Financial Design setzt Energien frei

PLANUNG UND GESTALTUNG VON SPEZIALISIERTEN PROJEKTFINANZIERUNGEN BEI SONDERANLÄSSEN:

HBM 1/1988


PROF. DR. HANS SIEG­WART ist Or­di­na­ri­us für Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re mit be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung des Rech­nungs­we­sens und Prä­si­dent des In­sti­tuts für Be­trie­bs­wirt­schaft an der Hoch­schu­le St. Gal­len. DR. DR. IVO G. CA­Y­TAS, Ha­bi­li­tand an der Hoch­schu­le St. Gal­len, war auf dem Ge­biet Wag­nis­fi­nan­zie­rung so­wie Fu­sio­nen und Ak­qui­si­tio­ne­ne in den USA tä­tig. DR. JU­LI­AN I. MA­HA­RI, Do­zent für Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re mit be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung der Fi­nan­zie­rung, des Con­trol­ling, des Fi­nanz- und des Rech­nungs­we­sens an der Hoch­schu­le St. Gal­len, ist in der in­ter­na­tio­na­len Un­ter­neh­mens­be­ra­tung, ins­be­son­de­re im In­vest­ment Ban­king tä­tig.

Es gibt bis­her kei­ne all­ge­mein an­er­kann­te De­fi­ni­ti­on von stra­te­gi­schen Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen. Das ist nicht un­be­dingt ein Nach­teil. Si­cher ist, daß nicht al­les, was zu­wei­len die­sen Na­men trägt, uns hier in­ter­es­sie­ren kann. Auch nicht je­der fi­nan­zi­el­le Vor­gang, der im Le­bens­zy­klus des Un­ter­neh­mens ein­ma­lig ist, ver­dient die Be­zeich­nung „Pro­jekt­fi­nan­zie­rung“ ? man den­ke zum Bei­spiel an die oft völ­lig rou­ti­ne­mä­ßig ab­lau­fen­den Bör­sen­ein­füh­run­gen oder check­lis­ten­ar­tig ty­pi­sier­te Groß­kre­di­te (grö­ße­rer Ex­por­t­auf­trag, Ein­mal­trans­ak­tio­nen ohne struk­tu­rel­le Kon­se­quen­zen). Sinn­voll er­scheint uns das in Ab­bil­dung 1 dar­ge­stell­te An­for­de­rungs­pro­fil an Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen nach sie­ben Schlüs­sel­kri­te­ri­en. Wir ge­hen im fol­gen­den von Bei­spie­len aus, die die­se Be­din­gun­gen meist zur Gän­ze er­fül­len. Um das Ver­ständ­nis zu er­leich­tern, kann man sich kon­zep­tu­ell an ei­ni­gen, in Ab­bil­dung 2 dar­ge­stell­ten ty­pi­schen An­halts­punk­ten ori­en­tie­ren. Sie ent­spre­chen an­nä­hernd dem von den Au­to­ren ge­mein­sam ent­wi­ckel­ten und in lau­fen­den For­schungs- und Be­ra­tungs­pro­jek­ten über das hier dar­stell­ba­re Aus­maß hin­aus dif­fe­ren­zier­ten An­satz der Son­der­an­läs­se. Da­bei han­delt es sich um ein ge­dank­lich im Grun­de sehr ein­fa­ches Zy­klus- und Pha­sen­mo­dell zur Er­klä­rung sub­stan­ti­el­ler Wert­schöp­fung und im­ma­te­ri­el­ler Ak­ti­va, das et­was spä­ter im Über­blick wie­der­ge­ge­ben ist. Ähn­li­che Vor­stel­lun­gen prä­gen schon seit lan­gem in be­zug auf ein­zel­ne Pro­duk­te die klas­si­schen Le­bens­zy­klus­theo­ri­en. Es über­rascht, wie­vie­le an­schei­nend ra­tio­nal nicht be­frie­di­gend er­klär­ba­re, aber nichts­de­sto­we­ni­ger sehr häu­fig be­ob­ach­te­te Re­ak­tio­nen der Fi­nanz­märk­te da­mit wi­der­spruchs­frei­er zu­gäng­lich und ver­ständ­lich wer­den. Wa­rum kommt die­sen Vor­gän­gen für die kon­ti­nu­ier­lich von den In­ha­bern und vom Markt vor­ge­nom­me­ne Un­ter­neh­mens­be­wer­tung eine so hohe, mit Blick auf die os­zil­lie­ren­den Kur­s­ent­wick­lun­gen oft über­trie­ben er­schei­nen­de Be­deu­tung zu? Ne­ben der sach­li­chen Er­klä­rung, die auf der tech­nisch-be­trie­bs­wirt­schaft­li­chen be­zie­hungs­wei­se ju­ris­ti­schen Struk­tur­wir­kung, den Fun­da­men­tals die­ser Er­eig­nis­se be­ruht, die aber zur Lö­sung der meis­ten Pro­ble­me von Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen doch nicht aus­reicht, gibt es nach un­se­ren Be­ob­ach­tun­gen noch eine an­de­re, die die­se Lücke schlie­ßen hilft: Aus­ge­hend von den ty­pi­schen Über­re­ak­tio­nen des Ka­pi­tal­markts auf zahl­rei­che Ver­laut­ba­run­gen sol­cher Vor­gän­ge, muß man die ver­brei­te­te, auf aus­schließ­li­cher Be­trach­tung von Fun­da­men­tals fu­ßen­de Be­trach­tungs­wei­se, die sich nur à la longue und da­mit für die ge­schäfts­po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen von Un­ter­neh­men und In­ves­to­ren nicht hin­rei­chend recht­fer­tigt, auf­ge­ben und einen hy­bri­den wei­te­ren Fak­tor in die Ana­ly­se auf­neh­men. Wir wol­len ihn be­wußt un­be­stimmt als den Reiz der Ver­än­de­rung, als Sti­mu­lus of Change be­zeich­nen. Ganz deut­lich ist fest­zu­hal­ten, daß es sich da­bei nicht um eine Re­naissance des be­kann­ten Ge­dan­kens han­delt, wo­nach eine lei­der nicht ge­nau faß­ba­re psy­cho­lo­gi­sche Rest­grö­ße wie ein Ko­bold ra­tio­na­le Er­war­tun­gen ver­wirrt. Man schiebt ihr die Schuld dar­an zu, daß die Rech­nung nicht auf­geht, und schon ist al­les wie­der im Lot. Das wäre wohl zu un­be­frie­di­gend ein­fach. Wo­von hier als dem für die prak­ti­sche Ar­beit zen­tra­len In­stru­ment beim Fi­nan­ci­al De­sign die Rede sein soll, ist al­les an­de­re als ir­ra­tio­nal und nur sehr am Ran­de, falls über­haupt, „psy­cho­lo­gisch“.
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