GWA - Wun­der­waf­femit vielen Tücken

GEMEINKOSTENWERTANALYSEN KÖNNEN UNPRODUKTIVE LEISTUNGEN AUFSPÜREN. EIN ALLHEILMITTEL SIND SIE NICHT.:

HBM 4/1992


ERIC H. GUTZ­LER ist Ge­sell­schaf­ter der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Frä­ser in Es­sen, sei­ne Schwer­punk­te sind Stra­te­gie­ent­wick­lung und Res­sour­cen­op­ti­mie­rung.

Die hö­he­ren Ma­na­ge­ment­wei­hen er­hielt das als Ge­mein­kos­ten­wert­ana­ly­se be­kann­te Ver­fah­ren zum Auf­spü­ren un­pro­duk­ti­ver Kos­ten- und Stel­len­über­hän­ge wohl, als so­gar Daim­ler-Benz sich sei­ner zu be­die­nen be­gann. Das sonst ex­ter­nen Be­ra­tern ge­gen­über sehr di­stan­ziert ein­ge­stell­te Haus ging in der zwei­ten Hälf­te der 80er Jah­re dar­an, die GWA zum Auf­spü­ren von Per­so­nal­re­ser­ven in den Stand­orten und in der Zen­tra­le ein­zu­set­zen.
Die vier
Schrit­te der GWA

Durch­ge­führt wird das Pro­jekt ei­ner GWA meis­tens in drei Pha­sen: der Vor­be­rei­tungs-, der (Pro­jekt-) Durch­füh­rungs- und der (Ide­en-) Rea­li­sie­rungs­pha­se. Die mitt­le­re Pha­se ist das Kern­stück der Ana­ly­se, die sich in meh­re­ren Tak­ten voll­zieht, bei de­nen ein­zel­ne (oder meh­re­re) Un­ter­su­chungs­ein­hei­ten in vier Schrit­ten von je­weils cir­ca ei­ner Wo­che Län­ge un­ter­sucht wer­den. Die Un­ter­su­chungs­ein­hei­ten (UE) bil­det man mit Blick auf die ge­ge­be­ne Auf­bau­or­ga­ni­sa­ti­on des Ana­ly­se­ob­jekts; häu­fig sind sie mit den vor­ge­fun­de­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens iden­tisch. Im ein­zel­nen dient Schritt 1 der Leis­tungs­struk­tu­rie­rung. In Schritt 2 wer­den Ein­spa­rungs- oder Ra­tio­na­li­sie­rungs­ide­en ent­wi­ckelt und in Schritt 3 auf ihre Rea­li­sier­bar­keit hin be­wer­tet. In Schritt 4 schließ­lich wer­den die zur Leis­tungs­ver­bes­se­rung er­for­der­li­chen Maß­nah­men be­an­tragt.
Schritt 1: Leis­tung struk­tu­rie­ren
Das Er­fas­sen und Struk­tu­rie­ren der von ei­ner Un­ter­su­chungs­ein­heit er­brach­ten Leis­tun­gen und ver­ur­sach­ten Kos­ten er­folgt in Schritt 1 ab­lau­f­ori­en­tiert, nicht stel­len- oder per­so­nen­be­zo­gen. Vor­han­de­ne Stel­len­be­schrei­bun­gen sind meist un­ge­eig­net, um tat­säch­li­che Ar­beits­er­geb­nis­se fest­zu­hal­ten. Nach ei­ner ers­ten Grob­glie­de­rung wer­den die Leis­tun­gen dann de­tail­liert und ihr Per­so­nal­auf­wand in Mann­jah­ren (MJ) er­faßt. Da­bei sind Tä­tig­kei­ten so zu un­ter­glie­dern, daß pro Ak­ti­vi­tät 0,1 Mann­jah­re nicht un­ter­schrit­ten wer­den. Für die ein­zel­nen Leis­tun­gen wer­den - so­weit sinn­voll - Men­gen­an­ga­ben ge­macht (zum Bei­spiel An­zahl von Be­stel­lun­gen, Kun­den­be­su­chen, Per­so­nal­ein­stel­lun­gen), Leis­tungs­emp­fän­ger ge­nannt und die Per­so­nal- und Sach­kos­ten er­mit­telt. Die de­tail­lier­te Glie­de­rung der Leis­tun­gen mit der Un­ter­gren­ze 0,1 MJ hat sich als sehr zweck­mä­ßig er­wie­sen, weil sich auf die­se Wei­se jede Un­ter­su­chungs­ein­heit mit cir­ca 30 bis 40 Ak­ti­vi­tä­ten hin­rei­chend ge­nau be­schrei­ben läßt. Pro­ble­ma­ti­scher ist hin­ge­gen der zur Kos­te­ner­mitt­lung oft ver­wen­de­te Mo­dus ei­nes Durch­schnitts­kos­ten­sat­zes für das Per­so­nal. Denn die dar­auf ge­grün­de­ten Ra­tio­na­li­sie­rungs­vor­schlä­ge kön­nen Mit­ar­bei­ter be­tref­fen, die ganz un­ter­schied­li­che Kos­ten ver­ur­sa­chen. Meist wird da­her der Ra­tio­na­li­sie­rungs­er­folg ei­nes Pro­jekts auch nur in Mann­jah­ren an­ge­ge­ben, die Höhe der Per­so­nal­kos­ten­ein­spa­rung sagt nicht ge­nug aus.
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