Die Kosten der Mit­be­stim­mun­gei­ne Quantité négligeable?

ERGEBNISSE EINER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG:

HBM 1/1987


PROF. DR. MAN­FRED BRUHN lehrt Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re und Mar­ke­ting an der Eu­ro­pean Busi­ness School (Schloß Reichartshausen/Rheingau). MAR­KUS HAUG ist As­sis­tent am In­sti­tut für Mar­ke­ting der EBS e.V.

Das Be­trie­bs­ver­fas­sungs­ge­setz von 1972 (Be­trVG) lös­te die ent­spre­chen­de Ge­setz­ge­bung von 1952 ab und ist zwi­schen­zeit­lich seit 15 Jah­ren in Kraft. Nach in­ten­si­ven öf­fent­li­chen Dis­kus­sio­nen im Vor­feld der Ver­ab­schie­dung die­ses Ge­set­zes hat­te sich das Ziel durch­ge­setzt, zum Schutz der Ar­beit­neh­mer­in­ter­es­sen die Di­rek­ti­ons­ge­walt des Ar­beit­ge­bers ein­zu­schrän­ken; hier­zu wur­den Mit­be­stim­mungs­rech­te für die Ar­beit­neh­mer ge­schaf­fen, und die Be­trie­bs­ver­fas­sung wur­de nach den Vor­stel­lun­gen ei­nes Gleich­ge­wichts­mo­dells kon­stru­iert. In re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den wird von den be­trof­fe­nen Ver­bän­den und der Wis­sen­schaft die Fra­ge der Be­ur­tei­lung des Be­trVG neu auf­ge­wor­fen. Es wird da­bei zum Teil ver­sucht, die Mit­be­stim­mung der Ar­beit­neh­mer ei­ner Kosten/Nutzen-Ana/yse zu un­ter­zie­hen. Wenn­gleich das Er­geb­nis die­ses Kal­küls für die be­trof­fe­nen Par­tei­en aus de­ren je­wei­li­ger Per­spek­ti­ve häu­fig ein­deu­tig fest­steht, ist es aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen, die aus dem Be­trVG re­sul­tie­ren­den Kos­ten- und Nut­zen­aspek­te für die Un­ter­neh­men zu quan­ti­fi­zie­ren. Dies gilt vor al­lem für den Nut­zen der Mit­be­stim­mung. We­der der volks­wirt­schaft­li­chen Ana­ly­se noch der em­pi­ri­schen So­zi­al­for­schung ist es ge­lun­gen, Nut­zen­ka­te­go­ri­en zu ope­ra­tio­na­li­sie­ren. Dem­ge­gen­über lie­gen An­sät­ze vor, die Kos­ten der Mit­be­stim­mung zu quan­ti­fi­zie­ren. Die Er­geb­nis­se ei­ner em­pi­ri­schen Er­he­bung über die Pra­xis des Be­trVG vom In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft aus dem Jah­re 1978 zei­gen, daß die Kos­ten der Be­trie­bs­rat­stä­tig­keit bei durch­schnitt­lich 179,81 DM pro Mit­ar­bei­ter lie­gen. Das ist etwa ein Pro­mil­le vom Um­satz, und viel­fach wur­de die­se Grö­ßen­ord­nung als eine ver­nach­läs­sig­ba­re Di­men­si­on be­zeich­net (sie­he Nie­den­hoff 1984 und Kapp­ler 1978). Sind die Kos­ten der Mit­be­stim­mung, ins­be­son­de­re der Be­trie­bs­rat­stä­tig­keit, tat­säch­lich eine Quantité négligeable? Ha­ben sich nach 15 Jah­ren Er­fah­rung mit dem Be­trVG neue Er­kennt­nis­se er­ge­ben? Im fol­gen­den soll dar­ge­legt wer­den, wel­che Aus­wir­kun­gen die An­wen­dung des Be­trie­bs­ver­fas­sungs­ge­set­zes in der Pra­xis hat. Nach ei­ner me­tho­di­schen Er­ör­te­rung wer­den am Bei­spiel ei­nes fi­lia­li­sier­ten Un­ter­neh­mens, das zu ei­ner Ket­te mit ei­nem Kon­zern­um­satz von cir­ca 1,3 Mil­li­ar­den DM ge­hört, die Kos­ten em­pi­risch be­stimmt.
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