Erfolge mit Joint Ventures

INNOVATIONSKRAFT UND MARKETINGSTÄRKE SOLLTEN SICH GEGENSEITIG ERGÄNZEN:

HBM 3/1983


JA­MES D. HLA­VA­CEK ist Pro­fes­sor an der School of Busi­ness der State Uni­ver­si­ty von New York in Al­ba­ny. Au­ßer­dem ist er Vor­sit­zen­der der Ven­ture Ma­na­ge­ment Di­vi­si­on der Ame­ri­can Mar­ke­ting As­so­cia­ti­on. BRI­AN H. DO­VEY ist Pre­si­dent von Sur­vi­val Tech­no­lo­gy, Inc. in Be­thes­da (Ma­ry­land), ei­nem klei­nen Un­ter­neh­men, das Pro­duk­te für die me­di­zi­ni­sche For­schung und die Ge­sund­heits­für­sor­ge her­stellt. JOHN J. BION­DO ist Pre­si­dent und Fi­nanz­chef von So­lid State Tech­no­lo­gy, Inc. in Wil­ming­ton (Massa­chu­setts), ei­ner klei­nen Ak­ti­en­ge­sell­schaft.

Joint Ven­tu­res zur Ein­füh­rung ei­nes neu­en Pro­dukts wer­den ge­grün­det, wenn zwei Un­ter­neh­men (hier: ein klei­nes und ein großes) in eine neue Bran­che, auf einen neu­en Markt oder in Rich­tung auf eine neue An­wen­dungs­wei­se in ei­nem eta­blier­ten Markt mit ei­nem Pro­dukt vor­sto­ßen wol­len, das für bei­de Un­ter­neh­men und wahr­schein­lich auch für den Markt neu ist. Da­bei stellt das klei­ne Un­ter­neh­men in ers­ter Li­nie die Tech­no­lo­gie, das große Un­ter­neh­men die Mar­ke­tin­ger­fah­rung zur Ver­fü­gung. Klei­ne, tech­no­lo­gie­st­ar­ke Un­ter­neh­men sind schon im­mer eine wich­ti­ge Quel­le für Pro­duk­tin­no­va­tio­nen ge­we­sen. Ei­ni­ge weg­wei­sen­de Un­ter­su­chun­gen ha­ben nach­ge­wie­sen, daß bis zu 74 Pro­zent al­ler tech­no­lo­gi­schen In­no­va­tio­nen auf klei­ne Un­ter­neh­men zu­rück­zu­füh­ren sind. Er­fin­dun­gen klei­ner Un­ter­neh­men sind bei­spiels­wei­se die Kli­ma­an­la­ge, Ba­ke­li­te, die au­to­ma­ti­sche Schal­tung und die Ste­reo­an­la­gen. Wir wol­len jetzt zu der Zeit vor 1972 zu­rück­keh­ren, als in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten mehr Geld als heu­te für das Wachs­tum von Un­ter­neh­men, zur Ent­wick­lung ei­ner Idee oder zur Rea­li­sie­rung ei­ner Vi­si­on zur Ver­fü­gung stand. Schon zu die­sem Zeit­punkt wäre es ver­nünf­tig ge­we­sen, wenn ein klei­nes Un­ter­neh­men die Fra­ge ei­nes Joint Ven­ture mit ei­nem großen Un­ter­neh­men er­wo­gen hät­te, aber we­gen der da­ma­li­gen Auf­ge­schlos­sen­heit des Markts für neue Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und auf­grund der Be­geis­te­rung für Un­ter­neh­mens­grün­dun­gen war der Part­ner für Joint Ven­tu­res fast im­mer das Bör­sen­pu­bli­kum. Markt­stu­di­en, die at­trak­ti­ve Ge­win­ner­war­tun­gen auf­zeig­ten, führ­ten zur An­samm­lung enor­mer Geld­men­gen für neue und an­rei­zen­de klei­ne Un­ter­neh­men. Als die Zei­ten här­ter wur­den, ver­rin­ger­te sich die Zahl der mit Ri­si­ko­ka­pi­tal ge­grün­de­ten Un­ter­neh­men und der auf Ri­si­ko­ka­pi­tal ge­grün­de­ten in­dus­tri­el­len Ak­ti­vi­tä­ten dras­tisch. Die Ma­gier der Wall Street zo­gen sich zu­rück, und das Bör­sen­pu­bli­kum, das schlech­te Er­fah­run­gen mit ris­kan­ten In­ves­ti­tio­nen ge­macht hat­te und nun auf Sta­peln wert­lo­ser Ak­ti­en saß, stand jetzt der Idee neu­er Emis­sio­nen oder der Grün­dung neu­er Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten ab­leh­nend ge­gen­über. Der Schwund des Ri­si­ko­ka­pi­tals für Neu­e­mis­sio­nen scha­de­te nicht nur den­je­ni­gen, die ein Un­ter­neh­men grün­den woll­ten, oder den klei­nen Un­ter­neh­men, die auf eine Fi­nan­zie­rung durch Ka­pi­tal­er­hö­hung an­ge­wie­sen wa­ren, son­dern be­hin­der­te auch in star­kem Maße die Wachs­tumsplä­ne klei­ner Un­ter­neh­men, die ge­ra­de vor ih­rer drit­ten be­zie­hungs­wei­se vier­ten Fi­nan­zie­rungs­wel­le stan­den. Das Pro­blem wur­de noch durch zwei Bun­des­ge­set­ze er­schwert. Das Steu­er­re­form­ge­setz des Jah­res 1969 trat im Jah­re 1971 im vol­len Um­fang in Kraft und er­höh­te die Ka­pi­tal­er­trag­steu­er für Ge­win­ne aus lang­fris­ti­gen In­ves­ti­tio­nen von 25 auf 35 Pro­zent, so­weit sich die­se Ge­win­ne auf min­des­tens 50 000 Dol­lar be­lau­fen. Die­se er­höh­te Ka­pi­tal­er­trag­steu­er für Kör­per­schaf­ten schreck­te die Un­ter­neh­men von In­ves­ti­tio­nen oder Rein­ves­ti­tio­nen in Neu­e­mis­sio­nen ab. Des­halb ist es schwie­ri­ger ge­wor­den, Ka­pi­tal für ein klei­nes wach­sen­des Un­ter­neh­men auf­zu­brin­gen, das über we­nig Be­trie­bs­mit­tel ver­fügt und stän­dig an sei­ne fi­nan­zi­el­len Gren­zen stößt. Seit­dem sich das Bör­sen­pu­bli­kum zu­rück­ge­zo­gen hat, muß man an­de­re Part­ner fin­den. Als neu­er po­ten­ti­el­ler Part­ner kommt im all­ge­mei­nen ein großes Un­ter­neh­men in Fra­ge, das ge­wohnt ist, al­les zu be­stim­men und das sich auf die Ana­ly­se von ris­kan­ten Un­ter­neh­men ver­steht. Die ers­ten Fra­gen, die ein Großun­ter­neh­men mit ei­nem Um­satz von 500 Mil­lio­nen oder ei­ner Mil­li­ar­de Dol­lar bei der Ana­ly­se stellt, lau­ten im all­ge­mei­nen: Wie­so ist die­ses klei­ne Un­ter­neh­men mit ei­nem Jah­res­um­satz von fünf bis zehn Mil­lio­nen Dol­lar über­haupt auf dem Markt? Wa­rum müs­sen wir uns mit ihm ab­ge­ben? Und wenn sich aus den vor­an­ge­hen­den Fra­gen ein zwin­gen­der Grund für eine Be­zie­hung zu dem klei­nen Un­ter­neh­men er­ge­ben soll­te, kommt die nächs­te Fra­ge: Wie kön­nen wir das, was wir von die­sem Un­ter­neh­men ha­ben wol­len, mit dem ge­ringst­mög­li­chen recht­li­chen und fi­nan­zi­el­len Auf­wand er­hal­ten?
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