kaum zu ver­ste­hen. Nach An­ga­ben des sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes in Wies­ba­den ist die Be­völ­ke­rungs­grup­pe der über 50-Jäh­ri­gen wirt­schaft­lich gut si­tu­iert. In Deutsch­land und der Schweiz ver­fü­gen die­se Men­schen ge­mein­sam über eine Kauf­kraft von mehr als 150 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr. Über 60 Pro­zent der Ver­mö­gen in Deutsch­land, etwa 2200 Mil­li­ar­den Euro, be­fin­den sich in den Hän­den der über 50-Jäh­ri­gen. Hin­zu kommt, dass der Wert des durch­schnitt­li­chen mo­nat­li­chen Haus­halts­net­to­ein­kom­mens in der Ge­ne­ra­ti­on der über 50-Jäh­ri­gen in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig ge­stie­gen ist. Es lag im Jahr 2002 im Schnitt bei 1900 Euro. Das Po­ten­zi­al ist enorm: Auf ab­seh­ba­re Zeit wird die­se Grup­pe noch er­heb­lich grö­ßer wer­den; gleich­zei­tig wird der An­teil jün­ge­rer Kun­den nicht nur pro­zen­tu­al zu­rück­ge­hen, son­dern auch die Ge­samt­zahl jün­ge­rer Men­schen wird sich ver­rin­gern.
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