Neue Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gi­en­re­vo­lu­tio­nie­ren die Unternehmen

WENN DYNAMISCHE VERÄNDERUNGEN IN DER PRODUKTION AUF VERALTETE ORGANISATIONS-, DENK-UND ENTSCHEIDUNGSSTRUKTUREN STOSSEN:

HBM 2/1989


RO­BERT H. HAYES ist Pro­fes­sor für Tech­no­lo­gie­ma­na­ge­ment an der Har­vard Busi­ness School. Sein letz­tes Buch, zu­sam­men mit Ste­ven C. Wheel­w­right und Kim B. Clark ver­faßt, er­schi­en vor kur­z­em: ,,Dy­na­mic Ma­nu­fac­tu­ring" (bei­Free Press, New York). PROF. RAM­CHANDRAN JAI­KU­MAR kon­zen­triert sich in sei­ner For­schung und Leh­re an der Har­vard Busi­ness School eben­falls auf das Ma­na­ge­ment mo­der­ner Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gi­en.

Bei ih­rem Vor­mar­sch auf den ame­ri­ka­ni­schen Märk­ten set­zen aus­län­di­sche Kon­kur­ren­ten Nied­riglöh­ne und/oder tech­ni­sche Fi­nes­sen als Waf­fen ein. Die Kun­den ver­lan­gen eine im­mer bes­se­re Qua­li­tät und grö­ße­re Viel­falt des An­ge­bots. Die Her­stel­ler se­hen sich in der Pflicht, Feh­ler­to­le­ran­zen und Pro­dukt­ge­stal­tun­gen die­sen hö­he­ren An­sprü­chen an­zu­pas­sen, Pro­dukt­män­gel aus­zu­mer­zen und das Tem­po zur Ein­füh­rung neu­er Pro­duk­te zu be­schleu­ni­gen. Und Pro­duk­ti­ons­sys­te­me à la just-in-time set­zen mitt­ler­wei­le auch die Zu­lie­fe­rer von Ori­gi­nal­bau­tei­len dem Zwang aus, ihre bis­her ge­wohn­ten Lie­fer- und Ser­vice-Nor­men stren­ger zu fas­sen. Zum Glück ver­fü­gen die Ma­na­ger in der Fer­ti­gung über eine Rei­he neu­er In­stru­men­te, um die­sen Her­aus­for­de­run­gen be­geg­nen zu kön­nen - Tech­no­lo­gi­en, die pro­gram­mier­ba­re Au­to­ma­ti­sie­rung dar­stel­len. (Dazu zäh­len vor al­lem CAD, CAM, CAE, FMS, Ro­bo­tik und CIM.) Ihr Ein­satz läßt all­sei­ti­ge Ver­bes­se­rung zu, bei Kos­ten, Qua­li­tät, Fle­xi­bi­li­tät, Aus­lie­fe­rung, Schnel­lig­keit und Kon­struk­ti­on. Eine kürz­lich in 20 ame­ri­ka­ni­schen Fir­men durch­ge­führ­te Un­ter­su­chung von FMS- Sys­te­men er­gab, daß mit ih­nen der Ar­beits­auf­wand um 50 Pro­zent und die ge­sam­ten Pro­duk­ti­ons­kos­ten um mehr als 75 Pro­zent ge­senkt wer­den konn­ten. FMS- An­la­gen hat­ten zu­dem eine Ver­klei­ne­rung des in­di­rekt be­schäf­tig­ten Per­so­nals, der Aus­schuß­quo­ten und der Fris­ten bei der Pro­duktein­füh­rung zur Fol­ge. Gleich­wohl ha­ben die meis­ten Un­ter­neh­men nach wie vor Schwie­rig­kei­ten, die­se Vor­tei­le auch für sich zu nut­zen. Lan­ge ver­fuh­ren sie beim Kauf ei­ner neu­en Aus­rüs­tung ganz so wie Fa­mi­li­en beim Er­werb ei­nes neu­en Au­tos: Weg mit dem al­ten Ding, her mit dem neu­en Wa­gen; an­schlie­ßend die hö­he­re Ge­schwin­dig­keit, die bes­se­re Fe­de­rung und den spar­sa­me­ren Ver­brauch ge­nie­ßen, doch im üb­ri­gen so le­ben wie bis­her. Aber die­ses Prin­zip des „Wie-Bis­her“ kann bei ei­ner neu­en Tech­no­lo­gie eine Ka­ta­stro­phe be­deu­ten. Denn rasch wer­den die Füh­rungs­kräf­te dar­auf sto­ßen, daß die An­schaf­fung ei­nes FMS oder je­der an­de­ren mo­der­nen Fer­ti­gungs­tech­nik eher dem Tausch des al­ten Au­tos ge­gen einen Hub­schrau­ber gleich­kommt. Fehlt es an Ver­ständ­nis und den rech­ten Vor­keh­run­gen für die um­stür­zen­den Mög­lich­kei­ten des neu­en Fer­ti­gungs­sys­tems, dann wer­den sie sich weit eher als un­be­quem denn als Vor­teil er­wei­sen - und als ein ge­rüt­telt Maß kost­spie­li­ger oben­drein. Wer einen Hub­schrau­ber an­schafft, kann sich da­mit neue Be­rufs- und Er­ho­lungs­mög­lich­kei­ten er­schlie­ßen, an ir­gend­ei­nem hüb­schen, ab­ge­le­ge­nen Ort woh­nen, neue Ar­beits­me­tho­den und einen neu­en Blick auf sei­ne ge­sam­te Le­bens­si­tua­ti­on ent­wi­ckeln. Liegt je­mand an all­dem gar nichts, dann wirft er ein­fach das klei­ne Ver­mö­gen zum Fens­ter hin­aus, das ihn der Kauf des Flie­gers so­wie der Er­werb der zu sei­nem Be­trieb er­for­der­li­chen Kennt­nis­se und Lo­gis­tik kos­tet. Im Klar­text: Wer wird schon einen Hub­schrau­ber an­schaf­fen, wenn ihm nicht wirk­lich al­les dar­an liegt, ihn auch best­mög­lich ein­zu­set­zen. Just die­ser Ein­satz aber muß gut or­ga­ni­siert wer­den.
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