Unter Herstellern und Zulieferern wird die Arbeit neu verteilt

MIT EINER NEUEN LEISTUNGSTIEFE VON INNOVATIONS- UND WERTSCHÖPFUNGSKETTE RÜSTET SICH DIE INDUSTRIE FÜR DEN HÄRTEREN WETTBEWERB:

HBM 2/1992


PROF. DR. HORST WIL­DE­MANN hat den Lehr­stuhl für Be­trie­bs­wirt­schafts­leh­re mit Schwer­punkt Lo­gis­tik an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen inne.

Ne­ben Fer­ti­gungs­stra­te­gi­en, mit de­nen die Kom­ple­xi­tät ver­min­dert wer­den soll, in­dem die Pro­duk­ti­on mo­du­la­ri­siert wird, gibt es meh­re­re Stra­te­gi­en zur Ver­min­de­rung der Fer­ti­gungs­tie­fe und -brei­te, bei de­nen man ver­sucht, das Ziel ei­ner re­du­zier­ten lo­gis­ti­schen Kom­ple­xi­tät mit dem ent­ge­gen­ste­hen­den Ziel ei­nes va­ri­an­ten­rei­chen, kun­den­spe­zi­fi­schen Pro­duk­t­an­ge­bots zu ver­söh­nen. Aus­ge­hend von der grund­sätz­li­chen Un­ter­schei­dung zwi­schen ho­ri­zon­ta­ler und ver­ti­ka­ler Leis­tungs­tie­fe zei­gen sich fünf ty­pi­sche Mög­lich­kei­ten, den Leis­tungs­um­fang zu va­ri­ie­ren; sie ent­spre­chen den in der Pra­xis ver­wen­de­ten Mus­tern.
Typ A: Sub­sti­tu­ti­on von Fer­ti­gungs­brei­te ge­gen Mon­ta­ge­brei­e­te
Wohl am häu­figs­ten prak­ti­ziert, da­bei wird zu­guns­ten ei­ner grö­ße­ren Va­ri­an­ten­viel­falt in der Mon­ta­ge der Fer­ti­gungs­um­fang re­du­ziert; frei­wer­den­de Res­sour­cen kom­men der Mon­ta­ge zu­gu­te. Be­ach­tet wer­den muß da­bei, daß die po­si­ti­ven Ef­fek­te der Kom­ple­xi­täts­re­du­zie­rung in der Fer­ti­gung nicht durch einen hö­he­ren Auf­wand in Ein­kauf, Dis­po­si­ti­on und Be­schaf­fungs­ab­wick­lung kom­pen­siert wer­den.
Typ B: Voll­sor­ti­ment durch Komplettzukauf(OEM)
Kom­plett­leis­tun­gen hin­zu­zu­kau­fen stellt den kon­se­quen­tes­ten Weg dar, die An­ge­bot­spa­let­te zu er­wei­tern, ohne die ei­ge­nen Fer­ti­gungs­um­fän­ge zu ver­grö­ßern (Bei­spiel: Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik in Deutsch­land).
Typ C: Mdou­lar Sour­cing
Hier­mit kön­nen zwei dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setz­te Zie­le gleich­zei­tig rea­li­siert wer­den: ge­rin­ge­re Fer­ti­gungs­tie­fe so­wie we­ni­ger Lie­fe­ran­ten und Be­schaf­fungs­auf­wand. Par­al­lel las­sen sich so in­ter­ne wie ex­ter­ne Trans­ak­ti­ons­kos­ten mi­ni­mie­ren. Das Kon­zept sieht vor, kom­ple­xe mon­ta­gein­ten­si­ve Bau­grup­pen der­art her­zu­stel­len, daß die­se vom Ab­neh­mer mit we­ni­gen Hand­grif­fen zu­sam­men­ge­fügt wer­den kön­nen. Der Mo­dul­lie­fe­rant über­nimmt da­mit nicht nur Wert­schöp­fung des Ab­neh­mers (zum Bei­spiel Vor­mon­ta­ge, Prü­fum­fän­ge), son­dern er ko­or­di­niert und dis­po­niert als Sys­tem­füh­rer die Her­stel­lung ei­nes Mo­duls. (Dem Ab­neh­mer bringt das kla­re Kos­ten­ein­spa­run­gen, sie­he Eicke/Femerling 1990).
Typ D: Par­ti­el­le In­te­gra­ti­on
Ge­meint ist da­mit eine Form der Ar­beits­tei­lung zwi­schen Ab­neh­mer und Zu­lie­fe­rant, bei der bei­de Ka­pa­zi­tä­ten der­sel­ben Wert­schöp­fungs­ket­te be­reit­hal­ten. In der Re­gel fer­tigt der Ab­neh­mer eine ge­wis­se Grund­last selbst; dar­über hin­aus­ge­hen­der Be­darf wird über den Markt durch Zu­lie­fe­rer ab­ge­deckt. Den Vor­tei­len - hö­he­re Fle­xi­bi­li­tät bei Be­darfss­pit­zen, ge­rin­ge­re Ab­hän­gig­keit vom Zu­lie­fe­ran­ten, mehr Trans­pa­renz bei Preis­ver­hand­lun­gen - ste­hen auch Nach­tei­le ent­ge­gen wie der Ver­lust von Men­gen­de­gres­si­ons­ef­fek­ten und ein hö­he­rer dis­po­si­ti­ver und lo­gis­ti­scher Auf­wand.
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