Pro­dukt­kos­ten­pla­nun­gin Teamarbeit

WIE DIE ZAHNRÄDERFABRIK RENK DIE HERSTELLKOSTEN SENKT:

HBM 4/1987


PROF. DR. KLAUS EHR­LEN­SPIEL be­klei­det den Lehr­stuhl für Kon­struk­ti­on im Ma­schi­nen­bau an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen. DR. HANS-JOA­CHIM SAU­ER­MANN, frü­her Renk, lei­tet jetzt bei der MAN AG die Ab­tei­lung Tech­ni­sches Con­trol­ling, Pro­dukt- und Pro­zeß­kos­ten­ana­ly­sen.

Es ist er­kenn­bar, daß mit rei­fer wer­den­der Tech­nik die Leis­tungs­merk­ma­le ei­nes Pro­dukts bei Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen im­mer selbst­ver­ständ­li­cher wer­den und der Ver­kaufs­preis die do­mi­nie­ren­de Rol­le spielt. Die Tech­nik wird von Kon­struk­ti­on und Ent­wick­lung in ho­hem Maße be­stimmt und so­mit auch die Kos­ten ei­nes Pro­dukts. Lei­der ist das Wis­sen für die Kos­ten­be­ein­flus­sung meist doch nicht in aus­rei­chen­dem Maße vor­han­den, wo es be­nö­tigt wird. Denn die ar­beits­tei­li­ge Struk­tur un­se­rer Un­ter­neh­men be­hin­dert die not­wen­di­gen In­for­ma­ti­ons­flüs­se. Kon­struk­teu­re sind von der Aus­bil­dung und be­trieb­li­chen In­for­ma­ti­on her un­ter­be­lich­tet in Kos­ten­wis­sen. Sie rüh­ren, wenn es um kos­ten­güns­ti­ges Kon­stru­ie­ren geht, meist mit der Stan­ge im Ne­bel. Sie ma­chen sich zum Bei­spiel über ein­zel­ne Ver­schrau­bungs- oder To­le­ranz­kos­ten vie­le Ge­dan­ken, ohne zu wis­sen, wo die wah­ren Re­ser­ven m den Ge­samt­kos­ten ei­nes Pro­dukts lie­gen. Die Ar­beits­tei­lung bringt nicht nur Vor­tei­le, wie Tay­lor um 1900 ge­meint hat. Sie hat auch den Nach­teil, daß jede Ab­tei­lung „Pri­vat Op­ti­mie­rung“ treibt und das Gan­ze da­bei zu kurz kommt. Die Kon­struk­ti­on soll­te mehr wis­sen dar­über, wie das Pro­dukt ge­stal­tet wer­den muß, da­mit die bei­spiels­wei­se in der Ma­te­ri­al­wirt­schaft, der Tei­le­fer­ti­gung oder der Mon­ta­ge vor­han­de­nen Kos­ten-(Zeit-)Re­ser­ven ge­nutzt wer­den kön­nen. Die Mau­ern des Nicht­wis­sens und Un­ver­ständ­nis­ses müs­sen von der Ge­schäfts­lei­tung für das ge­sam­te Un­ter­neh­men ein­ge­ris­sen wer­den, es muß Kos­ten­früh­er­ken­nung be­trie­ben wer­den, und es muß ein Kos­ten­be­wußt­sein ent­ste­hen. Die im fol­gen­den vor­ge­stell­te Me­tho­de der Pro­dukt­kos­ten­pla­nung kann einen Bei­trag zur Sen­kung der Pro­dukt­kos­ten leis­ten. Sie stellt ein EDV-ge­stütz­tes Pla­nungs­sys­tem für das ge­sam­te Un­ter­neh­men dar, das Pro­dukt­kos­ten, aus­ge­hend von den Ent­wick­lungs­kos­ten über die Ar­beits­vor­be­rei­tungs-, Son­der­be­trie­bs­mit­tel-, Ma­te­ri­al- und Fer­ti­gungs­kos­ten bis hin zu den Ga­ran­tie­kos­ten, plant und wäh­rend der Rea­li­sie­rung über­wacht. Be­tei­ligt sind die Stel­len des Un­ter­neh­mens, die Pro­dukt­kos­ten be­ein­flus­sen kön­nen. Für sie wer­den Auf­ga­ben, Kom­pe­ten­zen und Ver­ant­wor­tung for­mu­liert und Ver­fah­rens­fra­gen ge­re­gelt. Ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem wird un­ter­hal­ten, des­sen vor­dring­lichs­te Auf­ga­be es ist, zur Ent­schei­dungs­fin­dung ver­wen­det wer­den zu kön­nen und In­for­ma­tio­nen dort zur Ver­fü­gung zu stel­len, wo Ent­schei­dungs­al­ter­na­ti­ven auf­be­rei­tet und Ent­schei­dun­gen ge­fällt wer­den. Über die­ses Ver­fah­ren wird hier be­rich­tet. Es ist im Lauf von drei bis vier Jah­ren ent­wi­ckelt und er­probt wor­den und zeigt sich in der letz­ten Zeit als sehr er­folg­reich bei der Zahn­rä­der­fa­brik Renk, ei­nem Un­ter­neh­men der Ge­trie­be­bran­che mit cir­ca 1800 Mit­ar­bei­tern. Es wer­den dort Groß­ge­trie­be in Ein­zel­fer­ti­gung und Fahr­zeug­ge­trie­be in Se­rie her­ge­stellt. Die Her­stell­kos­ten konn­ten mit die­sem Ver­fah­ren um 10 bis 15 Pro­zent, oft auch mehr, ge­senkt wer­den. Es er­ge­ben sich durch die gute ge­mein­sa­me Ab­stim­mung au­ßer­dem Lie­fer­zeit­ver­kür­zun­gen und gra­du­el­le Qua­li­täts­ver­bes­se­run­gen. Für die Ein­rich­tung ei­nes Pro­dukt­kos­ten­pla­nungs­sys­tems sind zwei Vor­aus­set­zun­gen wich­tig. Die ers­te ist eine kla­re und de­fi­nier­te Zu­ord­nung von Auf­ga­ben, Kom­pe­ten­zen und Ver­ant­wor­tung für Kos­ten­stel­len im Un­ter­neh­men.
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