Die Firma vererbenund Steuern sparen

WIE SICH FINANZIELL DIE NACHFOLGE IN FAMILIENUNTERNEHMEN REGELN LÄSST:

HBM 2/1995


JOA­CHIM ES­SER und DR. CHRI­STOPH BRAUN­SCHWEIG sind ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­ter der Mit­tel­stands­be­ra­tung Dr. Braun­schweig, Es­ser & Part­ner GmbH, Köln.

Nach ei­ner Un­ter­su­chung der Hand­werks­kam­mer Stutt­gart aus dem Jahr 1992 ha­ben 52 Pro­zent der Be­trie­bs­in­ha­ber die Fra­ge ih­rer Nach­fol­ge noch nie be­dacht. Nur 14 Pro­zent sind ak­tiv ge­wor­den und ha­ben - ohne Fach­leu­te zu kon­sul­tie­ren - dann frei­lich Vor­keh­run­gen ge­trof­fen, die recht­lich nicht be­ste­hen kön­nen. Im­mer­hin 90 Pro­zent al­ler Un­ter­neh­mer-Tes­ta­men­te hal­ten ei­ner be­trie­bs­wirt­schaft­li­chen und recht­li­chen Prü­fung nicht stand. So wird je­des sechs­te Erbe zu ei­nem Fall, der die Ge­rich­te be­schäf­tigt, wie der Köl­ner Rechts­an­walt Dr. Mi­cha­el Theim aus den Er­fah­run­gen sei­ner be­ruf­li­chen Pra­xis be­rich­tet. Al­lein schon das Erbrecht ist mit mehr als 400 Ein­zel­be­stim­mun­gen so kom­pli­ziert, daß vie­le Be­trof­fe­ne da­vor zu­rück­schre­cken, sich mit dem The­ma Nach­fol­ge recht­zei­tig aus­ein­an­der­zu­set­zen. Und psy­chi­sche Bar­rie­ren gibt es oh­ne­hin bei dem Ge­dan­ken, für den ei­ge­nen Ab­schied vom Un­ter­neh­men oder gar das ei­ge­ne Ab­le­ben vor­sorg­li­che Re­ge­lun­gen tref­fen zu sol­len. Wer denkt schon gern an das Ende sei­nes ak­ti­ven Un­ter­neh­mer­tums, ge­schwei­ge denn an den Tod. Kein Wun­der, daß noch we­ni­ger das Ri­si­ko ei­nes plötz­li­chen To­des ein­kal­ku­liert wird. Da­bei er­lei­den im Durch­schnitt täg­lich 900 Deut­sche einen Herz­in­farkt. Also ge­rät die wich­tigs­te Ent­schei­dung für den ge­ne­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Fort­be­stand ei­nes Un­ter­neh­mens auf die lan­ge Bank, ja wird oft ver­drängt. Die Re­ge­lung der Un­ter­nehm­cns­nach­fol­ge in Fa­mi­hen­ge­sell­schaf­ten, die gründ­li­che Vor­be­rei­tung und der recht­zei­ti­ge Voll­zug des Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sels so­wie schließ­lich der Erb­fall selbst brin­gen eine Viel­zahl von Pro­ble­men mit sich, die ei­ner Fa­mi­lie nicht zu­letzt auch mensch­li­che Schwie­rig­kei­ten be­rei­ten. Da er­ge­ben sich Le­bens­sach­ver­hal­te, die mit ei­nem Kom­plex von Or­ga­ni­sa­ti­ons-, Ge­stal­tungs- und Rechts­fra­gen be­la­den sind. In den Blick rücken be­son­ders die Be­rei­che Fa­mi­li­en- und Erbrecht, Ge­scll­schafts- und Steu­er­recht, So­zi­al- und Ar­beits­recht und so­gar EU-Recht. Auf je­dem die­ser Ge­bie­te gibt es zu­dem spe­zi­el­le Ge­set­ze, Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen so­wie eine um­fang­rei­che Recht­spre­chung. Zu be­ach­ten ist dar­über hin­aus, daß sich die­se Rechts- und Ver­fah­rens­grund­la­gen stän­dig än­dern. Ei­ni­ge spek­ta­ku­lä­re Fäl­le aus der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit zei­gen, wie Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men zum Bei­spiel we­gen Er­baus­ein­an­der­set­zun­gen zer­bre­chen oder we­gen ei­ner un­be­frie­di­gend ge­re­gel­ten Ent­schei­dungs­ge­walt hand­lungs­un­fä­hig wer­den kön­nen. Wenn Er­ben sich strei­ten, bleibt oft nichts an­de­res üb­rig, als un­ter Wert zu ver­kau­fen oder so­gar zu li­qui­die­ren. Die recht­zei­ti­ge und um­fas­sen­de Re­ge­lung der Nach­fol­ge ist also von exis­ten­ti­el­ler Be­deu­tung für das Un­ter­neh­men und meist auch für den Fa­mi­hen­frie­den. Es be­darf be­son­de­rer Lö­sun­gen für die Nach­fol­ge nicht nur, um Ab­fin­dungs­an­sprü­che meh­re­rer Er­ben zu be­frie­di­gen. In mehr­fa­cher Hin­sicht muß auch für eine aus­rei­chen­de Fi­nan­zie­rungs­grund­la­ge ge­sorgt wer­den: für den Be­trie­bs­über­gang, für even­tu­el­le Ab­fin­dungs- und Aus­gleichs­zah­lun­gen an wei­chen­de Er­ben be­zie­hungs­wei­se Mit­er­ben und für eine ad­äqua­te Al­ters­ver­sor­gung des (be­zie­hungs­wei­se der) Aus­schei­den­den. Wo al­ler­dings al­lein der Steu­er­be­ra­ter tä­tig wird, fehlt es oft an ju­ris­ti­schen Kennt­nis­sen über das Gü­ter- und Erbrecht so­wie über das ju­ris­ti­sche In­stru­men­ta­ri­um für den Fall ei­ner vor­weg­ge­nom­me­nen Re­ge­lung der Erb­fol­ge. Ge­wöhn­lich setzt ein No­tar oder Rechts­an­walt nur das Tes­ta­ment auf, von ei­ner ge­ziel­ten Pla­nung der Nach­fol­ge im Sin­ne ei­nes dy­na­mi­schen Un­ter­neh­men­spro­zes­ses kann dann nicht die Rede sein. Nur von der Au­gen­blicks­si­tua­ti­on aus­ge­hend und auf nichts als den To­des­fall be­zo­gen, ist die­se Be­ra­tung eher sta­tisch. Ins­be­son­de­re in den Fäl­len, in de­nen die Nach­fol­ge­pro­ble­me im Un­ter­neh­men kom­pli­ziert sind, macht sich das Feh­len nö­ti­ger be­trie­bs­wirt­schaft­li­cher Kennt­nis­se sehr un­güns­tig be­merk­bar. Dem­ge­gen­über be­deu­tet Nach­fol­ge­re­ge­lung im eng­lisch­spra­chi­gen Rechts­kreis eine um­fas­sen­de un­ter­neh­me­ri­sche Be­ra­tung aus ei­ner Hand. Bei die­sem so­ge­nann­ten Estate Plan­ning han­delt es sich um eine fort­lau­fen­de Be­ra­tung mit dy­na­mi­scher Per­spek­ti­ve. Zu ihr ge­hört nicht nur die An­fer­ti­gung des Tes­ta­men­tes, son­dern auch die Re­ge­lung der vor­weg­ge­nom­me­nen Erb­fol­ge so­wie eine streit­ver­mei­den­de Vor­sor­ge ge­gen­über ei­ner mög­li­chen Er­baus­ein­an­der­set­zung so­wie na­tür­lich ein Weg, mög­lichst viel an Steu­ern zu spa­ren.
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