Effizienzin der La­ger­wirt­schaft

NEUE GRAPHISCHE UND ANALYTISCHE VERFAHREN ZUR LÖSUNG EINES ALTEN MANAGEMENTPROBLEMS:

HBM 2/1986


DA­VID J. ARM­STRONG ist bei der Hew­lett-Packard Com­pa­ny als Spe­zia­list für Ver­trie­bs- und Lo­gis­tik­soft­wa­re tä­tig.

Die Vor­rä­te stel­len in al­len ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­men den zweit­größ­ten Ak­tiv­pos­ten nach den An­la­gen dar. Trotz des ho­hen An­teils der Be­stän­de an den Ver­mö­gens­wer­ten und der in­ten­si­ven For­schung auf dem Ge­biet der Fer­ti­gungs- und Be­stands­steue­rung läßt die Pro­duk­ti­vi­tät der La­ger­wirt­schaft in den meis­ten Fir­men im­mer noch zu wün­schen üb­rig, wie die fol­gen­den Zah­len zei­gen: * Laut dem „Eco­no­mic Re­port of the Pre­si­dent“ hat sich in den letz­ten drei Jahr­zehn­ten das Ver­hält­nis von nicht­land­wirt­schaft­li­chen Be­stän­den zum Um­satz in kon­stan­ten Dol­lar kaum ver­än­dert. Die­se Re­la­ti­on be­trug 1954 2,64, 1964 2,61, 1974 3,11 und 1984 2,69. * Die Fachli­te­ra­tur quillt über von en­thu­sias­ti­schen Be­schrei­bun­gen pra­xi­ser­prob­ter La­ger­hal­tungs- und Fer­ti­gungs­sys­te­me. Un­ter­su­chun­gen zei­gen je­doch, daß die meis­ten Un­ter­neh­men, die sol­che Ver­fah­ren ein­ge­führt ha­ben, nicht die er­war­te­ten Er­geb­nis­se er­zie­len konn­ten. In­ter­na­tio­nal Data Sys­tems schätzt bei­spiels­wei­se, daß nur 25 Pro­zent der MRP-Sys­te­me die In­stal­la­ti­ons­zie­le er­reicht ha­ben (sie­he Cole 1985, S. 112). * Ma­the­ma­ti­sche Be­stands­steue­rungs­me­tho­den sind so eso­te­risch und kom­plex ge­wor­den, daß sie ent­we­der un­brauch­bar oder hoch­gra­dig feh­ler­an­fäl­lig sind. Das zeigt ein kürz­lich er­schie­ne­ner Ar­ti­kel in „In­ter­fa­ces“. Eine ex­po­nen­ti­el­le Glät­tungs­funk­ti­on, die in ei­nem PC-Soft­wa­re­pa­ket für Pro­gno­se­zwe­cke ver­wen­det wur­de, hat­te sich als in­kor­rekt er­wie­sen. Nä­he­re Nach­for­schun­gen er­ga­ben 23 Fäl­le von feh­ler­haf­ten For­meln in Fach­bü­chern und Ar­ti­keln über Pro­gno­se­me­tho­den, die zum Teil seit dem Jah­re 1965 un­be­merkt im­mer wie­der wei­ter­ge­ge­ben wur­den (sie­he Gärt­ner 1984, S. 47). Trotz all der An­stren­gun­gen und Res­sour­cen, die für die La­ger­wirt­schaft und die Ent­wick­lung von Pro­gno­se­in­stru­men­ten über die Jah­re auf­ge­wendet wur­den, hat es für die meis­ten Un­ter­neh­men - und die Volks­wirt­schaft ins­ge­samt - auf die­sem Ge­biet kei­ne Fort­schrit­te ge­ge­ben. Die­ser Ar­ti­kel rich­tet sich an Ma­na­ger, die mit der Leis­tung der Be­stands­steue­rung un­zu­frie­den sind und nach We­gen der Ver­bes­se­rung su­chen. Die hier be­schrie­be­nen Ver­fah­ren sind ein­fach und lo­gisch. Sie kom­men ohne hö­he­re Ma­the­ma­tik aus. Sie ge­stat­ten Ver­glei­che zwi­schen ein­zel­nen Be­stands­seg­men­ten und die Er­mitt­lung des De­ckungs­bei­tra­ges. Die vor­ge­stell­ten Ver­fah­ren sind in ers­ter Li­nie für die Fer­tig­wa­ren- La­ger­wirt­schaft in ei­nem Be­trieb mit La­ger­fer­ti­gung ge­dacht, wo Auf­trags­rück­stän­de be­ste­hen. Ich be­schrän­ke mich auf die Fer­tig­wa­ren­be­stän­de, weil sie un­mit­tel­bar den Nach­fra­ge­schwan­kun­gen aus­ge­setzt sind. Wenn die Ef­fi­zi­enz der Fer­tig­wa­ren-La­ger­hal­tung ver­bes­sert wor­den ist, dann kön­nen her­kömm­li­che Sys­te­me wie MRP ein­ge­setzt wer­den, um auch die La­ger­hal­tung von Halb­fa­bri­ka­ten und Roh­stof­fen zu ra­tio­na­li­sie­ren. Die Fra­gen, ob kün­den- oder er­war­tungs­be­zo­gen ge­fer­tigt wird, ob die La­ger­hal­tung sich auf Fer­tig­wa­ren, Halb­fa­bri­ka­te oder Roh­stof­fe kon­zen­trie­ren soll­te, oder ob über­haupt eine ei­gen­stän­di­ge La­ger­wirt­schaft er­for­der­lich ist, kön­nen hier nicht be­han­delt wer­den, da sie von zahl­rei­chen fir­men- und bran­chen­spe­zi­fi­schen Be­din­gun­gen ab­hän­gen. Trotz die­ser Be­schrän­kung kön­nen die hier vor­ge­stell­ten In­stru­men­te auch auf an­de­re la­ger­wirt­schaft­li­che Pro­ble­me an­ge­wandt wer­den.
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