Managenwie die Raider

WIE UNTERNEHMEN MEHR WERT FÜR IHRE AKTIONÄRE SCHAFFEN KÖNNEN:

HBM 1/1990


PROF. DR. ROLF BÜH­NER ist In­ha­ber des Lehr­stuhls für Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re mit Schwer­punkt Or­ga­ni­sa­ti­on und Per­so­nal­we­sen an der Uni­ver­si­tät Passau.

Zeit­ge­mä­ße Un­ter­neh­mens­füh­rung ist ak­tiv und markt­ge­rich­tet, nicht aber pas­siv, nach in­nen ge­rich­tet und bloß dar­auf be­dacht, er­reich­te Po­si­tio­nen zu si­chern. Dar­um dürf­te es auch weit wir­kungs­vol­ler sein, wenn je­nes Maß an Ein­falls­reich­tum und Krea­ti­vi­tät, das spitz­fin­di­gen Ab­wehr­maß­nah­men ge­gen Über­nah­me­at­ta­cken zu­fällt, für eine Un­ter­neh­mens­stra­te­gie auf­ge­wendet wür­de, mit der zu­sätz­li­che Wer­te für Ak­tio­näre und Be­schäf­tig­te der Un­ter­neh­men ge­schaf­fen wer­den. Denn so viel­fäl­tig auch das Ar­se­nal an Ver­tei­di­gungs­waf­fen be­reits ist (sie­he Kas­ten Sei­te 38/39), es dürf­te kaum aus­rei­chen, eine ernst­haf­te Über­nah­me zu ver­hin­dern. Ne­ben vie­len ame­ri­ka­ni­schen Bei­spie­len de­mons­triert dies nicht zu­letzt der Fall VEBA/Feldmühle deut­lich ge­nug. Wie ame­ri­ka­ni­sche Stu­di­en zu­dem zei­gen, rea­gie­ren Ak­tio­näre auf die von Ma­na­gern er­dach­ten „Gift­pil­len“ ne­ga­tiv, in­dem sie die frag­li­chen Un­ter­neh­men mit ei­nem Preis­ab­schlag be­le­gen. Hin­zu kommt, daß auch an­de­re Fak­to­ren - neue Tech­no­lo­gi­en, Eu­ro­pa '93 oder De­re­gu­lie­run­gen - ge­ge­be­ne un­ter­neh­me­ri­sche Gren­zen in Fra­ge stel­len und zu ei­ner stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung und in­dus­tri­el­len Re­struk­tu­rie­rung her­aus­for­dern. Pas­si­ves un­ter­neh­me­ri­sches Ver­hal­ten wird sich bei zu­neh­men­dem Wett­be­werb je­den­falls nicht aus­zah­len. Der Markt - und dies meint auch den Markt für Un­ter­neh­mens­kon­trol­le - bleibt wei­ter­hin die bes­te Meß­lat­te für un­ter­neh­me­ri­sches Han­deln. Wer sich vor ihr drückt, wird er­drückt. Aber was kön­nen Ma­na­ger tun, die den Wert der von ih­nen ge­lei­te­ten Un­ter­neh­men an der Bör­se stei­gern möch­ten? Prin­zi­pi­ell gilt wohl: Sie schaf­fen für „ihre“ Ak­tio­näre dann Wert, wenn sie in Pro­jek­te in­ves­tie­ren, de­ren Er­trag jene Ren­di­te über­steigt, die die Ka­pi­tal­ge­ber er­zie­len könn­ten durch In­ves­ti­tio­nen in ähn­lich ris­kan­te Vor­ha­ben. Der­art als Maß­stab un­ter­stellt, ge­ben die­se Op­por­tu­ni­täts­kos­ten den Um­fang der Ei­gen­ka­pi­tal­kos­ten vor, die ein Un­ter­neh­men auf­wen­den muß, wenn es um die Be­schaf­fung von Ei­gen­mit­teln geht. Denn na­tür­lich er­war­ten die Ak­tio­näre, daß ein Un­ter­neh­men ih­nen eine Ren­di­te er­wirt­schaf­tet, die über der aus be­stimm­ten An­la­ge­al­ter­na­ti­ven liegt. Ka­pi­ta­lin­ves­ti­tio­nen, die die­se Min­de­stren­di­te nicht er­rei­chen, schaf­fen in den Au­gen von An­le­gern auch kei­nen zu­sätz­li­chen Wert.
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