Die dunkle Seite der Macht

FÜHRUNG:

HBM September 2004

Wir er­zäh­len ein­an­der Ge­schich­ten, um zu le­ben", schrieb einst die ame­ri­ka­ni­sche Au­to­rin und Jour­na­lis­tin Joan Di­di­on, um den un­be­grün­de­ten Op­ti­mis­mus zu er­klä­ren, den Men­schen an den Tag le­gen. Gute Ge­schich­ten ma­chen die Welt er­träg­li­cher. Des­halb wol­len wir un­be­dingt et­was er­zäh­len und hö­ren, was uns auf­mun­tert; selbst wenn das Bild, das wir auf die­se Wei­se er­hal­ten, nicht so voll­stän­dig ist, wie es sein müss­te.
Men­schen, die Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten ana­ly­sie­ren, sind die­sem in­ne­ren Be­dürf­nis in ho­hem Maße zum Op­fer ge­fal­len. Fast alle in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten er­folg­rei­chen Au­to­ren von Füh­rungs­li­te­ra­tur ha­ben die Sehn­sucht ih­rer Le­ser (und mög­li­cher­wei­se auch ihre ei­ge­ne) nach po­si­ti­ven Ge­schich­ten ge­stillt. Den­ken Sie nur an ei­ni­ge Best­sel­ler der ver­gan­ge­nen 20 bis 30 Jah­re: an das Buch „Auf der Su­che nach Spit­zen­leis­tun­gen“ von Tho­mas J. Pe­ters und Ro­bert H. Wa­ter­man Jr., an den Ti­tel „Füh­rungs­kräf­te“ von War­ren Ben­nis und Burt Na­nus, an „Ab­schied vom Er­b­sen­zäh­ler“ von John P. Kot­ter oder an „Buil­ding Lea­ders“ von Jay A. Con­ger und Beth Ben­ja­min.
Ob­wohl ei­ni­ge Au­to­ren seit kur­z­em ge­gen den blin­den Glau­ben an das der Füh­rung in­ne­woh­nen­de Gute pro­tes­tie­ren - be­son­ders Syd­ney Fin­kel­stein in sei­nem Buch „Why Smart Exe­cu­ti­ves Fail: And What You Can Learn from Their Mi­sta­kes“ -, ver­tritt die Mehr­heit der aus­ge­spro­chen er­folg­rei­chen Wis­sen­schaft­ler die häu­fig lei­den­schaft­lich vor­ge­tra­ge­ne Auf­fas­sung, dass ef­fek­ti­ve Füh­rungs­kräf­te ver­dienst­vol­le Men­schen sei­en oder zu­min­dest gute Ab­sich­ten hät­ten. So ent­steht zwangs­läu­fig der Ein­druck, dass schlech­te Men­schen per de­fi­ni­tio­nem kei­ne gu­ten Füh­rungs­kräf­te sein kön­nen
Wä­ren die meis­ten Füh­rungs­kräf­te edle Men­schen, wäre ver­ständ­lich, wa­rum wir das Po­si­ti­ve her­aus­strei­chen. Aber in Wirk­lich­keit gibt es na­tür­lich über­all Füh­rungs­kräf­te mit Ma­keln. Über­mä­ßi­ger per­sön­li­cher Ehr­geiz und Gier ha­ben man­chen Un­ter­neh­mens­chef mit dem Ge­setz in Kon­flikt ge­ra­ten las­sen. Al­lein in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren wur­den dut­zen­de mäch­ti­ge und er­folg­rei­che Top­ma­na­ger we­gen un­ter­schied­li­cher Fi­nanz­ver­ge­hen straf­recht­lich ver­folgt.
Den­ken Sie etwa an Andy Fas­tow, den Ex-Fi­nanz­chef des Ener­gie­rie­sen En­ron, oder an Den­nis Koz­low­ski, einst Chef des Misch­kon­zerns Tyco. Selbst Mar­tha Ste­wart, die di­ven­haf­te Chefin des gleich­na­mi­gen Han­dels­un­ter­neh­mens für Haus­halts­wa­ren, hat sich in den Rei­gen der An­ge­klag­ten ein­ge­reiht.
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