Das Alpha-Tier zähmen

COACHING:

HBM August 2004

Hoch­in­tel­li­gent, selbst­si­cher und er­folg­reich: Etwa 70 Pro­zent al­ler Füh­rungs­kräf­te sind Al­pha-Män­ner. Wie das Eti­kett im­pli­ziert, han­delt es sich da­bei um Men­schen, die erst als An­füh­rer glück­lich sind - wenn sie das Sa­gen ha­ben. Ob­wohl es vie­le er­folg­rei­che weib­li­che Füh­rungs­kräf­te mit ähn­lich star­ker Per­sön­lich­keit gibt, ha­ben wir doch kaum eine ge­fun­den, die das Al­pha-Pro­fil kom­plett er­füllt (sie­he Kas­ten Sei­te 64).
Al­phas er­rei­chen Top­po­si­tio­nen in großen Un­ter­neh­men, weil sie ge­bo­re­ne Füh­rer sind und sich mit der Ver­ant­wor­tung auf eine Art wohl füh­len, die Nicht-Al­phas nie­mals er­rei­chen kön­nen. Die meis­ten Men­schen emp­fin­den es als Stress, wenn sie Wich­ti­ges ent­schei­den müs­sen; Al­phas sind da­ge­gen gest­resst, wenn har­te Ent­schei­dun­gen nicht in ih­ren fä­hi­gen Hän­den lie­gen. Ih­nen bie­tet das Tra­gen der Ver­ant­wor­tung einen sol­chen Ner­ven­kit­zel, dass sie be­reit­wil­lig ein Maß an Ver­ant­wor­tung über­neh­men, das die meis­ten ver­nünf­ti­gen Men­schen für zu groß hiel­ten. Tat­säch­lich ist ein mo­der­nes Un­ter­neh­men ohne Al­pha-Füh­rer nur schwer vor­stell­bar.
Aber wa­rum brau­chen dann so vie­le von ih­nen einen Ma­na­ge­ment­trai­ner? Es sind eben die­se Kern­fä­hig­kei­ten, die die Zu­sam­men­ar­beit mit ih­nen so schwie­rig und oft frus­trie­rend ma­chen. Un­ab­hän­gig und hand­lungs­ori­en­tiert wie sie sind, hal­ten Al­phas über­durch­schnitt­li­che Leis­tung für selbst­ver­ständ­lich - und zwar bei sich selbst und bei an­de­ren. Nach­dem ein Wirt­schafts­jour­na­list den ehe­ma­li­gen Ge­ne­ral-Elec­tric-Chef Jack Welch und den In­tel-Grün­der Andy Gro­ve in­ner­halb ei­ner Wo­che ge­trof­fen hat­te, stell­te er fest: „Oh wie be­ein­dru­ckend und an­re­gend sie sind! Aber ich bin froh, dass ich nicht für sie ar­bei­ten muss.“
Die Al­phas, mit de­nen wir zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben, den­ken sehr schnell. Die­ses schnel­le Den­ken kann sie da­von ab­hal­ten, an­de­ren zu­zu­hö­ren - be­son­ders wenn sie nicht in der Al­pha-Spra­che kom­mu­ni­zie­ren. Ihre Un­ge­duld kann dazu füh­ren, dass sie sub­ti­le, aber wich­ti­ge De­tails nicht mit­be­kom­men. Dar­über hin­aus ha­ben Al­phas zu al­lem eine Mei­nung und ge­ste­hen sel­ten ein, dass ihre Ein­schät­zun­gen falsch oder un­voll­stän­dig sein könn­ten. Schon früh im Le­ben stel­len Al­phas fest, dass sie klü­ger sind als die meis­ten Men­schen, viel­leicht so­gar klü­ger als ihre El­tern und Leh­rer. Als Er­wach­se­ne glau­ben sie, dass ihre Er­kennt­nis­se ein­zig­ar­tig sind, und ver­trau­en völ­lig ih­rem In­stinkt.
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