Ideen bringen Geld.Bringt Geld auch Ideen?

ES IST ZEIT, DAS BETRIEBLICHE VORSCHLAGSWESEN ENDLICH ABZUSCHAFFEN:

HBM 1/1994


DR. REIN­HARD K. SPREN­GER ist selb­stän­di­ger Per­so­nal­ent­wick­ler und Ma­na­ge­ment­trai­ner in Es­sen.

Die Wur­zeln des be­trieb­li­chen Vor­schlags­we­sens (BVW) las­sen sich bis in die 80er Jah­re des vo­ri­gen Jahr­hun­derts zu­rück­ver­fol­gen: Weg­be­rei­ter wa­ren da­mals eine schwe­di­sche Werft und Al­fred Krupp mit sei­nem be­rühmt ge­wor­de­nen Ge­ne­ral­re­gu­la­tiv. Es mag da­her hilf­reich sein, sich kurz das ur­sprüng­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­pro­blem vor Au­gen zu füh­ren, dem das Vor­schlags­we­sen sei­ne Ent­ste­hung ver­dankt. Die Fa­cet­ten die­ses Pro­blems lau­ten etwa so: * In der Mit­ar­beiter­schaft steckt eine enor­me Krea­ti­vi­täts­re­ser­ve. * Die­se Krea­ti­vi­tät stel­len die Mit­ar­bei­ter dem Un­ter­neh­men nicht frei­wil­lig zur Ver­fü­gung. * Folg­lich muß für ma­te­ri­el­le und/ oder im­ma­te­ri­el­le An­rei­ze ge­sorgt wer­den, da­mit sich die Mit­ar­bei­ter be­reit fin­den, Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge zu ma­chen. * Es muß eine In­sti­tu­ti­on ge­schaf­fen wer­den, die die­se Vor­schlä­ge be­ur­teilt und je nach Wir­kungs­grad auch be­lohnt.
Oben und un­ten
Die­ser An­satz ar­bei­tet mit Un­ter­stel­lun­gen. Vom Grund­satz her geht er da­von aus, daß es ein Mo­ti­va­ti­ons­ge­fäl­le im Un­ter­neh­men gibt. Für Füh­rungs­kräf­te - die un­be­weg­ten Be­we­ger - gilt als selbst­ver­ständ­lich: Sie sind per­ma­nent be­müht, Pro­duk­te, Ver­fah­ren und Ar­beits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern, und wer­den ent­spre­chend mit dem Ge­halt ab­ge­gol­ten. Da­ge­gen sitzt am un­te­ren Ende der Hier­ar­chie die Schar der Noch-nicht-Mo­bi­li­sier­ten. Die Mo­ti­va­ti­on, et­was zu ver­bes­sern, ist „dort un­ten“ we­ni­ger aus­ge­prägt oder gar nicht vor­han­den. Also muß man de­nen da „Bei­ne ma­chen“, ih­nen „auf die Sprün­ge hel­fen“, sie „auf Trab brin­gen“ oder wie der­glei­chen ki­ne­ti­sche Wunsch­bil­der sonst noch hei­ßen. Was aber bei al­lem durch­scheint, ist ei­nes: Ge­ring­schät­zung. Al­les läuft auf den ent­wür­di­gen­den Ver­such hin­aus, jene im Un­ter­neh­men zu be­ste­chen, von de­nen man „ei­gent­lich“ kei­ne In­itia­ti­ve zum Ver­bes­sern er­war­tet. Es ist die alte hier­ar­chi­sche Denk- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­fi­gur des Oben und Un­ten, die nach wie vor das Rück­grat des BVW bil­det und an dem es trotz man­cher Art von Rück­grat­ver­krüm­mung un­be­irrt fest­hält. Auch Mit­ar­bei­ter Ver­ant­wor­tung tra­gen las­sen? Dia­lo­gi­sche Füh­rung in part­ner­schaft­li­cher Ver­net­zung? Ge­mein­sa­mes Ent­wi­ckeln in ei­ner „ler­nen­den Or­ga­ni­sa­ti­on“? Post­mo­der­ner So­zi­al­schrott. Nein, nein, wir ma­chen das ganz an­ders. Wir lo­cken und lo­ben, schüt­teln Hän­de und strei­cheln Häup­ter, ver­tei­len Geld und be­schen­ken gön­ner­haft.
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