Ihr Geschäftsplan muß Investoren überzeugen

HBM 1/1998

Fir­men­grün­der brau­chen Geld, in der Re­gel das an­de­rer Leu­te. Um es auf­zu­trei­ben, le­gen sie Ge­schäftsplä­ne vor. Aber er­fah­re­ne Wag­nis­fi­nan­ziers wis­sen längst, daß die­se Plä­ne meist nicht das Pa­pier wert sind, auf dem sie ste­hen - vor al­lem die so pe­ni­bel de­tail­lier­ten Fi­nanz­pro­gno­sen sind ge­wöhn­lich rei­ne Phan­ta­sie­pro­duk­te. Jung­un­ter­neh­mer da­ge­gen glau­ben all­zu­gern an die Macht der Zah­len, stop­fen ihre Ge­schäftsplä­ne voll da­mit, wäh­rend ihre pro­spek­ti­ven Geld­ge­ber an­de­res weit mehr in­ter­es­siert: Was für Leu­te sind das, die das Vor­ha­ben pla­nen? Worin ge­nau be­steht die Ge­schäftschan­ce? Wie ist das Um­feld be­schaf­fen? Und - na­tür­lich - wie wahr­schein­lich ist es, Geld zu ver­lie­ren oder zu ver­die­nen? So groß der Op­ti­mis­mus von Ent­re­pre­neu­ren auch sein mag - sie dür­fen die Fak­ten in ih­ren Plä­nen kei­nes­falls schö­nen und müs­sen die not­wen­di­gen An­ga­ben lie­fern. Sie soll­ten sich ver­pflich­tet füh­len, die rich­ti­gen Fra­gen an­zu­schnei­den und rich­tig - und selbst­kri­tisch - be­ant­wor­ten. Wer so vor­geht, fin­det die In­ves­to­ren, die sein Vor­ha­ben fi­nan­zie­ren und es schon aus ei­ge­nem In­ter­es­se wei­ter­hin be­glei­ten.
Über Wag­nis­grün­dun­gen - und wie sie ab­lau­fen (soll­ten) - spricht heu­te alle Welt. Nur we­ni­ge Aspek­te wer­den da­bei so aus­führ­lich dis­ku­tiert wie der Ge­schäfts­plan. Zahl­lo­se Bü­cher und Pres­se­ar­ti­kel be­fas­sen sich da­mit, die Zahl der all­jähr­li­chen Preis­wett­be­wer­be für den bes­ten Ge­schäfts­plan nimmt stän­dig zu, und Hoch­schu­len wid­men dem The­ma gan­ze Se­mi­na­re. Bei all die­sem Rum­mel um Ge­schäftsplä­ne soll­te man fast an­neh­men: Das ein­zi­ge, was zwi­schen ei­nem Möch­te­gern-Un­ter­neh­mer und sei­nem spek­ta­ku­lä­ren Er­folg steht, sind viel­far­bi­ge Hoch­glanz­dia­gram­me, jede Men­ge äu­ßerst pe­ni­bel wir­ken­de Kal­ku­la­ti­ons­ta­bel­len und bis ins nächs­te Jahr­zehnt ge­rech­ne­te mo­nat­li­che Fi­nanz­pro­gno­sen.
In Wahr­heit ist al­les ganz an­ders. Nach mei­nen Er­fah­run­gen mit Hun­der­ten von Un­ter­neh­mens­grün­dun­gen ist Ge­schäftsplä­nen al­len­falls der Wert 2 zu­zu­mes­sen - auf ei­ner Ska­la, die von 1 bis 10 reicht -, wenn es zu wer­ten gilt, wie gut sie den Er­folg ei­nes Jung­un­ter­neh­mers vor­her­sa­gen. Zu­wei­len trifft eher zu: Je ein­ge­hen­der der Plan aus­ge­führt ist, de­sto wahr­schein­li­cher er­lei­det das neue Un­ter­neh­men spä­ter Schiff­bruch.
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