Ausgerechnet in derFlaute investieren?

VIELLEICHT NUTZEN RIVALEN DIE REZESSION, UM SICH EINEN VORSPRUNG IM WETTBEWERB ZU VERSCHAFFEN:

HBM 4/1993


PROF. PAN­KAJ GHE­MA­WAT lehn an der Han­rard Busi­ness School.

Heu­te sto­ßen zwei grund­ver­schie­de­ne Denk­wei­sen be­züg­lich In­ves­ti­ti­on und Ri­si­ko auf­ein­an­der: Im Zuge der einen wird das fi­nan­zi­el­le Wag­nis beim In­ves­tie­ren be­tont, im Zuge der an­de­ren das Wett­be­wer­bs­ri­si­ko un­ter­las­se­ner In­ves­ti­tio­nen. Läuft die Wirt­schaft nor­mal, er­gänzt der eher kon­ser­va­ti­ve Grund­te­nor der ers­ten Denk­wei­se ten­den­zi­ell den Op­ti­mis­mus der letz­te­ren. Doch der Aus­gleich zwi­schen bei­den scheint zu miß­lin­gen, so­bald die Kon­junk­tur in ihre Ex­trem­pha­sen (Boom und Ab­schwung) kommt. Ins­be­son­de­re in der Re­zes­si­on schei­nen Un­ter­neh­men das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko ei­ner In­ves­ti­ti­on eher über­zu­be­wer­ten zu Las­ten ei­ner ge­naue­ren Ab­schät­zung des Wett­be­wer­bs­ri­si­kos, das aus dem Ver­zicht auf In­ves­ti­tio­nen her­vor­geht. Doch ein­mal im Lauf des Zy­klus ge­trof­fe­ne Fehl­ent­schei­dun­gen müs­sen wo­mög­lich mit dau­er­haf­ten Wett­be­wer­bs­nach­tei­len be­zahlt wer­den, Grund ge­nug, sich die­ses Ri­si­ko un­ter­las­se­ner In­ves­ti­tio­nen ein­mal ge­nau­er vor Au­gen zu füh­ren.
Ri­si­ko - fi­nan­zi­ell und
wett­be­werb­lich

Mit Ri­si­ko soll hier das­sel­be ge­meint sein, was auch Ma­na­ger dar­un­ter ver­ste­hen: Nich­ter­rei­chen ei­ner zu­frie­den­stel­len­den Leis­tung, ge­mes­sen an ei­ner be­stimm­ten Vor­ga­be. Das fi­nan­zi­el­le In­ves­ti­ti­ons­ri­si­ko be­steht dann dar­in, daß be­frie­di­gen­de Ka­pi­tal­rück­flüs­se aus ei­ner rea­li­sier­ten In­ves­ti­ti­on aus­blei­ben. Und das Wett­be­wer­bs­ri­si­ko des Nichtin­ves­tie­rens be­steht dar­in, daß eine be­frie­di­gen­de Wett­be­wer­bs­stel­lung we­gen feh­len­der In­ves­ti­tio­nen wo­mög­lich nicht ge­hal­ten wer­den kann. Na­tür­lich wäre es un­ver­nünf­tig, das eine oder das an­de­re Ri­si­ko voll­stän­dig zu über­se­hen, wie­wohl sich das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko durch rest­lo­sen In­ves­ti­ti­ons­ver­zicht eben­so aus­schal­ten lie­ße wie das Wett­be­wer­bs­ri­si­ko durch un­ge­zü­gel­tes, mas­si­ves In­ves­tie­ren. Rich­ti­ger ist da schon, bei­de Ri­si­ko­ar­ten zu be­rück­sich­ti­gen und so zwi­schen den Mög­lich­kei­ten von Irr­tü­mern den Aus­gleich zu fin­den: dem Feh­ler, auf ein­mal zu vie­le un­ren­ta­ble In­ves­ti­ti­ons­chan­cen zu ver­fol­gen, im Ge­gen­satz zu dem Feh­ler, eine zu große Zahl an po­ten­ti­ell ren­ta­blen In­ves­ti­tio­nen zu un­ter­las­sen. Wie zu er­war­ten, ha­ben sich die Un­ter­neh­men Ver­fah­ren aus­ge­dacht, um mit den Fi­nanz- und Wett­be­wer­bs­ri­si­ken zu­recht­zu­kom­men. Die­se ver­glei­chen­den An­sät­ze kön­nen dann je­weils mit den In­ves­ti­ti­ons­rech­nun­gen be­zie­hungs­wei­se stra­te­gi­schen Pla­nungs­pro­zes­sen ver­knüpft wer­den. Eine In­ves­ti­ti­ons­rech­nung nimmt meist einen Ver­lauf von un­ten nach oben, bei dem die In­ves­ti­ti­ons­vor­schlä­ge auf dem Weg von un­ten nach oben mehr­mals ge­fil­tert wer­den, um das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko zu be­gren­zen. Vor zehn Jah­ren wie­sen Ro­bert Hayes und Da­vid Gar­vin in ei­nem bahn­bre­chen­den Bei­trag dar­auf hin, daß die bei US-Un­ter­neh­men ge­bräuch­li­chen Wirt­schaft­lich­keits­rech­nun­gen dem Wett­be­wer­bs­ri­si­ko eben­so Rech­nung tra­gen wie dem Cash-flow (sie­he Hayes/Garvin 1983). Das stimmt so nicht, aber die­se An­sicht hat sich ge­hal­ten und wird das wohl noch bis ins nächs­te Jahr­hun­dert tun (sie­he Kas­ten rechts). In der Pra­xis be­die­nen sich Ma­na­ger, wenn sie das Wett­be­wer­bs­ri­si­ko be­rück­sich­ti­gen wol­len,
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