Merchant Bankingvor dem Durchbruch

RISIKOFREUDIGE BANKEN KAUFEN UND VERKAUFEN IMMER HÄUFIGER UNTERNEHMEN AUF EIGENE RECHNUNG:

HBM 1/1989


DR. IVO G. CA­Y­TAS be­faßt sich als Wirt­schafts­ju­rist in New York vor­ran­gig mit Kon­zern­zu­sam­menschlüs­sen, in­dus­tri­el­len Fi­nanz­stra­te­gi­en und Wag­nis­fi­nan­zie­run­gen. DR. JU­LI­AN I. MA­HA­RI ist Do­zent für Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re an der Hoch­schu­le St. Gal­len. Sei­ne Spe­zi­al­ge­bie­te sind mo­der­ne Fi­nan­zie­rungs­in­stru­men­te, Ma­na­ge­ment Con­trol­ling und Fi­nanz- und Rech­nungs­we­sen. Die bei­den ver­faß­ten das Buch „Im Ban­ne des In­vest­ment Ban­king: Fu­sio­nen und Über­nah­men über­le­ben den Crash '87“, Zü­rich und Düs­sel­dorf 1988.

Ge­hei­lig­te Tra­di­ti­on sieht das In­vest­ment Ban­king in ei­ner blo­ßen Be­ra­ter- und Ver­mitt­ler­rol­le zwi­schen In­ves­tor und An­la­ge­pro­jekt. Drei Grund­sät­ze stütz­ten die­se Ge­schäfts­phi­lo­so­phie: * Ver­mei­dung je­des Ei­gen­ri­si­kos, * Ver­mei­dung ei­ner Blo­cka­de der Ei­gen­mit­tel, * Ver­mei­dung er­kenn­ba­rer In­ter­es­sen­kon­flik­te. Die­se Selbst­be­schrän­kung soll­te po­li­tisch mo­ti­vier­ten An­grif­fen vor­beu­gen, die ei­ner tat­säch­li­chen oder ver­meint­li­chen Aus­wei­tung der „Ban­ken­macht“ gel­ten. Die In­sti­tu­te üb­ten also al­len­falls auf dem Ka­pi­tal­markt einen ge­wis­sen, wenn auch oft sub­stan­ti­el­len Ein­fluß aus, nicht aber im re­al­wirt­schaft­li­chen Be­reich. Des­sen Ent­wick­lung er­teil­te die Bör­se nur ihre „Zen­su­ren“. Zu die­ser Phi­lo­so­phie ge­hör­te es auch, daß Ban­ken - wenn nicht un­be­dingt er­for­der­lich - kei­ne län­ger­fris­ti­gen In­dus­trie­be­tei­li­gun­gen, schon gar kei­ne Mehr­heit­s­pa­ke­te an­stre­ben woll­ten und vie­les in Kauf nah­men, um mit ih­rer In­dus­trie­kund­schaft nicht in di­rek­te un­ter­neh­me­ri­sche Kon­kur­renz zu tre­ten. Doch mit all dem wird es dem­nächst vor­bei sein. In­vest­ment Ban­king, schon lan­ge und un­be­scha­det des Bör­sen- Crash eine der er­trag­reichs­ten Ge­schäftss­par­ten, kon­zen­triert sich mehr und mehr auf den Kern­be­reich Cor­po­ra­te Fi­nance (sie­he Ab­bil­dung). Dort fal­len die Ent­schei­dun­gen über die Fi­nan­zie­rungs­struk­tur und -kon­di­tio­nen, mit­hin auch über die rea­len Macht- und Be­herr­schungs­ver­hält­nis­se: Whoe­ver has the gold ma­kes the ru­les. Im Cor­po­ra­te-Fi­nance-Be­reich wie­der­um kommt der Lö­wen­an­teil der Ein­nah­men aus dem Res­sort Mer­gers & Ac­qui­si­ti­ons (M&A). Selbst bei be­rühm­ten Häu­sern in Eng­land und den USA macht er oft den Groß­teil des Ge­samt­ge­win­nes aus. Die Be­ra­tung und Fi­nan­zie­rung des Han­dels mit Un­ter­neh­men und Un­ter­neh­mens­tei­len läuft seit ei­nem Jahr­zehnt kon­junk­tu­ru­n­ab­hän­gig der­art pro­fi­ta­bel, daß in im­mer mehr Vor­stand­se­ta­gen ein re­vo­lu­tio­närer Denk­pro­zeß in Gang kam, des­sen Aus­wir­kun­gen erst all­mäh­lich ab­zu­schät­zen sind.
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