Innovationen typgerecht steuern -was es bedeutet, was es bringt

WENN UNTERNEHMEN PRODUKTE EFFEKTIVER ENTWICKELN WOLLEN, MÜSSEN SIE IHRE F + E-PROZESSE KLAR SEGMENTIEREN:

HBM 4/1991


RAI­NER G. NEHLS ist Ge­sell­schaf­ter der UBM Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Mün­chen GmbH, Mün­chen, und hat sich spe­zia­li­siert auf In­no­va­ti­ons­ma­na­ge­ment, Struk­tur- und Füh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on.

Pro­duk­tin­no­va­tio­nen wer­den durch eine Viel­zahl von ver­schie­de­nen Fak­to­ren de­ter­mi­niert, drei von ih­nen ha­ben aber ein ganz be­son­de­res Ge­wicht: star­ker Zeit­druck, ho­her Ka­pi­tal­ein­satz und Zwang zur Mas­sen­fer­ti­gung. De­ment­spre­chend las­sen sich Pro­duk­tin­no­va­tio­nen zu drei Grund­ty­pen ver­dich­ten (sie­he auch Ab­bil­dung 1): Zeit­ge­trie­be­ne In­no­va­ti­on: Zu den­ken ist hier an Er­zeug­nis­se mit einfacher/mittlerer Kom­ple­xi­tät (Stück­lis­ten­struk­tur) und mit Prei­sen von we­ni­ger als 20 000 Mark. Das sind vor­wie­gend Mas­sen­pro­duk­te wie Per­so­nal-Com­pu­ter, Pe­ri­phe­rie­ge­rä­te, Au­dio-/Videogeräte, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­end­ge­rä­te, Pho­to­ka­me­ras oder Haus­halts­ge­rä­te. All die­se Pro­duk­te wei­sen einen kur­z­en Le­bens­zy­klus auf und eine kur­ze Ver­wen­dungs­dau­er. Die An­for­de­run­gen des Mark­tes än­dern sich schnell. Und die An­wen­der zei­gen sich sehr be­reit, rasch zu neu­en Pro­duk­ten über­zu­ge­hen. Ka­pi­tal­in­ten­si­ve In­no­va­ti­on: In den Blick ge­ra­ten da­bei In­ves­ti­ti­ons­gü­ter mit Prei­sen über fünf Mil­lio­nen Mark, na­ment­lich be­stimmt zum Ein­satz in öf­fent­li­chen oder pri­va­ten In­fra­struk­tu­ren - zum Bei­spiel für Bahn­sys­te­me (Trans­ra­pid et ce­te­ra), Flug­zeu­ge, Flug­zeug­si­mu­la­to­ren, wehr­tech­ni­sche Sys­te­me, Sa­tel­li­ten, Pro­zeß­leit­sys­te­me, Kraft­wer­ke, Che­mie­an­la­gen, zen­tra­le di­gi­ta­le Te­le­phon­ver­mitt­lungs­an­la­gen oder Da­ten­bank­sys­te­me. Die­se Pro­duk­te ha­ben län­ge­re Pro­dukt­le­bens­zy­klen (mehr als fünf Jah­re) und eine sehr lan­ge Ver­wen­dungs­dau­er. Be­dingt durch die auf­wen­di­ge Lo­gis­tik auf Sei­ten der An­wen­der kön­nen die Ein­tritts- und Um­stel­lungs­bar­rie­ren sehr hoch aus­fal­len. Men­gen­ge­trie­be­ne In­no­va­ti­on: Im Vor­der­grund ste­hen hier en­dan­wen­d­er­fer­ne Mas­sen­er­zeug­nis­se (ge­rin­ge Kosten/hohe Funk­ti­on) mit rei­fer Tech­no­lo­gie, also Grund­stof­fe wie zum Bei­spiel Glä­ser, Kunst­stof­fe, Har­ze und Mi­ne­ral­öle oder Halb­zeu­ge und Ba­sis­ma­te­ria­li­en (wie etwa Span­plat­ten, La­mi­na­te, Glas­fa­sern, Wa­fer, Ke­ra­mik­sub­stra­te, Pa­pier und Pap­pe). Die Pro­dukt­le­bens­zy­klen be­tra­gen meist über zehn Jah­re. Sich ver­än­dern­de Markt­an­for­de­run­gen schla­gen über meh­re­re Wert­schöp­fungs- und Dis­tri­bu­ti­ons­stu­fen nur in­di­rekt und lang­sam durch. Bei die­sen drei In­no­va­ti­ons­ty­pen han­delt es sich um Grund- oder Ide­al­ty­pen. Dar­über hin­aus gibt es selbst­ver­ständ­lich Misch­ty­pen, so im Fall von Werk­zeug­ma­schi­nen, elek­tro­nik­ge­trie­be­nen In­ves­ti­ti­ons­gü­tern, Stan­dard­kom­po­nen­ten, Stan­dard­bau­grup­pen, kun­den­spe­zi­fi­schen Kom­po­nen­ten, Halb­lei­tern, Pkws, phar­ma­zeu­ti­schen Prä­pa­ra­ten oder be­stimm­ten Kon­sum­gü­tern. Die meis­ten Un­ter­neh­men fin­den im ei­ge­nen Haus ver­schie­de­ne In­no­va­ti­ons­ty­pen vor. Und ge­wiß kann sich ein be­stimm­ter In­no­va­ti­ons­typ in­fol­ge ver­än­der­ter Markt­ge­ge­ben­hei­ten und/oder stra­te­gi­scher Fest­le­gun­gen eben­falls än­dern (sie­he Ab­bil­dung 2).
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