Integrierte Finanz- un­d­Er­geb­nis­pla­nung

HARVARDMANAGER-SERIE ÜBER MANAGEMENTFORSCHUNG IN DEUTSCHLAND (3): „BETRIEBLICHE FINANZWIRTSCHAFT“ AN DER UNIVERSITÄT BOCHUM:

HBM 2/1980


Dr. KURT BRUCH ist ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter des In­sti­tus „Neue Be­trie­bs­wirt­schaft“. Prof. Dr. KLAUS CHMIE­LE­WICZ lehrt an der Uni­ver­si­tät Bo­chum. Die Grund­ge­dan­ken des hier ge­schil­der­ten Mo­dells sind zum Teil sei­nem Buch „Be­trieb­li­che Fi­nanz­wirt­schaft“, de Gruy­ter-Ver­lag, Ber­lin 1976, ent­nom­men.

Der Zu­gang zum In­te­gra­ti­ons­mo­dell, das Chmie­le­wicz ent­wi­ckel­te, wird er­leich­tert, wenn man sich zu­nächst mit sei­ner the­sen­ar­ti­gen Zu­sam­men­stel­lung der Auf­ga­ben ei­ner Fi­nanz­rech­nung be­faßt. * Die Fi­nanz­rech­nung läßt über die Höhe des Li­qui­di­täts­sal­dos hin­aus auch die Ein­nah­men und Aus­ga­ben als Quel­len er­ken­nen, aus de­nen die­ser Sal­do stammt. Wäh­rend dies von der Bi­lanz fälsch­lich be­haup­tet wird, zeigt die Fi­nanz­rech­nung wirk­lich alle Fi­nan­zie­rungs­quel­len. Ver­än­de­rungs­ur­sa­chen des Li­qui­di­täts­sal­dos sind di­rekt er­sicht­lich. Die Fi­nanz­rech­nung er­weist sich so als Len­kungs­in­stru­ment zur Über­wa­chung des Li­qui­di­täts­ziels. Es wird die Auf­fas­sung ver­tre­ten, daß alle Fra­gen der Fi­nan­zie­rung und Li­qui­di­tät von der Fi­nanz­rech­nung statt wie bis­her von der Bi­lanz her zu ana­ly­sie­ren und zu be­ur­tei­len sind. * Die Fi­nanz­rech­nung macht deut­lich, daß die Li­qui­di­tät ein Ge­samt­phä­no­men des Be­trie­bes dar­stellt, daß also alle Ein­nah­men alle Aus­ga­ben de­cken müs­sen. Da­ge­gen kommt es nicht dar­auf an, ob zum Bei­spiel die Dar­lehn­sein­nah­men die Dar­lehns­aus­ga­ben aus­ga­ben oder die Ver­kaufsein­nah­men die Be­trie­bs­mit­te­l­aus­ga­ben de­cken. * Da­ne­ben gibt die Fi­nanz­rech­nung einen Ein­blick in das fi­nanz­wirt­schaft­li­che De­ckungs­ver­hält­nis des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses. Der Er­folgs­sal­do weist den In­nen­fi­nan­zie­rungs­be­trag aus dem Pro­duk­ti­ons­pro­zeß nach Be­rück­sich­ti­gung der Di­vi­den­denund In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben aus. * In der Fi­nanz­rech­nung kön­nen durch tiefe­re Un­ter­glie­de­rung zu­sätz­lich Zweck­zah­lun­gen und neu­tra­le Zah­lun­gen ge­trennt aus­ge­wie­sen wer­den. Zweck­zah­lun­gen fal­len im Rah­men des Be­trie­bsund Pro­duk­ti­ons­zwecks an, neu­tra­le Zah­lun­gen da­ge­gen au­ßer­halb des Be­trie­bs­zwecks. Die zweck­be­zo­ge­nen Ein­nah­men und Aus­ga­ben müs­sen im Gleich­ge­wicht sein, kei­nes­falls darf ein neu­tra­ler Über­schuß, der häu­fig Zu­fall­s­cha­rak­ter hat, Zweck­zah­lungs­de­fi­zi­te kom­pen­sie­ren. Des­halb ist nicht al­lein der Er­folgs­sal­do wich­tig, son­dern auch der Zweck­zah­lungs­sal­do. * Wie aus der Er­folgs­rech­nung ty­pi­sche Kos­ten- und Er­lös-Struk­tu­ren ab­les­bar sind, kön­nen aus der Fi­nanz­rech­nung cha­rak­te­ris­ti­sche Aus­ga­ben- und Ein­nah­me­struk­tu­ren er­kannt wer­den. * Die Fi­nanz­rech­nung gibt auch einen sys­te­ma­ti­schen Über­blick über al­ter­na­ti­ve Fi­nan­zie­rungs­for­men. * Die Fi­nanz­rech­nung muß wie eine glei­ten­de Mehr­pe­ri­oden­rech­nung auf­ge­baut wer­den. Die Wir­kun­gen lang­fris­ti­ger fi­nanz­wirt­schaft­li­cher Ent­schei­dun­gen kön­nen bei ei­ner kurz­fris­ti­gen Be­trach­tung nicht Be­rück­sich­ti­gung fin­den. * Die Ein­nah­men­sei­te der Fi­nanz­rech­nung kann als Maß­stab für die Be­trie­bs­grö­ße und das Be­trie­bs­wachs­tum her­an­ge­zo­gen wer­den. * Die Fi­nanz­rech­nung kann über die Li­qui­di­täts­über­wa­chung hin­aus auch als In­stru­ment zur Er­fas­sung der Ein­kom­mens­ver­tei­lung ein­ge­setzt wer­den. Geht man von den Er­folg­s­ein­nah­men als ver­teil­ba­re Brut­to­grö­ße aus, zeigt die Fi­nanz­rech­nung, wie sich die­se Ein­nah­men auf Ma­te­ri­al-, Lohn-, In­ves­ti­ti­ons-, Zins- und Di­vi­den­den­aus­ga­ben ver­tei­len, wie hoch die fi­nanz­wirt­schaft­li­che Wert­schöp­fung ist und wel­cher Be­trag als Er­folgs- be­zie­hungs­wei­se Li­qui­di­täts­sal­do üb­rig­bleibt.
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